Mikaela Shiffrin offen über Sturz von Aleksander Aamodt Kilde - Norweger fürchtete, Bein zu verlieren

Der schwere Sturz von Aleksander Aamodt Kilde im vergangenen Januar bei der Abfahrt in Wengen versetzte die Ski-Welt in Schockstarre. Rund neun Monate später hat Mikaela Shiffrin einen tiefen Einblick in die ersten Stunden nach dem Unfall ihres norwegischen Verlobten gegeben. "Dieser Sturz hat mein Leben verändert", erklärte sie im Interview mit dem Schweizer "Tages-Anzeiger".

Kilde im Interview: “Zum ersten Mal die Folgen des Sports gespürt”

Quelle: Eurosport

Bei seinem Sturz im Ziel-S der Lauberhorn-Abfahrt war Kilde mit hohem Tempo in die Sicherheitsnetze geprallt. Dabei zog sich der Gesamtweltcupsieger von 2020 unter anderem eine tiefe Schnittwunde an der Wade und eine ausgekugelte Schulter zu.
Nach sieben Wochen im Rollstuhl quälte er sich mit kleinen "Babyschritten" in sein Leben zurück, kräftezehrende Fitness- und Athletikeinheiten prägten über Monate hinweg seinen Alltag.
Dabei immer an seiner Seite - seine Verlobte.
Auch für Shiffrin stellte der schreckliche Unfall in Wengen einen Einschnitt in ihrem Leben dar. Sie selbst zieht sogar Parallelen zum Tod ihres Vaters vor viereinhalb Jahren. "Da sind viele prägende Bilder zurückgeblieben. Bilder, verbunden mit Sorgen und Ängsten", schilderte die fünfmalige Gesamtweltcupsiegerin.
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Horrorsturz im Zielhang: Kilde kracht brachial in Fangzaun

Quelle: Eurosport

Shiffrin über Kilde: "lebensbedrohlicher Moment"

Nur wenige Stunden nach Kildes Sturz stand Shiffrin dem Norweger am Krankenbett zur Seite. Die Bilder, die sich vor ihr abspielten, hat sie noch klar vor Augen.
"Es standen zehn Chirurgen da, sie hatten alles versucht, um ihn wieder zusammenzuflicken", führte die 29-Jährige aus. "Es war alles sehr hektisch, und ich wusste: Das ist jetzt ein lebensbedrohlicher Moment."
Als Kilde schließlich aufwachte, wähnte sie die schwierigste Phase bereits hinter sich. "Doch dann wurde alles noch schlimmer", so Shiffrin. "Es wurde noch beängstigender."
So plagten Kilde "unglaubliche" Schmerzen in der Schulter, die verabreichten Medikamente bereiteten dem 32-Jährigen zusätzliche Probleme. Am meisten sorgte er sich aber um seine Beine.
"Er konnte sie nicht mehr fühlen", merkte Shiffrin an. "Wegen seiner Beine war er total verängstigt, so hatte ich ihn noch nie erlebt. Alex hatte Angst, nach unten zu schauen, weil er sich nicht sicher war, ob sein Bein überhaupt noch dran ist."
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Alpine - Downhill men - Saalsbach : interview Kilde in english

Quelle: Eurosport

Kilde muss sich mit Rückschlägen abfinden

Shiffrin habe ihm daraufhin Mut zugesprochen und versucht, ihm seine Ängste zu nehmen.
"Dann fragte er wie aus dem Nichts, ob seine Zwischenzeiten gut gewesen seien", erzählte sie. "Und kurz darauf schlief er wieder ein. Wegen des vielen Morphiums wirkte er wirr, so ging das eine Zeit lang." Darüber hinaus sei der 21-malige Weltcupsieger auch mehrmals ohnmächtig geworden.
Einige Tage später ging es für Kilde bereits wieder aufwärts, zwei Wochen nach seinem Sturz startete er in die Reha. "Es war für mich unglaublich, mit anzusehen, wie er danach Schritt für Schritt gemeistert hat", schwärmte Shiffrin.
Der Weg zurück in den Weltcup ist jedoch lang. Der zweimalige Gesamtsieger der Abfahrtswertung erlebe gute Tage, müsse sich aber auch regelmäßig mit Rückschlägen abfinden. "Es ist alles sehr herausfordernd", so Shiffrin.
Erst im August musste Kilde wieder ins Krankenhaus, da ihn eine Infektion in seiner operierten Schulter zurückwarf. "Es fühlt sich im Moment an wie eine unendliche Geschichte. Aber so ist es nun einmal", erklärte er in einem Video auf Instagram.

Stolze Shiffrin träumt vom Kilde-Comeback

Ihren Stolz auf den von Kilde bislang beschrittenen Weg bringt Shiffrin immer wieder zum Ausdruck - und hegt einen besonderen Traum.
"Ich träume vom Moment, wenn er im Starthaus steht", unterstrich sie. "Aleksander Kilde, diese brutale Kraft, so viel Persönlichkeit, er fährt los, und ich denke nur: Heilige Scheiße, er ist so schnell. Ich hoffe, ich und alle anderen dürfen das wieder erleben."
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Shiffrin über Kilde-Schock: "Ging um Leben und Tod"

Quelle: SNTV


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