Ski-Stars rebellieren gegen FIS: Weltverband lehnt Angebot von 400 Millionen Euro ab - Beschwerde nach Alleingang

Ein abgelehntes Millionen-Angebot und ein Brief von Größen wie Marco Odermatt und Mikaela Shiffrin - abseits der eisigen Pisten des Weltcups gibt es zurzeit mächtig Aufruhr. Der Internationale Skiverband (FIS) hat für seinen Alleingang in den Verhandlungen rund um die Vermarktungsrechte des alpinen Skisports deutliche Kritik abbekommen. Im Raum stehen Investitionen von 400 Millionen Euro.

Johan Eliasch steht in der Kritik

Fotocredit: Getty Images

In der vergangenen Woche ging bei der FIS ein Angebot des luxemburgischen Investmentunternehmens "CVC" ein. Die Offerte, die unter dem Namen "Project Snow" unterbreitet wurde, hätte dem Weltverband in den kommenden drei bis fünf Jahren insgesamt 400 Millionen Euro eingebracht.
Die FIS hätte dabei laut einem Bericht des Schweizer "Blick" keineswegs ihre Verantwortung abgegeben, sondern dem möglichen Partner eine 20-prozentige Beteiligung an den kommerziellen Rechten abgetreten.
Bei einer Zusammenarbeit würde ein deutliches Wachstum angestrebt werden, "CVC" schätzte den Werbewert des Skisports auf etwa zwei Milliarden Euro - eine neue Dimension für den alpinen Bereich.
Doch der umstrittene FIS-Präsident Johan Eliasch entschied sich für einen Alleingang, ließ das Angebot über seine Assistentin absagen und löste damit einen regelrechten Wirbel aus.

Odermatt, Shiffrin und Co. setzen sich zur Wehr

Wie der "Blick" berichtet, erhielt die FIS nun nämlich ein zweites Schreiben - dieses Mal aus den eigenen Reihen. Neben einigen FIS-Kongressmitgliedern und ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer ist es vor allem den Superstars rund um Marco Odermatt, Mikaela Shiffrin und Lara Gut-Behrami ein besonders Anliegen, sich mit dem Angebot noch einmal intensiver zu befassen.
"Wir sind nicht der Meinung, dass viele der im 'CVC'-Vorschlag skizzierten Aufgaben im Rahmen der globalen FIS-Strategie bereits abgeschlossen sind", heißt es in dem Schreiben, das dem "Blick" vorliegt und von insgesamt 59 Personen unterzeichnet wurde. Darin wird auch ein "konstruktiver Dialog" zwischen den Parteien eingefordert.
Dieser soll am Montag in ersten Zügen stattfinden. Die FIS dürfte sich in dieser Hinsicht aber als stur erweisen.

FIS sieht keinen Bedarf für zusätzliche Mittel

Die Zentralisierung der Vermarktungsrechte ist nämlich seit geraumer Zeit ein besonderes Anliegen des Weltverbandes, welches er nur zu gerne gemeinsam mit dem Unternehmen "Infront" anpacken will.
Darüber hinaus sieht sich der Verband laut eines eigenen Schreibens nicht auf die zusätzlichen Geldmittel seitens "CVC" angewiesen. "Die FIS ist sehr gut kapitalisiert und hat derzeit keinen Bedarf an weiteren Mitteln, um ihre strategischen Pläne umzusetzen", heißt es.
Der alpine Skisport hat aktuell mit finanziellen Problemen zu kämpfen, besonders die geringen Preisgelder im Weltcup sind seit einigen Jahren ein heißes Thema. Bei seinem Amtsantritt vor etwa drei Jahren versprach Eliasch Besserung: "Das Ziel müssen Preisgelder wie im Tennis sein", erklärte er damals. Auch deshalb brachte ihm nun der jüngste Alleingang Kritik ein.
"CVC" hat bereits Erfahrung mit der Vermarktung von großen Sportmarken. Neben der Formel 1 arbeitete das Unternehmen bereits auch im Tennis mit der WTA Tour und im Fußball mit La Liga und der Ligue 1. Außerdem hatten die Luxemburger Interesse an der Bundesliga.
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Quelle: Eurosport


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