Lara Gut-Behrami stand vor der roten Wand, vor der sie als Führende warten musste, und ihr Grinsen wurde immer breiter. Sorgen waren unbegründet, denn keine der Läuferinnen, die nach ihr um die Medaillen im Super-G mitfahren wollten, kam auch nur annähernd an die Zeit der Schweizerin heran.
Und so krönte die Doppelweltmeisterin ihre großartige Karriere nach Bronze im Riesenslalom am Montag endlich mit dem ersten Olympiagold ihrer Karriere - sogleich beglückwünscht von IOC-Präsident Thomas Bach.
Bei der Siegerehrung flossen dann auch einige Tränen bei der 30-Jährigen.
Olympia - Ski Alpin
Goggia verzichtet auf Olympia-Super-G
10/02/2022 UM 06:30
Für Gut-Behrami war der Gold-Triumph im Super-G "nach diesem komplizierten Jahr" der emotionale Höhepunkt, wie sie selbst im "SRF" berichtete.
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Gold im Super-G: Gut-Behrami erfüllt sich Olympia-Traum

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Gut-Behrami: Gold nicht der größte Karriereerfolg

"Ich hatte immer das Gefühl, ich muss noch mehr beweisen. Ich habe jahrelang gekämpft. Jetzt sehe ich alles, was dazukommt, als Zugabe", erklärte die Schweizerin, die vor Peking bisher nur Bronze 2014 in Sotschi gewonnen hatte. Sie habe sich in den vergangenen Jahren "als Mensch beruhigt". Gut-Behrami meinte weiter: "Ich kann es akzeptieren, was mir die Leute sagen. Vielleicht konnte ich das früher nicht. Ich war oft zu hart mit mir selbst."
Dennoch sei dieser Erfolg bei Olympia nicht der größte Triumph ihrer Laufbahn: "Mich weiterzuentwickeln, zu realisieren, dass ich es für mich tue, weil ich Skifahren liebe. Das ist der größte Sieg meiner Karriere."
Neben Gut-Behrami fanden sich zwei Überraschungsgäste auf dem Podest ein: Mirjam Puchner (Österreich/+0,22 Sekunden) und Michelle Gisin (Schweiz/+0,30). Kira Weidle spielte in ihrer schwächeren Disziplin wie erwartet als 15. keine Rolle. Die mitfavorisierte Federica Brignone (Italien) kam nur auf Rang sieben, Mikaela Shiffrin (USA) nach ihren Ausfällen im Riesenslalom und Slalom auf Platz neun.
Snowboard-Königin Ester Ledecka, die vor vier Jahren in Pyeongchang sensationell auch zu Gold im Super-G gefahren war, belegte nach ihrem erneuten Olympiasieg auf einem Brett diesmal Rang fünf (+0,43). "Ich musste mich erst wieder daran erinnern, dass ich heute keine Snowboarderin mehr bin, sondern eine Skirennläuferin", sagte die Tschechin, die 2018 zunächst die versammelte Weltelite der alpinen Skirennläuferinnen düpiert hatte.

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Gut-Behrami auch in der Abfahrt Favoritin

Für ihre Nachfolgerin hatte Ledecka nur wenige, aber selbstverständlich lobende Worte übrig. "Sie ist eine großartige Skifahrerin", sagte sie, das erste Gold für Gut-Behrami bei Olympia sei daher "nur eine Frage der Zeit gewesen".
Tatsächlich hatte Gut-Behrami sehr lange warten müssen: Seit sie als 17-Jährige bei der WM in Val d'Isere zwei Silbermedaillen gewonnen hatte, galt sie als eine kommende Dominatorin der Szene.

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Erstmals Gold gewann Gut-Behrami aber erst bei der WM im vergangenen Februar in Cortina d'Ampezzo, als sie neben dem Super-G auch gleich noch den Riesenslalom für sich entschied. Dank dieser Vorleistung gelang ihr nun Einzigartiges: Noch nie, seit der Super-G 1988 olympisch wurde, fuhr eine Weltmeisterin in dieser Disziplin auch zum Olympiasieg. Für die Schweizerin war es die dritte Olympiamedaille: 2014 war sie Abfahrtsdritte geworden.
Für die Abfahrt ist Gut-Behrami ebenfalls favorisiert, für Kira Weidle (+1,15) war der Super-G nur ein Test für das Rennen in der alpinen Königsdisziplin am Dienstag. "Ich wollte ein Gefühl für die Abfahrt bekommen", sagte die Vizeweltmeisterin in der "ARD", das sei "teilweise" gut gegangen, "teilweise nicht so".
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(SID)

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