Ski-WM: Abfahrts-Sensation nach Sperre - Breezy Johnson siegt in Saalbach und holt Gold mit Beigeschmack

Die US-Amerikanerin Breezy Johnson hat bei der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm die Konkurrenz in der Abfahrt überraschend stehen lassen und ihren ersten Sieg als Profi mit der Goldmedaille garniert. Dieser Sieg hat angesichts ihrer Vorgeschichte aber einen Beigeschmack. Emma Aicher konnte - trotz der hohen Startnummer 30 - an ihre gute Leistung im Super-G anknüpfen und wurde erneut Sechste.

Highlights: Johnson schockt Konkurrenz mit Nummer eins

Quelle: Eurosport

Als sich Emma Aicher mit der Startnummer 30 endlich aus dem Starthaus schob, da rutschte Breezy Johnson noch einmal unruhig auf ihrem roten Sitz der Führenden herum. Und tatsächlich: Noch bei "Halbzeit" lag die 21 Jahre alte deutsche Hoffnungsträgerin gleichauf mit der Amerikanerin, eine halbe Minute später raste sie mit knappem Rückstand auf den sechsten Rang - und riss begeistert die Faust nach oben. Johnson, als Erste gestartet, brach überwältigt von ihren Gefühlen in Tränen aus.
Es hätte bei strahlendem Sonnenschein am Zwölferkogel auch der Tag der Emma Aicher werden können. Allerdings: Ihre miserable Startnummer und die nachlassende Piste verhinderten eine Sensation, zumindest eine Medaille, an der sie nur um 0,27 Sekunden vorbeifuhr.
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Siegerin Johnson war für 14 Monate gesperrt

Hinter Johnson, die erst im Dezember aus einer 14-monatigen Dopingsperre zurückgekommen war, platzierte sich die Österreicherin Mirjam Puchner, bei Olympia 2022 bereits Zweite im Super-G (+0,15 Sekunden). Dritte wurde Multi-Athletin Ester Ledecka (+0,21), die nach dreimal Gold bei Olympia (2018 und 2022 im Snowboard, 2018 im Super-G) ihre erste Medaille bei einer alpinen Ski-WM gewann.
Eine der ersten Gratulantinnen bei der völlig aufgelösten Johnson war Lindsey Vonn, die mit Startnummer 21 auf Rang 15 Landete (+1,64.). "Crazy", entfuhr es der neuen Weltmeisterin mit bebender Stimme. Verrückt auch, dass keine der Topfavoritinnen auf der Hochgeschwindigkeitspiste "Ulli Maier" den Medaillen nahe kam.
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Vonn upbeat with progress as she sets sights on 2026 Winter Olympics

Quelle: Eurosport

Für Johnson, erste US-Weltmeisterin in der Abfahrt seit Vonn 2009, war es ein Tag der großen Glücksgefühle - nur allzu verständlich nach ihrer Vorgeschichte. Weil sie innerhalb von zwölf Monaten drei Dopingkontrollen verpasst hatte, war die 29-Jährige im Oktober 2023 gesperrt worden. Der US-Kontrollagentur USADA hatte sie ihren Aufenthaltsort nicht mitgeteilt. Erst seit Dezember fährt Johnson wieder im Weltcup, wo sie noch nie ein Rennen gewonnen hat.
"Es war sehr herausfordernd", berichtete Johnson im Dezember über ihre Rennpause. Sie war auf sich alleine gestellt, ehe sie wieder starten durfte, auch finanziell: "Ich musste rund 200.000 Dollar aufbringen." Für Gold erhält Johnson nun immerhin ein Preisgeld von umgerechnet rund 63.000 Dollar.
(SID)
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Johnson siegt mit Startnummer eins: "Wusste, dass es gut war"

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