Wenn sie wie Johaug vom Teamarzt eine Lippencreme bekommen hätte, hätte sie diese auch nicht auf möglicherweise enthaltene verbotene Stoffe hin untersucht, sagte Björgen.
Auch sie hätte dem langjährigen Mannschaftsarzt Fredrik Bendiksen vertraut, der Johaug die Creme im Trainingslager in Italien gegeben haben soll, deren Gebrauch zum positiven Dopingtest auf das Steroid Clostebol führte. Johaug droht wegen des Vergehens eine Sperre von zwölf bis 24 Monaten und im schlimmsten Fall das Aus für die Olympischen Spiele 2018.
Während Bendiksen mit brüchiger Stimme erneut alle Schuld auf sich nahm ("das ist schwer auszuhalten"), beschrieb Björgen, die als Zeugin geladen war, (36) ihre Kollegin Johaug (28) als pflichtbewusste Athletin mit einer positiven Einstellung zum Anti-Doping-Kampf.
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Sie ist zielbewusst, strukturiert und ordentlich, sie achtet darauf, welche Medikamente sie einnimmt.
Johaug räumte am Donnerstag aber unter Bedauern ein, dass sie einer Aufforderung des norwegischen Skiverbandes im April 2015, an einem Anti-Doping-Kurs ("Ren Utöver"; dt. Sauberer Athlet) teilzunehmen, nicht nachgekommen sei. Sie habe die entsprechende E-Mail damals zwar erhalten, die Passage aber wohl überlesen.
Niels Kiaer, Anwalt der Gegenseite Antidoping Norge, forderte am Donnerstagnachmittag erneut eine 14-monatige Sperre für Johaug, die bereits seit Mitte Oktober suspendiert ist. Johaug habe ihre Sorgfaltspflicht verletzt, sagte er. Es sei inakzeptabel, dass sie sich hinter ihrem Arzt verstecke, sie sei selbst dafür verantwortlich, welche Stoffe in ihren Körper gelangten.

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