Eurosport
Marco Odermatt zwischen Kristall-Hattrick und goldenem WM-Plan - Schweizer auf Pirmin Zurbriggens Spuren
Von
Publiziert 30/01/2023 um 14:23 GMT+1 Uhr
Marco Odermatt hat seine Dominanz im alpinen Ski-Weltcup am Wochenende in Cortina d'Ampezzo eindrucksvoll unterstrichen. Selbst von einer Knieverletzung ließ sich der Schweizer nicht aufhalten und kam seinen großen Saisonzielen einen weiteren Schritt näher. Für die Weltmeisterschaft hegt der 25-Jährige einen besonderen Plan - dessen erfolgreiche Ausführung ihn zu den Legenden aufschließen ließe.
Machtdemonstration! Odermatt bleibt König von Cortina
Quelle: Eurosport
Am Ende ging es also seinen gewohnten Gang. Marco Odermatt sammelte in den beiden Super-G in Cortina d'Ampezzo seine Weltcupsiege 18 und 19, zeigte seiner Konkurrenz zum wiederholten Male ihre Grenzen auf.
Doch während sich die beiden Triumphfahrten des Schweizers am Samstag und Sonntag für den normalen Zuschauer wie alpiner Alltag anfühlten, war Odermatt durchaus von sich selbst überrascht.
Immerhin griff der 25-Jährige auf der Olimpia delle Tofane zum ersten Mal seit seinem Abfahrts-Schreck in Kitzbühel wieder ins Geschehen ein. Am 20. Januar erlitt Odermatt bei seiner spektakulären Rettungsaktion an der Ausfahrt des Steilhangs der Streif einen Schlag im linken Knie, legte daher in den darauffolgenden beiden Rennen eine Pause ein.
Zwischenzeitlich schien sogar sein Einsatz bei der Ski-WM in Courchevel und Méribel in Gefahr zu sein (6. bis 19. Februar live bei Eurosport und discovery+). Sein Auftritt auf der Tofana wusch derartige Zweifel nun aber vom Tisch.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/20/3531038-71967933-2560-1440.jpg)
"Spinnt er?" Wilder Odermatt mit spektakulärer Rettungsaktion
Quelle: Eurosport
Odermatt: "Niemals mit Bestzeit gerechnet"
Der Weg nach Cortina erwies sich trotz scheinbarer Leichtigkeit auf der eisigen Piste aber als stete Gratwanderung. "Bei meinem ersten Test habe ich mich gefühlt, als wäre ich nicht nur ein paar Tage, sondern ganz lange weg gewesen wäre", wird Odermatt vom Schweizer "Blick" zitiert.
"Ich bin mental nie in den üblichen Flow gekommen, ich konnte mich nicht so recht aufs Rennen fokussieren", führte der Gesamtweltcupsieger von 2021/22 weiter aus. "Bei den ersten Toren habe ich vor allem ans Knie gedacht. Und als ich die Ziellinie überquert habe, war ich zwar überzeugt davon, dass diese Fahrt gut für mein Vertrauen war, aber ich habe niemals mit einer Bestzeit gerechnet."
Odermatt - auf der Höhe seines sportlichen Schaffens - ist sich ob seiner schieren Überlegenheit sogar selbst ein Rätsel.
Seine Glanzleistungen auf dem venetischen Schnee hielten für Odermatt darüber hinaus einen süßen Beigeschmack bereit. Im Kampf um den Gesamtweltcup landete der Eidgenosse aufgrund des Aus von Aleksander Aamodt Kilde einige Big Points. Odermatt hat den Kristall-Hattrick in Super-G, Riesenslalom und Gesamtwertung fest im Blick. Sein Hunger ist aber noch lange nicht gestillt.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/30/3538737.jpg)
Marco Odermatt beim Weltcup in Cortina d'Ampezzo
Fotocredit: Getty Images
Odermatt eifert Zurbriggen nach - und träumt vom Gold-Rausch
Dank seiner Super-G-Siege Nummer 7 und 8 überflügelte Odermatt nämlich die Schweizer Ski-Legende Didier Cuche - und hat in diesem Ranking mit Pirmin Zubriggen (10) nur noch eine Größe der Eidgenossen vor sich.
Bei der Ski-WM will der Riesenslalom-Olympiasieger von 2022 nun den nächsten Schritt gehen und endgültig in den erlesenen Kreis der Schweizer Superstars vorstoßen.
In Courchevel und Méribel hegt Odermatt in mindestens drei Disziplinen (Riesenslalom, Super-G und Abfahrt) berechtigte Hoffnungen auf sein erstes Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft. Wie er im Vorfeld des Großereignisses selbst verriet, denkt er nun sogar an einen Start in der Kombination und eifert damit dem ehemaligen Allrounder-König Zurbriggen nach.
"Der Kombi-Super-G wäre sicher ein gutes Training für den Spezial-Super-G", erklärte er gegenüber dem "Blick". Doch er will nichts überstürzen und sich einen Start "ganz genau überlegen". Immerhin seien vier Rennen eine enorme Belastung für sein Knie. "Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Gesamtbelastung mit der Kombi zu gross werden würde für mein Knie."
In den 1980er-Jahren stieg Zurbriggen einst zur Ikone des Wintersports auf und eroberte in Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Kombination jeweils WM-Gold. Im Gesamtweltcup triumphierte er zwischen 1983 und 1990 gleich viermal. Eine Serie, die längst auch Odermatt prophezeit wurde.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/30/3538753.jpg)
Pirmin Zurbriggen während seiner aktiven Laufbahn
Fotocredit: Getty Images
Dass Odermatt seinen großen Hunger nach Gold zu stillen weiß, bewies er bereits bei den Juniorenweltmeisterschaften 2018 in Davos. Damals stand er in Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Kombination und Mannschaftswettbewerb jeweils ganz oben auf dem Podium.
Am 7. Februar bietet sich Odermatt in der Alpinen Kombination die erste Möglichkeit, seinen ohnehin schon erfolgreichen Winter zu vergolden - und seinen Fußabdruck in der Schweizer Ski-Geschichte weiter anwachsen zu lassen.
Das könnte Dich auch interessieren: Sander verpasst erstes Weltcup-Podest knapp - Odermatt nutzt Kildes Aussetzer
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/29/3516075-71668668-2560-1440.jpg)
Odermatt dominiert in Bormio: Schweizer in eigener Liga
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung