Weltcup Kronplatz: Federica Brignone bricht das Eis beim Comeback - Italiens Superstar direkt von Null auf Hundert

Federica Brignone hat es geschafft: 292 Tage nach ihrer schweren Verletzung bei den italienischen Meisterschaften im Val di Fassa ist die Gesamtweltcupsiegerin auf die große Bühne zurückgekehrt. Im Riesenslalom am Kronplatz fuhr sie einen starken sechsten Platz ein und sorgte zweieinhalb Wochen vor den Olympischen Spielen für eine Sensation. Von Null auf Hundert - da staunte selbst Jannik Sinner.

"Emotionen pur": Brignone kommen im Eurosport-Interview die Tränen

Quelle: Eurosport

Ein Satz - und alle Dämme brachen.
"Es war nicht einfach", meinte Federica Brignone nach dem Riesenslalom am Kronplatz im Interview bei Eurosport. Anschließend hielt die Italienerin kurz inne, kämpfte mit den Tränen und wurde schließlich von Eurosport-Expertin Francesca Marsaglia tröstend umarmt.
Es waren emotionale Szenen, die sich am Dienstagnachmittag an der Piste "Erta" abspielten. 292 Tage nach der doppelten Fraktur des Schien- und Wadenbeins im linken Unterschenkel, die sie sich bei den italienischen Meisterschaften im Val di Fassa zugezogen hatte, feierte sie ihr Comeback im Weltcup.
Auf Anhieb den sechsten Platz zu belegen, hatte sich wohl niemand erwartet. Brignone zeigt sich mit diesem dicken Ausrufezeichen kurz vor den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar live und on-demand bei HBO Max) aber noch lange nicht zufrieden.

Brignone: Aus der Ungewissheit ins Rampenlicht

"Es waren neun schwierige, extrem harte Monate, und ich bin wirklich stolz", wurde Brignone in einer Pressemitteilung des italienischen Wintersportverbandes (FISI) zitiert. Darin unterstrich die 35-Jährige, dass sie gewissermaßen bei Null anfangen musste.
"Emotional war alles neu für mich: Normalerweise weiß man, wenn man zu einem Rennen antritt, wo man steht und welche Ziele man hat", führte sie aus. "Heute aber war alles neu, es war ein Test. Auch die Spannung über viele Stunden zu halten, mit all der Aufmerksamkeit."
Bereits Mitte Januar wieder ins Renngeschehen einzugreifen und somit eine Generalprobe für die Olympischen Spiele zu absolvieren, sei die richtige Entscheidung gewesen. "Sonst wäre es für mich einfach zu viel gewesen", so Brignone.
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Highlights: Brignones emotionales Comeback - Scheib unwiderstehlich

Quelle: Eurosport

Im ersten Durchgang habe sie sich an einigen Stellen noch verkrampft gefühlt, landete aber dennoch auf einem beeindruckenden siebten Platz. In der Entscheidung schob sie sich beim Sieg der Österreicherin Julia Scheib noch auf den sechsten Rang vor.
"Es fehlen mir noch Abläufe, es fehlt mir noch die Form", gab sich Brignone gewohnt selbstkritisch. Das hier ist eine Art Neustart, und ich denke schon darüber nach, wie ich wieder schneller werden kann. Ich bin sehr zufrieden mit heute – es war ein bisschen wie das Eis zu brechen, aber ganz sicher gebe ich mich damit nicht zufrieden."

Jannik Sinner staunt über Brignone-Neustart

Das Märchen von Brignone reicht weit über den Ski Alpin hinaus. So erregte das Comeback der 37-maligen Weltcupsiegerin auch die Aufmerksamkeit von Tennis-Superstar Jannik Sinner.
Der Landsmann von Brignone, der zurzeit bei den Australian Open (18. Januar bis 1. Februar live und on-demand bei HBO Max) im Einsatz ist, hielt seine Begeisterung nicht zurück.
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"Ohne Worte!" Brignone überragt beim Comeback

Quelle: Eurosport

"Was Federica getan hat und weiterhin tut, um die Winterspiele erleben zu können, ist etwas Unglaubliches", wurde Sinner von der "Gazzetta dello Sport" zitiert. "Ich wünsche ihr nur das Beste, weil ich weiß, wie hart sie gearbeitet hat, wie sehr sie gelitten hat, wie viel Zeit sie in Rehabilitation und Fitnessstudio investiert hat."
Brignone habe "etwas Außergewöhnliches geschafft, das fast niemand schafft. Sie – genauso wie Sofia Goggia, die sich in der Vergangenheit ebenfalls schwer verletzt hatte – sind phänomenale Athletinnen. Ich kann ihnen nur das Allerbeste wünschen", schwärmte Sinner.

Brignone: Olympia ist das große Ziel

Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin ist Brignone schon, bei Olympischen Spielen reichte es bisher "nur" für Silber (Riesenslalom 2022) und Bronze (Riesenslalom 2018, Alpine Kombination 2022).
Die Frage, die sich nun stellt: Was ist Brignone nach der Fabelfahrt am Kronplatz in Cortina d'Ampezzo drin?
Zu irgendwelchen Träumen lässt sich die immerjunge Azzurra nicht verleiten. "Jetzt geht es für mich nach Cortina, dort werde ich Speed-Trainings absolvieren, um genauer zu verstehen, wo ich mich befinde", erläuterte sie. Ein Schritt nach dem anderen setzen sie und ihr Trainerteam.
So muss der Riesenslalom in Südtirol keineswegs die einzige Testfahrt vor den Winterspielen gewesen sein. "Wenn ich mich bei Sprüngen und in den Passagen über die Wellen wohlfühle, werden wir Crans-Montana in Betracht ziehen", spielte sie auf eine mögliche Teilnahme in der Schweiz (28. Januar bis 1. Februar) an.
Überstürzen will sie aber nichts. "Es war ein schwerer Weg bis hierher und auch schwierig sich mit so wenig Training darauf einzustellen. Ich bin mit wenigen Sicherheiten hier angekommen", bremste Brignone die Erwartungen ein. "Mir fehlen noch Abläufe und das Vertrauen, in schwierigen Momenten den Ski laufen zu lassen."
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Run of the Day: Scheib wird in Kronplatz zur Königin

Quelle: Vredestein


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