FIS-Renndirektor Markus Waldner reagiert in Bormio auf schweren Sturz von Cyprien Sarrazin: Athleten "über dem Limit"
Update 28/12/2024 um 11:38 GMT+1 Uhr
FIS-Renndirektor Markus Waldner hat nach der schweren Verletzung von Cyprien Sarrazin am Freitag im zweiten Abfahrtstraining von Bormio (Italien) auf die Vorwürfe einer vermeintlich ungenügend präparierten Strecke reagiert: "Wir haben keine Lösungen. Das ist ein Freiluftsport und wir müssen uns anpassen", sagte er bezüglich der harschen Kritik, die vor allem aus dem französischen Lager kam.
FIS-Renndirektor Waldner: "Die Kritik ist überzogen!"
Quelle: Eurosport
Waldner sprach zunächst von einem "schwierigen Tag" und im Hinblick auf die berühmte Stelvio-Piste von "einer der schwierigsten Strecken". Die Stürze der drei Verletzten Cyprien Sarrazin, Kyle Negomir und Josua Mettler seien "schlimm", er wünschte den Fahrern alles Gute.
Vorwürfen, wonach die Strecke nicht gut vorbereitet gewesen sei, trat der Österreich entschieden entgegen: "Es ist Kritik gekommen von ein paar Athleten, nicht ganz gerechtfertigt", urteilte Waldner.
"Beim ersten Training habe ich genau gesagt, was auf der Strecke gemacht wurde. Wie immer: Grundpräparation mit Wasser, ganz traditioneller Weg, von ganz oben bis ganz unten", führte der FIS-Renndirektor aus.
Über Weihnachten habe es dann "sehr starken Wind" gegeben: "Dieser hat Passagen teilweise ausgetrocknet. Der obere Teil ist ziemlich eisig gewesen", andere Stellen seien indes ausgetrocknet, erklärte Waldner.
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Bormio : Training - Interview - Allègre in english, very angry about organisation
Quelle: Eurosport
Ein Problem sei die Länge der Strecke von mehr als drei Kilometern. Er kenne "keinen Menschen auf diesem Planeten, der das so gleichmäßig präparieren kann, um alle Athleten zu befriedigen".
Waldner: "Material ist extrem ans Limit gepusht"
Sarrazin, der bei seinem schweren Sturz ein Subduralhämatom davontrug und inzwischen erfolgreich operiert wurde, sagte Waldner ratlos: "Wir haben keine Lösungen. Das ist ein Freiluftsport und wir müssen uns anpassen."
Ein Faktor sei aber nicht nur die Piste selbst, sondern das Equipment der Fahrer. "Das Material ist extrem ans Limit gepusht. Es ist alles am Limit. Vielleicht sind wir teilweise über das Limit gegangen", erläuterte Waldner. Dies sei der "ausschlaggebende Punkt" für Verletzungen, jeder Athlet habe eine "Eigenverantwortung".
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Heftige Abflüge: Negomir und Mettler stürzen an Sarrazin-Stelle
Quelle: Eurosport
Waldners abschließender Vorschlag zur Vermeidung von lebensgefährlichen Stürzen: "Das Material abstimmen und nicht alles ans Limit pushen."
Der Internationale Skiverband FIS wolle das Thema in der nächsten Woche nochmals aufarbeiten.
Waldner: "65 Athleten sind vorbeigefahren und nichts ist passiert"
Waldner ging in seinen Erklärungen gegenüber Pressevertretern wiederholt darauf ein, dass man die Strecke im Vorhinein bestmöglich aufbereitet habe.
"Die Passagen, die wir gestern entschärft haben, haben sehr gut funktioniert", sagte er, gab aber auch zu: "Dort sind ein bisschen unregelmäßige Schneeverhältnisse. Darauf müssen wir uns einstellen und anpassen", bevor er relativierte: "Danach sind 65 Athleten vorbeigefahren und es ist nichts passiert."
Kritik an der Absperrung, hinter der Sarrazin landete, wollte Waldner nicht zulassen. Er pries zudem den Air-Bag an, dieser habe sich bei der Verletzungsminderung "bewährt".
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