Ski-WM 2023: Odermatt leckt nach Super-G seine Wunden - Didier Cuche sieht "Wirrwarr im Kopf"

Marco Odermatt gehörte bei der Ski-WM 2023 im Super-G als Vierter zu den Verlierern. Der Gesamtweltcupführende aus der Schweiz fuhr mit der Startnummer sieben zwar Bestzeit, musste dann aber zusehen, wie direkt im Anschluss Alexis Pinturault (3.), Aleksander Aamodt Kilde (2.) und James Crawford (1.) an ihm vorbeizogen. Die Stimmung war danach entsprechend schlecht.

World Championships : Courchevel : Interview of Marco Odermatt (ENG)

Quelle: Eurosport

0,11 Hundertstel fehlten Marco Odermatt im Super-G der Ski-WM 2023 in Courchevel zu Edelmetall - entsprechend groß war der Ärger beim Schweizer Ski-Dominator.
"Super-Frust für Odermatt im Super-G", titelt der Schweizer "Blick".
"Wenn du die Goldmedaille gewinnen willst und Vierter wirst, dann bist du nicht zufrieden", sagte er bei Eurosport geknickt: "Es war kein schlechtes Rennen, aber drei andere waren einfach schneller."
Odermatt kennt das Gefühl bereits - 2021 war er bei der WM in Cortina d'Ampezzo Vierter in der Abfahrt.

Drei schneller als Odermatt

Auch wenn ihn vor der WM Knieprobleme plagten und er ein paar Tage mit dem Training kürzertreten musste - als Führender im Super-G-Weltcup hätte sich Odermatt nun zumindest seine erste WM-Medaille erhofft.
Vier der sechs bisherigen Saisonrennen hatte er gewonnen, war nie schlechter als Dritter gewesen - bis am Donnerstag hintereinander Alexis Pinturault (+0,26), Aleksander Aamodt Kilde (+0,01) und Sieger James Crawford (1:07,22 Minuten) noch schneller fuhren als er.
"Es fühlt sich nicht so gut an", sagte er nach dem Rennen laut "Blick": "Seit einer halben Stunde bin ich mich am Rechtfertigen, daher hatte ich noch keine Zeit, um meine Fahrt anzuschauen."

Odermatt zu passiv im oberen Teil

Seine Medaillenchancen verschenkte der Schweizer wohl im oberen Teil - im ersten Sektor fuhr er nur die elfschnellste Zeit, im zweiten die neuntschnellste. Nur unten war er stark (3.), doch trotz höchster Endgeschwindigkeit kurz vor dem Ziel (113,03 km/h) fehlten am Ende elf Hundertstel auf Pinturault und die Medaille.
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Odermatt fährt zunächst Bestzeit - aber das reicht nicht

Quelle: Eurosport

Auf Sieger Crawford waren es auch nur 0,37 Sekunden Rückstand. "Es ist der kürzeste Super-G im ganzen Jahr. Und wenn man da kleine Fehler macht, ist die Zeit schnell weg", sagte er im "ZDF".
So sah es auch der Liechtensteiner TV-Experte Marco Büchel. "Ich habe das Rennen mehrmals analysiert, Odermatt hat keinen einzigen Fahrfehler gemacht. Aber er hat ein, zwei Prozent zu wenig riskiert. Und das kannst du dir in einem so verdammt kurzen Super-G nicht erlauben", meinte der "ZDF"-Mann.

Wechsel im Materialbereich

Eine Einsicht, die auch Odermatt später überkam. "Ich habe in den letzten Wochen ein paar Mal gemerkt, dass ich auch gewinnen kann, wenn ich ein Prozent weniger riskiere. Aber in diesem Fall hat es definitiv nicht funktioniert", sagte er selbstkritisch.
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Highlights: Crawford toppt Kilde, Pinturault und Odermatt

Quelle: Eurosport

Ein Grund dafür lag wohl auch im Materialbereich. Odermatt verriet, dass er nach seinem Super-G-Trainingslauf in der Kombination am Dienstag "einen Wechsel im Schuhbereich vorgenommen" habe - mit negativem Effekt. "Ich hatte damit ein gutes Gefühl, aber wahrscheinlich dadurch auch ein bis zwei Zehntel weniger Grund-Speed", so der 25-Jährige.
Mit der Enttäuschung eines verpatzten WM-Auftakts muss der Schweizer nun zurechtkommen. "Ich kann nachfühlen, was in ihm abgeht. Vor der Olympia-Abfahrt 2010 haben von mir auch alle die Gold-Medaille erwartet", sagte Ex-Skirennläufer Didier Cuche laut "Blick".

Cuche: "Wirrwarr im Kopf"

"Dabei ist Marco in meinen Augen ein wirklich gutes Rennen gefahren", fuhr Cuche fort: "Aber es ist halt einfach so, dass du als Top-Favorit vor einem so wichtigen Rennen kaum zur Ruhe kommst."
Im Vorfeld in Interviews "unzählige Male dieselbe Aussage wiederholen" zu müssen, mache einen "mental müde", behauptete Cuche.
"Dadurch entsteht ein Wirrwarr im Kopf und darum findet man im Rennen nicht immer das richtige Rezept. Und auch deshalb gewinnen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen immer wieder Außenseiter", meinte der 48-Jährige.
Odermatts nächste Chance kommt nun am Sonntag in der Abfahrt (11:00 Uhr live bei Eurosport und discovery+). "Ich glaube, ich habe schon etwa 20 Weltcuprennen gewonnen", sagte der Schweizer: "Daher: Früher oder später kommt die WM-Medaille."
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"Kein Löschblatt dazwischen!" Reichelt blickt auf Kilde/Crawford

Quelle: Eurosport

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