Ski-WM: Lena Dürr wirft Medaille in Team-Kombination weg - Tränen nach Slalom-Drama, Deutscher Skiverband angeschlagen
Update 11/02/2025 um 18:12 GMT+1 Uhr
In der Team-Kombination bei der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm erlebt der Deutsche Skiverband (DSV) ein regelrechtes Drama. Emma Aicher hatte in der Abfahrt die nahezu perfekte Ausgangslage für Lena Dürr geschaffen. Letztere patzte im Slalom folgenschwer und vergab so die erhoffte Medaille. Im Ziel flossen anschließend Tränen, auch DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier gab sich merklich enttäuscht.
Dürr und Aicher exklusiv zum WM-Drama: "Bin stocksauer"
Quelle: Eurosport
Lena Dürr warf wutentbrannt ihren Stock in den Schnee, Emma Aicher drehte sich vor Enttäuschung weg und Sportdirektor Wolfgang Maier winkte frustriert ab. Die erste Medaille für die deutschen Alpinen war zum Greifen nah, sogar Gold nicht ausgeschlossen. Am Ende aber stand das deutsche Duo in der neuen, spannenden Team-Kombination bei der WM in Saalbach-Hinterglemm mit leeren Händen da - und Dürr mit feuchten Augen: Tränen statt Triumph, nur Rang 17 statt Siegerehrung.
"Ich bin richtig enttäuscht. Wenn man jemand anderen mit reinzieht, tut das doppelt weh", sagte die aufgebrachte Dürr, die im Slalom schwer patzte und sogar fast ausschied anschließend in der Mixed Zone. Aicher, die das Duo in der Abfahrt mit der zweitbesten Zeit auf Medaillenkurs gebracht hatte und von Gold träumen ließ, nahm ihre weinende Teamkollegin erst mal in den Arm. Dann stellte sie wie üblich gelassen fest: "Passiert halt, sie hat alles versucht. Abhaken, weitermachen."
Weil nach Dürr auch Paula Moltzan für Team USA 2 patzte und mit Abfahrerin Lauren Macuga von Rang eins auf Rang vier zurückfiel, war der Weg frei für die Ski-Königin: Mikaela Shiffrin, die sich kurzfristig für einen Start mit Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson entschieden hatte, gewann von Rang vier aus ihr achtes WM-Gold.
Für Team Deutschland 1 dagegen war alles angerichtet durch Aicher, die am Vormittag für Dürr ein Polster von 0,28 Sekunden auf den vierten Platz herausgefahren hatte. Auch Dürr hielt zunächst Kurs, dann patzte sie an einem Übergang. "Das passiert mir selten", sagte die 33 Jahre alte Münchnerin und bekannte mit wässrigen Augen: "Ich habe gehofft, dass wir uns unten doppelt freuen können und nicht doppelt leiden müssen, aber ... ohhhh, jetzt ist es schon passiert." Dann weinte sie.
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Shiffrin is back! Superstar führt ihr Team von Platz vier zu Gold
Quelle: Eurosport
Maier enttäuscht: "Haben eben nicht performt"
Der Frust über das verpasste Edelmetall droht lange nachzuhallen. Nie war die Medaillenchance bei der WM in Saalbach größer als in der Team-Kombination der Damen. Größer wird sie wohl auch nicht mehr werden.
In der Auftaktwoche mit den Speedrennen wusste lediglich die junge und erfrischende Aicher zu überzeugen. Kira Weidle-Winkelmann, 2021 noch Vize-Weltmeisterin in der Abfahrt, enttäuschte in den Einzelrennen hingegen genauso wie ihre männlichen Mannschaftskollegen.
Schwer angeschlagen gab sich auch Alpin-Chef Wolfgang Maier auf Nachfrage von Eurosport: "Mit der Vorlage, die Emma für Lena vorbereitet hat, war eine Medaille zwar nicht sicher, aber es war zumindest eine ganz große Möglichkeit da."
"Wenn man sich anschaut, wie der Wettkampf gelaufen ist, dann haben die Slalomfahrerinnen wie Mikaela Shiffrin und Wendy Holdener eben performt. Deshalb sind sie nicht umsonst die Besten der Welt. Und wir haben eben nicht performt", sagte der 64-Jährige weiter.
Besonders leid tue es ihm für Aicher, die mit ihren starken Leistungen und "ihrer Art, Skirennen zu fahren eine Belohnung verdient gehabt" hätte.
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Frust pur im Ziel! Dürrs Fehler kostet Deutschland die Medaille
Quelle: Eurosport
Slaloms letzte Möglichkeit auf Edelmetall für DSV
In eine ähnliche Kerbe schlug auch Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg: "Es ist natürlich sehr schade für Lena, für die Emma, für den ganzen DSV, dass es heute nicht geklappt hat mit der Medaille. Die Chance war extrem groß. Emma hat eine super Leistung in der Abfahrt gezeigt. Lena ist im unteren Teil leider ein Fehler passiert - Fehler passieren leider, gerade im Slalom geht es oft schnell."
Nun müsse man laut Maier schauen, wie man mit der Situation umgehe, "nämlich, dass wir eine wirklich gute Chance auf ein Top-Ergebnis einfach vergeben hat."
Im Hinblick auf die weiteren Edelmetall-Möglichkeiten für das DSV-Team hielt sich der Berchtesgadener bedeckt: "Für uns wird es jetzt sehr eng, was eine mögliche Medaille angeht. Im Riesenslalom gehören wir nicht zu den Favoriten, am Schluss wird es sich auf die Slaloms konzentrieren."
Bis dahin müsse man nun vor allem Dürr wieder mental aufbauen, denn, so Rebensburg, "da hat sie große Chancen, eine Medaille zu gewinnen."
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(mit SID)
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Schreckmoment für DSV! Hilzinger stürzt im Slalom
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