Schwaiger und Neureuther schlagen Alarm und kritisieren Ausbildung des Ski-Nachwuchses im DSV: "Fehler im System"

Christian Schwaiger, Bundestrainer der Herren im Ski Alpin, hat die Nachwuchsausbildung im Deutschen Skiverband (DSV) kritisiert. Der 57-Jährige sprach in der "Sportschau" beim Weltcup in Courchevel von einem "Fehler im System": "Wir haben Probleme in der Ausbildung. Wir brauchen extrem lange und haben keine richtig gute Technik-Ausbildung. Wir fangen wieder bei fundamentalen Dingen an."

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Quelle: Eurosport

Schwaiger prangerte an, dass es nicht seine Aufgabe sei, den Speed-Spezialisten "Sprünge und das Wellenfahren" beizubringen. "Wir müssen in der Ausbildungsstruktur gewisse Themen analysieren. Das müssen wir so schnell wie möglich in den Griff kriegen", forderte er.
Am vergangenen Freitag gingen in Courchevel nur zwei deutsche Abfahrer an den Start, beide enttäuschten: Simon Jocher landete auf Rang 41 und verpasste die Qualifikation für das Weltcup-Finale in Kvitfjell/Hafjell (Norwegen) ab dem 21. März (live bei Eurosport und HBO Max). Ebenso Maximilian Schwarz, der den 46. Platz belegte.
Der im Abfahrtsweltcup am besten platzierte deutsche Luis Vogt (27.) musste verletzungsbedingt pausieren.
Selbst der 24-Jährige hätte das Weltcup-Finale am kommenden Wochenende verpasst, da sich nur die Top-25-Rennläufer qualifizieren. Jocher rangiert in der Abfahrtsgesamtwertung nur auf Platz 34.

Neureuther fordert bessere "Logistik und Infrastruktur"

2023 gingen bei der WM in Courchevel noch vier Deutsche an den Start: Thomas Dreßen, Josef Ferstl, Romed Baumann und Andreas Sander. Diese standen für mehr Qualität als das aktuelle DSV-Team. Der überraschende achte Platz von Vogt auf der Kitzbüheler Streif war in dieser Saison ein seltener Lichtblick.
Dreßen und Ferstl sind bereits länger im Ruhestand, Baumann gesellte sich nach Garmisch-Partenkirchen zu ihnen, der 36 Jahre alte Sander fehlt aktuell krankheitsbedingt - Karriere-Fortsetzung unklar.
Felix Neureuther, der in seiner Laufbahn 13 Weltcuprennen in Technikdisziplinen für sich entschied, schloss sich Schwaigers Kritik an: "Du kannst nicht, wenn du einen Fußballverein trainierst, den Kindern zuerst mal lernen, wie man die Schuhe bindet, wenn die Fußball spielen sollen." 
Der 41-Jährige forderte unter anderem eine bessere "Logistik und Infrastruktur", um den deutschen Skisport wieder salonfähig zu machen: "An den drei Standorten Oberstdorf, Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen müssen wir richtig investieren - mit genügend guten Trainern. Schule und Sport müssen gleichzeitig möglich gemacht werden."
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Quelle: Eurosport


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