Weltcupfinale Kvitfjell: Wie Laura Pirovano zum Glückspilz wurde - Duell mit Emma Aicher um Kristallkugel in Abfahrt

Beim Weltcup-Finale in Kvitfjell läuft alles auf einen Showdown um die kleine Kristallkugel in der Abfahrt zwischen Emma Aicher und Laura Pirovano hinaus. Während die deutsche Allrounderin eine Aufholjagd anpeilt, will ihre Kontrahentin die Erfolgswelle reiten und nach ihrem Doppelschlag im Val di Fassa den größten Coup ihrer Laufbahn einfahren. Doch wie viel Überraschung steckt in Pirovano?

Highlights: Pirovano gewinnt nächsten Hundertstel-Krimi - Aicher patzt

Quelle: Eurosport

Fünf der vergangenen acht Kristallkugeln in der Abfahrt gingen nach Italien. Am kommenden Samstag könnte Laura Pirovano im norwegischen Kvitfjell (ab 12:30 Uhr live im Stream auf HBO Max) das halbe Dutzend seit der Saison 2017/18 voll machen und in die Fußstapfen von Sofia Goggia und Federica Brignone treten.
Seit ihrem furiosen Doppelschlag im Val di Fassa vor rund zwei Wochen führt die Azzurra die Disziplinenwertung mit 436 Punkten an und geht als große Favoritin in die Entscheidung um die Krone in der Königsdisziplin.
Die Deutsche Emma Aicher (2./408) gilt als ihre ärgste Verfolgerin, dahinter müssen Kira Weidle-Winkelmann (4./351) und Cornelia Hütter (5./344) auf ein großes Wunder hoffen. Auf Platz drei liegt Lindsey Vonn (3./400), die aufgrund ihrer schweren Verletzung nicht mehr eingreifen kann. So viel zu den nackten Zahlen.
Das Speed-Wochenende im Fassatal warf aber die berechtigte Frage auf: Wie viel Überraschungspaket steckt nun in Pirovano? Ihr Werdegang weist darauf hin, dass die 28-Jährige im goldenen Moment zum Glückspilz wurde.

Pirovano-Konstanz zahlt sich endlich aus

"Ich kann nicht sagen, was sich verändert hat oder warum es vorher nie passiert ist. Wahrscheinlich ist einfach mal alles richtig gelaufen", wurde Pirovano nach ihrem Triumphzug im Val di Fassa in einer Pressemitteilung des italienischen Wintersportverbandes (FISI) zitiert.
In der ersten Abfahrt schlug Pirovano die deutsche Sieganwärterin Aicher um eine Hundertstelsekunde, nur einen Tag später war sie erneut lediglich eine Hundertstel schneller als die österreichische Zweite Cornelia Hütter.
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Eine Hundertstel entscheidet - Pirovano triumphiert in Abfahrt

Quelle: Eurosport

Klar: Als Trentinerin verspürte sie bei ihrem Heimspiel mehr Motivation als so manch andere Athletin, zudem fiel bei vielen Kontrahentinnen nach den Olympischen Spielen die Spannung ab. Der Doppelschlag war jedoch keineswegs ein Zufall.
"Ich glaube, das entschädigt mich für all die Male, in denen die Hundertstel gegen mich waren", sprach Pirovano ihre bis dahin laufende Pechsträhne an. Zuvor landete die Italienerin 29 Mal in den Top 10, für die Top 5 reichte es dabei in elf Fällen - ein Podest war ihr jedoch nie vergönnt gewesen.
"Meine Konstanz hat sich endlich ausgezahlt und das ist wunderschön", so die Riesenslalom-Juniorenweltmeisterin von 2017.

Pirovano und Aicher: Man weiß sich zu schätzen

Ein weiteres Indiz dafür, dass die beiden Siege von Pirovano nicht aus heiterem Himmel fielen, sind die Aussagen von Aicher selbst - vor dem Höhenflug im Val di Fassa.
"In den Speed-Disziplinen schaue ich mir gerne 'Lolli' (Laura Pirovano; Anm. d. Red.) an. Bei ihr sieht alles so leicht aus", schwärmte der sechs Jahre jüngere Shootingstar von Pirovano. "Es wirkt, als hätte sie immer einen klaren Plan und würde ihn genau umsetzen. Das ergibt einfach Sinn, was sie auf der Strecke macht."
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Emma Aicher, Laura Pirovano und Breezy Johnson (v.l.n.r.) nach der Weltcup-Abfahrt im Val di Fassa

Fotocredit: Getty Images

In Kvitfjell bahnt sich also ein waschechter Krimi an - und Ausrutscher sind nicht erlaubt.
Aufgrund der Tatsache, dass beim Saisonfinale nur die besten 15 Athletinnen Punkte erhalten, kann bei einem Abstand von 28 Zählern zwischen Pirovano und Aicher schon ein Fehler fatale Folgen haben.

Pirovano vs. Aicher: Gute Erinnerungen an Kvitfjell

Sowohl Pirovano als auch Aicher verbinden mit Kvitfjell positive Erinnerungen, wobei jene der deutschen Allrounderin zweifelsohne "gewichtiger" sind.
Vor fast genau einem Jahr fuhr Aicher im hohen Norden erstmals in ihrer Weltcup-Karriere auf das Podest und feierte nur einen Tag später ihren Debütsieg - und zwar jeweils in der Abfahrt.
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Sweet 16! Aicher feiert ersten Weltcuptriumph bei Siegerehrung

Quelle: Eurosport

Pirovano raste in Kvitfjell derweil vor elf Jahren zu ihrem allerersten Sieg im Europacup, vor zwei Jahren triumphierte sie dort in der FIS-Kategorie. Im Vergleich zu den Aicher-Erfolgen oder zu ihren eigenen im Fassatal vermeintlich unwichtig, trotzdem startet die Trentinerin mit einem zusätzlichen Wohlfühlfaktor in das wohl wichtigste Rennen ihrer Karriere.
Bevor es dazu kommt, stehen in der Nähe von Lillehammer aber noch zwei Abfahrtstrainings auf dem Programm. Am Donnerstag und Freitag sammeln Aicher und Pirovano die allerletzten Erfahrungen vor dem Showdown um die Kristallkugel.
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Run of the day: Shiffrin im Slalom in eigener Liga

Quelle: Vredestein


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