Olympia 2026 - Ski Alpin: Vier Mal Gold?Marco Odermatt könnte Legenden Toni Sailer und Jean-Claude Killy übertreffen
VonThomas Gaber
Update 06/02/2026 um 10:22 GMT+1 Uhr
Marco Odermatt strebt bei Olympia 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo einen sagenhaften Rekord an: Als erster alpiner Athlet könnte der Schweizer vier Goldmedaillen gewinnen - der olympische Zeitplan macht dieses Unternehmen 2026 möglich. Für die Abfahrt am Samstag auf der Stelvio in Bormio hat der 28-jährige Superstar im zweiten Training das möglicherweise fehlende Puzzleteil gefunden.
Von Allmen mit Show-Einlage im Abfahrtstraining
Quelle: Eurosport
Auf seinen größten Fan muss Marco Odermatt bei Olympia verzichten. Götti Paul Odermatt, Marcos (Paten-)Onkel und Präsident seines Fanclubs, hat sich gegen die Reise in die Dolomiten entschieden - zu umständlich und zu kostspielig.
"Bormio ist für eine Tagesreise nicht um die Ecke und die Preise für Unterkünfte sind ganz schön happig. Außerdem findet man in der Nähe der Rennstrecken sowieso nichts", erzählt Paul Odermatt.
Der Fanclub macht es sich infolgedessen im Warmen gemütlich. "Wir haben ein Public Viewing in Luzern organisiert und drücken Marco so die Daumen", so Odermatt.
Bislang gingen die Anhänger des alpinen Superstars davon aus, sich während Olympia 2026 dreimal zum gemeinsamen Odi-Gucken zu treffen: Abfahrt am Samstag, Super-G am Mittwoch und Riesenslalom am übernächsten Samstag (alle Rennen live bei Eurosport und HBO Max). Doch ihr Liebling hat ein weiteres Event fest im Blick: die Team-Kombination kommenden Montag.
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Topstar Odermatt tastet sich im 1. Training an die Stelvio heran
Quelle: Eurosport
"Chance ist groß, dass ich in der Team-Kombi an den Start gehe"
"Ich habe mich definitiv noch nicht gegen den Start in der Team-Kombination entschieden", sagte Odermatt nach dem zweiten Abfahrtstraining dem Schweizer Boulevardblatt "Blick".
Im Nachsatz wurde er konkreter: "Diesmal passt mir die Team-Kombi viel besser ins Programm als noch bei der WM in Saalbach. Damals wurde dieser Wettkampf erst nach dem Super-G und der Abfahrt ausgetragen, deshalb wollte ich mich lieber auf den Riesenslalom vorbereiten."
Bei den Winterspielen findet der Team-Event indes zwischen den Speedrennen Abfahrt und Super-G-statt. Odermatt frohlockt: "Deshalb ist die Chance groß, dass ich am Start stehen werde. Definitiv entscheiden werde ich das aber erst nach der Abfahrt."
Übertrumpft Odermatt die Legenden Sailer und Killy?
Vor einem Jahr in Saalbach war Odermatt beim totalen Schweizer Triumph mit Gold, Silber und Bronze "nur" als Partytiger mit Halbglatze aufgefallen. Loïc Meillard wurde seinerzeit Weltmeister an der Seite von Franjo von Allmen, diesmal bekommt voraussichtlich Odermatt die Gelegenheit, mit seinem Buddy den Olympiasieg in der Team-Kombi zu jagen.
Für Odermatt würde sich das stramme Programm in Bormio damit noch erweitern, ihm aber gleichzeitig eine historische Chance eröffnen. In Abfahrt, Super-G und seiner Paradedisziplin Riesenslalom zählt er zu den Topfavoriten.
Drei Goldmedaillen bei einer olympischen Veranstaltung haben erst zwei alpine Athleten gewonnen: Toni Sailer 1956 in Cortina und Jean-Claude Killy 1968 in Garmisch-Partenkirchen.
58 Jahre nach Killys Coup schickt sich Odermatt an, zwei der größten Skifahrer der Geschichte zu überflügeln und seinen Superstar-Status zu zementieren.
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Blutiger Sturz: Hemetsberger fliegt im Abfahrtstraining ab
Quelle: Eurosport
Eurosport-Experte Ferstl: "Abfahrtsgold steht Odermatt zu"
Für Josef Ferstl braucht es dafür gar keine olympischen Rekorde mehr. "Marco ist für mich jetzt schon eine lebende Legende und einer der besten Skifahrer der Gegenwart. Er macht keine halben Sachen und will dieses Abfahrtsgold unbedingt - und irgendwie steht es ihm auch zu", sagte der Eurosport-Experte.
Olympiasieger in der Abfahrt - dieses Ziel steht bei Odermatt, abgesehen vom Triumph auf der Streif in Kitzbühel, über allen anderen. Weltmeister in der Königsdisziplin war er schon (2023), Olympiasieger auch: 2022 krönte er sich zum Riesenslalom-Champion.
"Klar, die Goldmedaille im Riesenslalom habe ich schon, deshalb würde ich die Abfahrt natürlich am liebsten nehmen – weil sie nach wie vor einfach die Königsdisziplin ist", sagte er auf einer Pressekonferenz in Cortina, gab sich aber auch demütig: "Ich glaube, wenn man eine Medaille bei Olympischen Spielen gewinnen kann, wo man alle vier Jahre nur die Chance hat, dann muss man einfach die nehmen, die es gibt." Odermatt selbst will also von Vierfachgold noch gar nicht sprechen, sein Fokus liegt zunächst auf dem Samstag.
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Odermatt: "Bei Olympia musst Du die Medaille nehmen, die es gibt"
Quelle: Eurosport
Viermal ging Abfahrtsgold bei Olympia bislang an die Eidgenossen, vor vier Jahren hieß der Sieger Beat Feuz. Dessen Nachfolger-Tipp? Natürlich ein Schweizer. "Ob Franjo von Allmen, Marco Odermatt oder Alexis Monney - einer wird's schon machen", unkte Feuz.
Allerdings meinte es die berüchtigte Stelvio in Bormio nicht wirklich gut mit den Schweizern. Vor Monneys Überraschungssieg im letzten Jahr trug sich lediglich noch Didier Defago 2011 in die Siegerliste der Weltcupabfahrt ein.
Training: Von Allmen zaubert, Odermatt findet ein Puzzleteil
Im Training pokerten die Favoriten wie üblich, von Allmen fand sogar Zeit für eine kleine Showeinlage. Odermatt landete im zweiten Probelauf am Donnerstag auf dem 23. Platz - und erhielt einen vielversprechenden Hinweis.
"Ich habe im Materialbereich etwas Neues probiert, aber das, was ich am Mittwoch an den Füßen hatte, hat mir besser gepasst", sagte er. Am Mittwoch war er mit angezogener Handbremse auf Rang vier gefahren. Dass Odermatt jetzt auch offensichtlich weiß, mit welchen Latten er das Unternehmen Gold in der Abfahrt angehen will, macht ihn noch ein bisschen gefährlicher für die Konkurrenz.
"Marco hat absolut das Potenzial auf einer Strecke, die ihm liegt, seine Geschichte weiterzuschreiben und eine olympische Goldmedaille in der Abfahrt in den Händen zu halten", schätzt Ferstl die Lage ein.
Odermatts Jagd nach den goldenen Rekordspielen beginnt am Samstag. Die Daumen der Fans sind gedrückt - auch wenn sie nicht live dabei sein können.
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Jocher auch im zweiten Abfahrtstraining unter den ersten 30
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