Ski-Weltcup-Finale: Verflixte Hundertstel kosten Emma Aicher wertvolle Punkte - Mikaela Shiffrin von Ausgangslage überrascht
VonThomas Gaber
Update 22/03/2026 um 22:52 GMT+1 Uhr
Emma Aicher bleibt auch beim Super-G in Kvitfjell das Hundertstel-Pech treu. Zum wiederholten Mal in dieser Saison verpasst die 22-Jährige eine bessere Platzierung nur um einen Wimpernschlag. Im Kampf um den Gesamtweltcup hat Mikaela Shiffrin nach den letzten beiden Speedrennen der Saison die besseren Karten - und ist davon selbst überrascht. Dagegen hadert Aicher etwas mit ihrer Leistung.
Abgeliefert im Super-G! Aicher erhöht Druck auf Shiffrin
Quelle: Eurosport
Kira Weidle-Winkelmann konnte zufrieden sein. Mit zwei dritten Plätzen in Abfahrt und Super-G beendete die 30-Jährige die Weltcupsaison 2025/26.
Weidle-Winkelmann war in Kvitfjell in beiden Rennen jeweils einen Hauch schneller als Emma Aicher - und nahm ausgerechnet ihrer Teamkollegin so wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup ab. In der Abfahrt am Samstag waren es zwölf Hundertstel, im Super-G am Sonntag lächerliche 0,01 Sekunden.
"Das tut mir natürlich ein bisschen leid für die Emma", gestand Weidle-Winkelmann. Die insgesamt 13 Hundertstel kosteten Aicher 25 Punkte im Duell mit Mikaela Shiffrin um die große Kristallkugel.
Vor den abschließenden Rennen in Slalom und Riesenslalom (Dienstag und Mittwoch im Liveticker und live im Stream bei HBO Max) liegt die US-Amerikanerin 45 Zähler vor Aicher - zu ihrer eigenen Überraschung.
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Nicht ihr Terrain: Shiffrin ohne Weltcuppunkte im Super-G
Quelle: Eurosport
Shiffrin: "Bin in einer besseren Ausgangslage als erwartet"
"Ich bin in einer besseren Ausgangslage als erwartet", räumte Shiffrin nach ihrem 22. Platz im Super-G, der ihr keine Punkte einbrachte, im "ZDF" ein. "Ich hatte gedacht, dass Emma hier die Führung im Gesamtweltcup übernimmt." Dem aber war aus zwei Gründen nicht so.
Aicher kam in Kvitfjell nicht an ihre Topleistung heran. "Es passt schon", resümierte die 22-Jährige gewohnt lakonisch nach den Dämpfern. "Ich habe nicht ganz durchgezogen und bin nicht nach Plan gefahren. Ich bin skifahrerisch nicht wirklich zufrieden. Es ginge viel besser." Statt der möglichen 200 Punkte aus Abfahrt und Super-G verbuchte Aicher "nur" 95.
Zum anderen bleibt dem deutschen Alpin-Juwel beim Weltcupfinale das Hundertstel-Pech treu. Alles begann bei den Olympischen Spielen in Cortina. In der Abfahrt verpasste Aicher die Goldmedaille um 0,04 Sekunden, in der Team-Kombi an der Seite von Weidle-Winkelmann den Olympiasieg um 0,05 Sekunden.
Bei der Abfahrt in Val di Fassa am ersten März-Wochenende betrug der Rückstand auf Siegerin Laura Pirovano dann nur noch eine Hundertstel oder umgerechnet 28 cm nach 2274 m Streckenlänge - verbunden mit 20 Weltcuppunkten weniger auf dem Konto.
Aicher neunmal auf dem Podest im Weltcup
In drei Rennen in Val di Fassa und Kvitfjell hat Aicher exakt die 45 Zähler eingebüßt, die ihr jetzt auf Shiffrin fehlen - wegen zusammengerechnet 14 Hundertstel. Und bei Olympia gab es wegen neun Hundertstel "nur" zweimal Silber.
Doch Aicher gibt nicht auf und hat die Erwartungen mit zwei Medaillen in Cortina, drei Weltcupsiegen und sechs weiteren Podestplätzen ohnehin schon übertroffen.
"Ich bin sehr zufrieden", betonte sie am Sonntag, "ich habe schon vor dem Wochenende gesagt: Alles, was noch passiert, ist ein Bonus. Vor dieser Saison war ich ja nirgends."
Jetzt fehlt nur noch, dass die verflixten Hundertstel auch mal auf Aichers Seite sind.
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Shiffrin: "Das zeigt mir, woran ich arbeiten muss"
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