Mikaela Shiffrin feiert beim Slalom in Sestriere ihren historischen 100. Weltcup-Sieg - wie Phönix aus der Asche
Update 24/02/2025 um 08:15 GMT+1 Uhr
Mit dem 100. Weltcup-Sieg beim Slalom in Sestriere hat sich Mikaela Shiffrin endgültig ins Geschichtsbuch des Sports eingetragen. Für die 29-Jährige bedeutet der Triumph weit mehr als die reine Zahl - erst am Vortag hatte Shiffrin im Riesenslalom ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Diese Tatsache, eine schwere Verletzung und mentale Probleme machen ihren Coup umso beeindruckender.
Für die Ewigkeit! Hier fährt Shiffrin ins Geschichtsbuch des Sports
Quelle: Eurosport
Als Mikaela Shiffrin wie Phoenix aus der Asche zu ihrem 100. Sieg im Weltcup aufgestiegen war und alle Kritiker Lügen gestraft hatte, war ihr die historische Bedeutung des Augenblicks zunächst mal gar nicht bewusst.
Wie üblich blickte sie rasch hinüber auf die Anzeigetafel, drehte sich ungerührt wieder weg, zuckte kurz zusammen, schaute noch einmal hin - und begriff endlich!
In ihrem Gesicht machte sich Ungläubigkeit breit, dann sank sie überwältigt von ihren Gefühlen zu Boden.
Das Publikum im italienischen Sestriere feierte Shiffrin, sie selbst wurde erst von Weinkrämpfen geschüttelt, ehe sie Worte der Dankbarkeit hervorpresste.
Shiffrin: "Großartiger Tag inmitten schwerer Monate"
"Ich habe mich während der vergangenen Wochen so oft gefragt, ob es richtig ist, zurückzukommen", erklärte Mikaela Shiffrin mit Tränen in den Augen im Eurosport-Interview. "Das heute ist für mich ein großartiger Tag inmitten sehr schwerer Monate", so die 100-malige Weltcupsiegerin. In der Tat: Shiffrin fuhr souverän wie in besten Tagen zum 100. Sieg, ihrem 63. in einem Slalom.
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Alpin Skiing - Slalom - Sestriere - Interview - Shiffrin (100 wins)
Quelle: Eurosport
Danach hatte es in den vergangenen beiden Tagen nicht ausgesehen. Im ersten Riesenslalom am Freitag belegte die verunsicherte Skikönigin nur Rang 25 - so schlecht war sie in dieser Disziplin seit März 2014 nicht mehr gewesen.
Shiffrin nach Riesenslalom: "Das bin gerade nicht ich"
Im zweiten Riesenslalom kam es dann noch schlimmer für Shiffrin: Sie verpasste die Teilnahme am zweiten Lauf, das war ihr zuletzt im Oktober 2012 passiert. "Das bin gerade nicht ich", sagte sie anschließend.
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Da bleibt kein Auge trocken: Shiffrin von Emotionen überwältigt
Quelle: Eurosport
"Wenn ich den anderen Frauen dabei zuschaue, wie stark sie fahren - Federica Brignone, Alice Robinson, Lara Gut-Behrami - wie selbstsicher sie sind. Dann merke ich: Da bin ich noch nicht. Der Berg, den ich noch vor mir habe, ist steil", führte Shiffrin am Eurosport-Mikrofon aus. "Wenn ich zurück zu meinem Leistungsniveau finden sollte, freue ich mich sehr. Jetzt bin ich erst einmal dankbar für diesen besonderen Tag."
Der Sieg im Slalom gebe ihr "Zuversicht, dass ich vielleicht irgendwann wieder gut bin", fügte Shiffrin mit brüchiger Stimme hinzu. Es war der Ausnahmesportlerin bei jedem Satz anzumerken, wie tief bewegt sie war.
Shiffrin: Angst, aus dem Starthaus zu fahren
Die Selbstzweifel im Riesenslalom, in dem Shiffrin immerhin 22 ihrer nun 100 Weltcup-Siege feierte, sind eine Nachwirkung ihres schweren Sturzes von Killington (USA) Ende November. Wegen "posttraumatischer Probleme" hatte sie in Saalbach deshalb das WM-Rennen in dieser Disziplin ausgelassen.
Auf "Instagram" bekannte die 29-Jährige, dass ihr das schnelle Tempo im Riesentorlauf Probleme bereite: "Die Erkenntnis, wie viel Angst ich vor einer Veranstaltung habe, die ich noch vor zwei Monaten so geliebt habe, hat mir die Seele zermalmt."
Es sei ein "großer Schritt" gewesen, überhaupt aus dem Starthaus zu fahren, sagte Shiffrin in Sestriere über ihren ersten Start im Riesenslalom seit November. "Im Slalom", fügte sie an, "fühlt sich das natürlicher an".
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Highlights: Shiffrin feiert historischen 100. Weltcup-Sieg
Quelle: Eurosport
Shiffrin deutlich vor Stenmark und Vonn
Dort fuhr Shiffrin am Sonntag schon wieder wie zu besten Zeiten. Hatte sie nach dem ersten Lauf nur knapp geführt, baute sie im Finale ihren Vorsprung auf die Kroatin Zrinka Ljutic auf 0,61 Sekunden aus, US-Teamkollegin Paula Moltzan wurde Dritte (+0,64).
"Richtig stark. Bei solchen Bedingungen so eine Zeit hinzulegen, ist großartig", sagte Lena Dürr, die den siebten Rang belegte, über Shiffrin in der "ARD". Emma Aicher erzielte als Sechste ihr bestes Slalom-Resultat.
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Shiffrin ringt mit den Worten: "Muss ich erst verarbeiten"
Quelle: Eurosport
Shiffrin liegt bei der Gesamtzahl an Erfolgen im Weltcup längst klar vorne - im alpinen Skirennsport aber ist die Marke von 100 Siegen noch nie erreicht worden. Hinter dem US-Star folgen Schwedens Ikone Ingemar Stenmark (86) sowie Lindsey Vonn (82).
Shiffrin: "habe immer nur von guten Schwüngen geträumt"
"Sie wird die Erste sein, die 100 Weltcup-Rennen gewinnen wird", hatte Stenmark schon vor zwei Jahren in einem Interview mit der "SZ" prophezeit. Seit Sonntag muss sich Stenmark nun auch seinen Rekord von 155 Fahrten auf das Podium mit Shiffrin teilen.
Ob sie jemals von dieser Zahl geträumt hatte, als sie ihre Karriere begann, wurde Shiffrin im Interview bei Eurosport gefragt.
Ihre Antwort fiel so bescheiden wie bezeichnend aus: "Im Leben nicht. Diese Zahl ist einfach zu groß, zu unwirklich. Ich habe immer nur von guten Schwüngen geträumt, dieser Traum ist groß genug für mich."
Am Ende dieses Traums ist Shiffrin die erfolgreichste Skifahrerin der Geschichte - und es scheint schwer vorstellbar, dass jemals jemand ihren Rekord brechen könnte.
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(mit SID)
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Dürr kämpft sich ins Ziel und fährt Top-Ten-Ergebnis ein
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