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Kitzbühel: DSV-Stars im Abschlusstraining abgeschlagen - Thomas Dreßen will auf der Streif wieder angreifen
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Publiziert 19/01/2023 um 14:50 GMT+1 Uhr
Vor fünf Jahren gewann Thomas Dreßen sensationell die Abfahrt in Kitzbühel. Bei seiner Rückkehr auf die Streif sind die Erwartungen gering - aber der Spaß ist zurück. Zwar haben die deutschen Skirennläufer im Abschlusstraining für die Weltcup-Abfahrten am Freitag und Samstag wenig Hoffnung auf eine Topplatzierung geweckt, die wiedergewonnene Lockerheit ihres Leaders Dreßen verheißt jedoch Gutes.
Thomas Dreßen, Kitzbühel, 3. Training
Quelle: Eurosport
Die Laune? Bestens! Thomas Dreßen stand im Zielraum der Streif in Kitzbühel, also seinem Geburtsort als Abfahrer von Weltklasseformat, und trug ein Dauerlächeln im Gesicht.
"Du bist ein Trottel", sagte er im Scherz zu seinem Mannschaftskollegen Dominik Schwaiger, weil der sich zuvor über ihn lustig gemacht hatte. "Ich bin happy, ich bin froh, dass ich da bin", betonte Dreßen nach dem Abschlusstraining für die Abfahrten am Freitag und Samstag (jeweils 11:30 Uhr live bei Eurosport und discovery+).
Fünf Jahre ist es her, dass Dreßen nahezu aus dem Nichts auf der herausfordernden Streif den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere feierte - es war ein Erweckungserlebnis. Es folgten weitere Erfolge, verbunden mit der berechtigten Hoffnung auf eine große Karriere in der alpinen Königsdisziplin.
Doch es kam anders. Schwere Verletzungen, Operationen - dieser Tage ist Dreßen erst mal froh und erleichtert, dass er mitteilen kann: "Das Gestell hält, das Gefühl passt."
Dreßen tastet sich nach Leidenszeit wieder heran
Kitzbühel, das ist nicht irgendein Ort im Weltcup - für Dreßen gleich gar nicht. Seit seinem Sieg ist er auf der Streif nur noch im Januar 2020 gefahren, mitten in der ersten Comeback-Saison, die Ergebnisse waren bescheiden damals: 17. und 26. wurde er. Dreßen hat, begründet durch sein Können, andere Ansprüche - doch er weiß auch, dass er sich derzeit damit zufrieden geben muss, überhaupt wieder Rennen fahren zu können.
Als ihn nach seinem erneuten Comeback mit einem großartigen achten Rang in Lake Louise drei Wochen später in Gröden eine Muskelverletzung wieder aus dem Rennbetrieb warf, wirkte er verständlicherweise geknickt. Beim Weltcup in Wengen, beim Wiedereinstieg am vergangenen Wochenende, schien er deshalb wie vom Glück geküsst.
Dreßen kämpfte mit den Tränen, seine Emotionen konnte er nur mit Mühe zurückhalten: "Für mich ist es einfach so schön, dass ich jetzt wieder da sein kann."
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Thomas Dreßen
Fotocredit: Getty Images
Dreßen will den "Ski laufen lassen"
Da sein heißt vor allem: Dreßen will wieder Dreßen sein. Nach Lake Louise, sagte er, "war ich zu gierig", er hat zu sehr auf die Ergebnisse geschaut, er hat sich orientiert an der Fahrweise der derzeit Besten: an Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen, Marco Odermatt aus der Schweiz oder Vincent Kriechmayr aus Österreich.
Das ging schief, nun weiß er: Er darf "nicht den Fehler machen", den anderen nachzueifern: "Man muss schauen, dass man bei sich selbst bleibt. Ich werde meinen Fahrstil nicht umstellen können."
In Wengen und nun in Kitzbühel hat Dreßen gespürt, dass seine Qualitäten zurückkommen, also "Lockerheit beibehalten und die Ski laufen lassen". Ja, versicherte er gelöst, "wir sind auf dem Weg dorthin, meine Stärken rauszubringen".
Dass es einstweilen kleine Schritte sein werden, weiß er. Im zweiten Trainingslauf wurde er 33., aber das muss nichts heißen: "Ich habe an den richtigen Schrauben gedreht", betonte er - und vermittelte dabei den Eindruck: Das wird schon wieder mit mir.
DSV-Starter im Training abgeschlagen
Bester DSV-Läufer am Donnerstag war Romed Baumann als 21., Dominik Schwaiger (31.), Josef Ferstl (37.) und Vize-Weltmeister Andreas Sander (42.) lagen etwas weiter zurück.
Baumann fehlten 1,38 Sekunden zur Bestzeit, die überraschend der Franzose Cyprien Sarrazin aufstellte. Ihm am nächsten kamen der Schweizer Niels Hintermann (+0,04 Sekunden) und der Österreicher Otmar Striedinger (+0,15).
Topfavorit Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen, der vier der bislang sechs Abfahrten in dieser Saison gewonnen hat, belegte nur Rang 17, nachdem er sich allem Anschein nach an der rechten Hand verletzt hatte. Bei der Einfahrt in den Steilhang schlug er damit zweimal hart auf der eisigen Piste auf. Sein Start soll allerdings nicht gefährdet sein.
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(SID)
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Cyprien Sarrazin, Kitzbühel, 3. Training
Quelle: Eurosport
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