Manuel Feller vor Ski-Weltcup-Auftakt in Sölden im Eurosport-Interview: "Glaube nicht, dass ich der Gejagte bin"

Manuel Feller hat sich mit dem Gewinn der Slalom-Kugel im vergangenen Winter einen Lebenstraum erfüllt. Ausruhen auf jenem Erfolg möchte sich der Österreicher aber nicht, schließlich steht im Frühjahr die alpine Ski-WM in Saalbach auf dem Programm. Im Eurosport-Interview spricht Feller über seine Vorbereitung, seinen Triumph in der Vorsaison sowie die Rückkehrer Marcel Hirscher und Lucas Braathen.

Wer ist Feller großer Held? Zwölf Fragen an den Slalom-König

Quelle: Eurosport

Geht es in diesen Tagen im alpinen Skisport um die Slalom-Konkurrenz, spricht fast alles über Marcel Hirscher und Lucas Braathen. Im Kampf um Weltcup-Siege müssen die beiden Rückkehrer allerdings erst am amtierenden König der Stangen, Manuel Feller, vorbei.
Der 32-jährige Österreicher sicherte sich im vergangenen Winter erstmals in seiner Karriere die kleine Kristallkugel und erfüllte sich damit einen Lebenstraum - und das soll erst der Anfang gewesen sein.
Immerhin steht im Frühjahr 2025 mit der alpinen Weltmeisterschaft in Fellers Heimat Saalbach ein weiteres Großevent auf dem Programm.
Im exklusiven Interview mit Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg spricht Feller vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden (26./27. Oktober live auf Eurosport 1 und bei discovery+) über seine Vorbereitung, seinen Triumph in der Vorsaison sowie die beiden Comebacker Hirscher und Braathen.
Manuel, wie war dein Sommer und deine Vorbereitung auf die neue Saison?
Manuel Feller: Der Sommer war ziemlich gut. Am Anfang war es ein bisschen stressig, weil es viele Meetings und andere Dinge gab. Nach einiger Zeit haben wir uns dann wieder auf das Wesentliche konzentriert, nämlich auf das Training. Natürlich habe ich aber auch Urlaub gemacht und Zeit mit der Familie verbracht. Alles in allem war der Sommer so, wie er geplant war, und ich habe jeden Tag genossen. Jetzt liegt der Fokus aber wieder voll auf dem Winter.
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Feller blickt auf Slalom-Triumph zurück: "War einfach unglaublich"

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Schließlich steht die neue Saison vor der Tür. Du hattest jetzt einige Monate Zeit, um den vergangenen Winter Revue passieren zu lassen. Wenn du zurückblickst, wie war es für dich, die kleine Kristallkugel im Slalom zu gewinnen?
Feller: Der Moment war wie ein Traum. Vor allem, weil so viele Leute beim Weltcupfinale da waren, die mir nahestehen. Immerhin ist Saalbach nur etwa 15 Kilometer von meinem Heimatort entfernt. Diesen Erfolg mit Menschen zu feiern, die mir viel bedeuten, war wirklich emotional. Das war einfach unglaublich und hat mich für die bevorstehenden Weltmeisterschaften motiviert. Natürlich will ich dort auch gut abschneiden, damit wir wieder etwas zu feiern haben (lacht). Die Konkurrenten arbeiten aber ohne Zweifel hart daran, mich in diesem Jahr zu schlagen. Genauso wie ich es selbst in diesem Sommer getan habe und es auch über den Winter tun werde. Hoffentlich kann ich wieder so performen, wie ich mir das vorstelle.
Ich glaube also nicht, dass ich der Gejagte bin, denn wir sind alle ziemlich nah beisammen.
Du bist der Mann, den es im Slalom zu schlagen gilt. Hast du in der Sommervorbereitung daher etwas verändert?
Feller: Ich war zwar über die gesamte Saison gesehen an der Spitze, aber wenn man sich das Slalomfeld anschaut, gibt es etwas 20 Fahrer, die aufs Podium fahren können, und wahrscheinlich zehn oder mehr Rennläufer, die ein Rennen gewinnen können. Ich glaube also nicht, dass ich der Gejagte bin, denn wir sind alle ziemlich nah beisammen. Nur eben auf dem Papier war ich der Schnellste. Es sind aber so viele gute Slalomfahrer mit von der Partie, deshalb gilt es, noch mehr zu geben als im letzten Winter, um dort zu bleiben, wo ich aktuell bin. Damit meine ich nicht an der Spitze, sondern in dem Kreis, der in jedem Rennen um das Podium fährt.
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Manuel Feller mit der kleinen Kristallkugel in Saalbach

Fotocredit: Getty Images

Den Auftakt in die neue Weltcup-Saison macht der Riesenslalom in Sölden. In der Vergangenheit hattest du in dieser Disziplin aufgrund von Rückenproblemen manchmal Schwierigkeiten. Wie geht es deinem Rücken aktuell und wie sehen deine Pläne speziell im Riesenslalom aus?
Feller: Meinem Rücken geht es sehr, sehr gut. Wahrscheinlich sogar besser als jemals zuvor. Der Weltcup-Kalender ist allerdings so eng, sollte irgendetwas nicht funktionieren wie geplant, zum Beispiel wenn es wieder Probleme mit dem Rücken gibt, hat man keine Zeit, das in Kürze zu beheben. Ich habe aber dahingehend in den vergangenen Jahren viel gelernt. Ich weiß, dass ich im Sommer und im Herbst trainieren muss, weil dafür zwischen den Rennen im Winter fast keine Zeit ist. Besonders für die Psyche ist es im Riesenslalom sehr schwierig, weil die Anspannung manchmal enorm hoch ist. Es ist, als hätte man Angst vor dem Druck in der Kurve. Ich habe im Laufe der Zeit aber gelernt, damit umzugehen, und bin mir sicher, dass ich das auch in der kommenden Saison schaffen werde. Ich genieße einfach jeden Tag ohne Schmerzen und lege meinen Fokus darauf, gut Ski zu fahren.
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Marcel Hirscher (l.) und Manuel Feller 2019 in Soldeu

Fotocredit: Getty Images

Es gibt einige prominente Weltcup-Rückkehrer in dieser Saison wie Marcel Hirscher und Lucas Braathen. Über wessen Comeback freust du dich am meisten?
Feller: Ich glaube, dass Lucas noch immer in der Blüte seiner Karriere ist. Er hatte im Hinblick auf die Weltmeisterschaften wahrscheinlich die beste Vorbereitung, weil er nie aufgehört hat zu trainieren. Jeder hat gesehen, dass er ständig Ski fährt und zwar, wenn er wollte und nicht, wenn er musste. Was Marcel angeht: Er war über Jahre hinweg der Beste unter den Besten. Ich freue mich sehr darauf, ihn wieder zu treffen. Ich habe ihn bereits kürzlich in Sölden gesehen. Es wirkt so, als hätte er viel Spaß am Skifahren. Ich denke, dass er immer noch Rennen gewinnen kann, aber es wird nicht mehr so sein wie vor fünf Jahren. Obwohl er natürlich auch älter wird, ist er immer noch dafür gut, ein tolles Rennen hinzulegen und daher ein Konkurrent, den man nicht unterschätzen darf.
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Feller traut Hirscher einiges zu: "Ihn darf man nicht unterschätzen"

Quelle: Eurosport


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