Ski-Weltcup in Schladming - Manuel Feller gesteht im Exklusiv-Interview: Mit Ryding-Taktik zum Sieg in Kitzbühel
Update 27/01/2026 um 08:31 GMT+1 Uhr
Am Sonntag feierte Manuel Feller seinen allerersten Weltcup-Sieg in Kitzbühel und beendete seine bisherige Durstrecke in dieser Saison. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg spricht der 33-jährige Österreicher über seinen Erfolg im Slalom und verrät, warum ausgerechnet ein Brite mitverantwortlich für seinen Kitz-Coupe war.
Kitz-Sieger Feller exklusiv: "Gams nicht zum Party machen geeignet"
Quelle: Eurosport
Nach seinem Slalom-Erfolg in Kitzbühel geht Manuel Feller auch beim Nachtslalom in Schladming (Mittwoch, 17:45 Uhr/20:45 Uhr im Liveticker) an den Start.
Besonders beim Nachtslalom am Mittwoch zählt er aufgrund seines Sieges am Ganslernhang in Kitzbühel zu den Mitfavoriten.
Am Ganslernhang holte sich der Österreicher nicht nur seinen allerersten Weltcup-Sieg in Kitzbühel, sondern auch seine erste Podiumsplatzierung der Saison.
Seine Erfolgstaktik hat sich der 33-Jährige teilweise von einem britischen Kollegen abgeholt, der 2022 in Kitzbühel triumphierte, wie er im Exklusiv-Interview mit Viktoria Rebensburg erklärt.
Viktoria Rebensburg: Manuel, wie geht es dir nach deinem Kitzbühel-Sieg und wie geht es deiner Gams (Siegertrophäe, Anm. d. Red.)?
Manuel Feller: Mir geht es soweit ganz gut, würde ich sagen. Die Gams hat es allerdings nicht überlebt. Das Ding ist ein bisschen filigran, es ist nicht zum Partymachen geeignet. Aber es geht ja schlussendlich nicht um die Trophäe. Man sagt zwar immer, 'Ich will die Gams', aber im Großen und Ganzen geht es um einen Moment und der war einfach unglaublich schön.
Rebensburg: Kannst du deinen Renntag noch einmal für uns Revue passieren lassen?
Feller: In der Früh war noch ein bisschen Unsicherheit da, weil ich davon ausgegangen bin, dass es richtig glatt ist. Deswegen habe ich mich bei der Auslosung gefreut, dass ich Startnummer 15 habe, weil das ein bisschen mehr Grip bedeutet. Dann habe ich bei der Besichtigung aber gleich gemerkt, dass das vielleicht doch nicht so gut ist. Auch, als ich bei den ersten Läufern zugeschaut habe, habe ich mir gedacht, "Okay, da kommen nicht mehr viele an die Startnummer eins heran. Da haben wir wieder mal richtig Glück gehabt". In letzter Zeit habe ich mit den Nummern echt nicht so viel Glück gehabt. Aber beim Fahren habe ich dann gleich gemerkt, dass ich mich relativ wohlfühle. Gestern habe ich schon erwähnt, dass ich im ersten Durchgang ein bisschen überrascht war, dass die Zeit so gut war. Für mich war es einfach ein Standardlauf. Was vor dem ersten Durchgang schon ein bisschen komisch war; ich war in Kitzbühel noch nie so wenig nervös. Und da habe ich mich gefragt, ob das überhaupt gut ist, weil es soll ja schon kribbeln. Dafür war ich vor dem zweiten Durchgang dann extrem nervös.
- Der Riesenslalom in Schladming, Dienstag, 27. Januar 2026 17:45/20:45 Uhr im Liveticker
Rebensburg: Was ist im Rückblick der Code gewesen, mit dem Du den Ganslernhang entschlüsselt hast?
Feller: Nicht mehr wollen, als nötig. Also für mich ist Dave Ryding ein Paradebeispiel. Er riskiert nie übertrieben viel, egal wo. Aber technisch fährt er immer extrem sauber Ski und war auf dem Hang immer schnell. Es hat mir ein bisschen für meine Taktik geholfen. Ich habe mich einfach auf ein solides und stabiles Skifahren konzentriert: Ein paar Schwünge ganz bewusst gefahren, einen ganz schnellen Wechsel auf den linken Ski gemacht, damit die Ski immer in der Vorlinie sind. Ich glaube, vor allem die letzte Passage war zweimal richtig, richtig gut. Die letzte Passage bin ich zweimal genauso gefahren, wie ich sie fahren wollte. Im Steilhang habe ich mich eigentlich gar nicht so wohlgefühlt, aber ich glaube, Wohlfühlen tut sich in Kitzbühel niemand.
Rebensburg: Es folgt gleich das nächste Highlight mit Schladming. Wie liegt dir das Nightrace?
Feller: In Schladming habe ich schon zwei Podien und ein paar Top-5-Ergebnisse. Ich weiß, wie man dort schnell Ski fährt. Aber natürlich ist jetzt in gewisser Hinsicht der Druck wieder höher. Wobei ich mir selbst immer Druck auferlege. Ich weiß: wenn ich das Skifahren zeige, das ich kann - und das will ich natürlich - dann reicht das auch für eine Top-Platzierung. Ich versuche, einfach den Auftrieb von Kitzbühel und die positiven Sachen mitzunehmen. Ansonsten werde ich mir wie immer einen Plan nach der Besichtigung zurechtlegen und mein Bestes geben.
Rebensburg: Du hast gesagt, du weißt, was es bedeutet, hier schnell zu fahren. Was heißt das konkret?
Feller: Es ist definitiv mehr zum Attackieren als Kitzbühel, weniger zum Taktieren. Außer du hast so einen schweren Lauf wie das letzte Jahr im zweiten Durchgang, dann ist immer ein bisschen zu improvisieren. Aber ansonsten heißt es vom Start bis zur Steilhang-Einfahrt schon mal voll drauflosfahren und im Steilhang einen soliden Part machen. Und auch ein gutes Finish ist in Schladming immer sehr, sehr wichtig.
Rebensburg: Dann alles Gute dafür!
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/01/25/image-1f1160dd-f276-4106-88a3-ffc26964eb46-85-2560-1440.jpeg)
"Sensationelle Fahrt": Straßer rast von zehn aufs Podest
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung