Ski-WM 2023 - Ukrainer Ivan Kovbasnyuk: "Daheim sterben Familienmitglieder und Freunde von mir"
Ivan Kovbasnyuk tritt bei der Alpinen Ski-WM 2023 in Méribel und Courchevel für die kriegserschütterte Ukraine an - und ist mit seinen Gedanken logischerweise in der Heimat. Im Gespräch mit der österreichischen "Krone" erzählt der 29 Jahre alte Abfahrer, wie es ihm dabei geht - und dass er möglicherweise nach der WM auch in den Verteidigungskrieg gegen Russland ziehen muss.
Ski-WM 2023: Ivan Kovbasnyuk tritt für die Ukraine an
Fotocredit: Getty Images
"Ich bin stolz, mein Land hier zu vertreten, aber es ist unglaublich schwer für mich, hier meinen Job zu machen", sagte Ivan Kovbasnyuk am Rande der Ski-WM 2023 in Courchevel der "Krone".
Der Ukrainer ist einer der wenigen Skifahrer und Skifahrerinnen seines Landes, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen dürfen. In der Alpinen Kombination trat er an, schied nach Rang 44 im Super-G dann aber im Slalom aus. Am Donnerstag belegte er im Super-G den 43. Rang.
Seine Gedanken sind logischerweise nicht ganz bei der Sache. "Während ich hier fahre, sterben daheim Familienmitglieder und Freunde von mir", wird er zitiert.
Nach Informationen der österreichischen Zeitung ist Kovbasnyuk, der normalerweise zweitklassige European-Cup- und drittklassige FIS-Rennen fährt, ebenfalls Teil der ukrainischen Armee.
Kovbasnyuk rechnet mit Einberufung
Nur wegen einer Ausnahmeregelung für Sportler wurde der 29-Jährige bisher nicht eingezogen. Das kann aber noch passieren. "Der Krieg wird leider noch lange dauern. Ich bin sicher, dass auch ich bald auf dem Schlachtfeld stehen werde", sagte er.
Kovbasnyuk, Sohn einer Skilehrerin, steht auf Skiern, seit er drei Jahre alt ist. Der Ukrainer ist seit 2009 im Ski-Zirkus unterwegs. Für ihn ist es bereits die sechste Ski-Weltmeisterschaft - 2019 nahm er sogar an fünf verschiedenen Disziplinen teil. Sein bestes WM-Ergebnis war 2021 ein 30. Rang im Slalom.
Für die Ukraine trat er zudem bei den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang und 2022 in Peking an (bestes Resultat: 14. in der Kombination 2022).
Kovbasnyuk gegen Teilnahme russischer Sportler
Dass russische und belarussische Sportler derzeit von Ski- und Olympischen Wettbewerben ausgeschlossen sind, findet er richtig und sollte auch so bleiben.
"Sie unterstützen mit ihrem Schweigen und Antreten das Putin-Regime", meint Kovbasnyuk, der seit Kriegsausbruch vorrangig im Kaunertal in Tirol trainiert.
In Courchevel bereitet sich der 29-Jährige gerade auf die Abfahrt am Sonntag (11:00 Uhr live bei Eurosport und discovery+) vor. "Dabei sein" ist für ihn definitiv alles - im ersten Training wurde er 53. von 54 Startern.
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Quelle: Eurosport
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