Viktoria Rebensburg erklärt: Warum Lindsey Vonns Podestplatz in Sun Valley noch längst nicht alles gewesen ist
Publiziert 26/03/2025 um 12:34 GMT+1 Uhr
Lindsey Vonn fährt beim Weltcupfinale in Sun Valley im Super-G auf Platz zwei und geht mit Rückenwind in die kommende Saison. Für Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg Grund genug, die 40-Jährige auch für Olympia 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo auf der Rechnung zu haben. Zumal die US-Amerikanerin spätestens seit ihrem Heimrennen ihre "Kinderkrankheiten" überwunden hat.
Vonn nach Platz zwei: "Endlich alle Teile zusammengebracht"
Quelle: Eurosport
Auf den Jubelschrei folgten Freudentränen. Lindsey Vonn, die unbestrittene Speed-Queen der späten 2000er und frühen 2010er Jahre, weinte hemmungslos im Schnee von Sun Valley.
Die US-Amerikanerin hatte beim Saisonabschluss in ihrem Heimatland eben mit einem Rückstand von 1,29 Sekunden auf Siegerin Lara Gut-Behrami Rang zwei im Super-G eingefahren.
Damit pulverisierte Vonn mit ihren 40 Jahren den bestehenden Altersrekord für einen Podestplatz. Nach 82 Weltcup-Siegen, WM-Gold in Abfahrt und Super-G, 16 kleinen Kristallkugeln, vier Gesamtweltcup-Siegen und einmal Olympiagold war dieser Podiumsplatz für die langjährige Rivalin von Maria Höfl-Riesch ein ganz besonderer - und das ließ sie auch jeden wissen.
"So sehr ich diese Reise liebe, es war nicht einfach. Es gab viele Hochs und Tiefs. Ich musste hart arbeiten. Ich spreche nicht gerne darüber, wie schwer es ist, weil ich es liebe - aber es war nicht einfach", sagte Vonn zu Eurosport.
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Tränen bei Vonn: Große Emotionen nach Podiums-Coup
Quelle: Eurosport
Vonn plötzlich wieder Siegfähig
Es grenzte durchaus schon an ein kleines Wunder, dass die 40-Jährige überhaupt beim Saisonfinale der besten 25 Fahrerinnen dabei war.
Schließlich war der Superstar erst am 21. Dezember nach fünfeinhalb Jahren Pause und dem Einsetzen einer Teilprothese ins rechte Knie wieder in den Ski-Weltcup zurückgekehrt - und das, nachdem sie 2019 bei ihrem Rücktritt noch gesagt hatte, ihr Körper sei "broken beyond repair", also so kaputt, dass er nicht mehr zu reparieren sei.
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Mit 40 Jahren! Vonn fährt beim Heimspiel auf Platz zwei
Quelle: Eurosport
Nach Platz 14 beim Abfahrtscomeback in St. Moritz ließ sie im Januar in St. Anton mit Platz sechs (Abfahrt) und vier (Super-G) bereits aufhorchen. Es folgten sechs weitere Weltcup-Platzierungen zwischen Rang 13 und 20.
Lindsey Vonn: "Genugtuung" ist das Stichwort
Auch Stürze steckte sie weg. Von einer durchwachsenen WM - Ausfall im Super-G, Platz 15 in der Abfahrt und Rang 16 in der Team-Kombination - ließ sich die Amerikanerin ebenfalls nicht entmutigen.
Für Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg ist Vonns emotionaler Ausbruch in Sun Valley daher nur allzu verständlich: "Da sind die ganzen Gefühle in ihr hochgekommen. Wie sie zusammengesackt ist und ihr die Tränen in die Augen geschossen sind, hat gezeigt, wie viel ihr dieser Moment bedeutet hat."
"Genugtuung" ist dabei das entscheidende Stichwort. Es sei zuletzt "so viel auf Lindsey eingeprasselt", was den Podestrang beim Saisonabschluss sicherlich zu "einer besonderen Befriedigung" für die 40-Jährige gemacht habe, sagt Rebensburg.
Vonn blickt schon voraus
Da die FIS für 2025/26 derzeit keine Speed-Rennen in den USA plant, war es zudem wohl auch Vonns letzte Chance, vor heimischem Publikum aufzutreten. Auch deswegen hatte der Podestplatz für die 40-Jährige so eine große Bedeutung.
"Das wird mir viel Selbstvertrauen für das nächste Jahr geben", sagte die Abfahrtsolympiasiegerin von 2010.
Vonns Projekt war ohnehin auf die Olympia-Saison 2025/26 ausgelegt, ihr Auftritt diesen Winter nur ein Crescendo. Die Amerikanerin tüftelte viel am Material, holte den Rückstand zur Konkurrenz nach und nach auf.
Wird Vonn 2025/26 noch stärker?
Prinzipiell sei die Rückkehr der 40-Jährigen "ein Projekt der Freude am und der Liebe zum Skisport" gewesen, sagt Rebensburg. Im kommenden Winter "könnte das anders aussehen, weil sie dann auch eine bessere Materialabstimmung haben dürfte", meint die dreimalige Gewinnerin der Riesenslalom-Kristallkugel.
Vonn sei "einfach eine Trainingsmaschine, die auch nach ihrem Rücktritt in Form geblieben ist. Dazu kommt dann, dass sie immer noch ein unglaubliches Gespür für das Skifahren und die langen Radien hat."
Der zweite Platz im Super-G von Sun Valley gebe der US-Amerikanerin "enormen Auftrieb für den nächsten Winter. Sollte in der Vorbereitung nichts passieren, muss man sie für kommendes Jahr auf jeden Fall noch stärker auf dem Zettel haben - gerade mit dem Blick in Richtung Olympia", sagt Rebensburg.
Vonn fiebert auf Olympia hin
Zwischen dem 7. und 18. Februar 2026 finden in Cortina d'Ampezzo die Olympischen Skirennen statt - an dem Ort, an dem Vonn im Weltcup zwischen 2004 und 2018 zwölf Siege und insgesamt 20 Podestplätze sammeln konnte.
Die Winterspiele sollen Vonns großer Karriereabschluss werden, die Geschichte danach zu Ende erzählt sein. So wünscht sie es sich.
Die Voraussetzungen für ein Vonn-Märchen in Cortina scheinen nach dem Saisonabschluss 2024/25 gegeben. Der Druck ist weg, das Selbstvertrauen zurück - abschreiben darf man sie auf gar keinen Fall.
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Highlights: Vonn kehrt nach sieben Jahren aufs Podium zurück
Quelle: Eurosport
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