Eurosport
Langlauf-Olympiasiegerin Katharina Hennig setzt in Vorbereitung neue Trainingsreize: "Haben Umfänge deutlich angehoben"
Von
Publiziert 10/11/2023 um 00:46 GMT+1 Uhr
Für Langläuferin Katharina Hennig ist im vergangenen Winter ein weiterer Stern aufgegangen. Nach dem Olympiasieg von Peking 2022 sprintete die 27-Jährige bei der Tour de Ski in Val di Fiemme im Januar eindrucksvoll zu ihrem langersehnten ersten Weltcupsieg. Im Gespräch mit Eurosport.de verrät Hennig, wie sich ihrer erster Triumph angefühlt hat und warum sie diesen Sommer noch mehr trainiert hat.
Olympiasiegerin Hennig: "Freistil ist noch eine Baustelle"
Quelle: Eurosport
Es ist eine Geschichte wie aus einem Märchen: Länglauferin Katharina Hennig sprintete bei der Tour de Ski im Januar in Val di Fiemme zum ersten deutschen Weltcup-Sieg seit 14 Jahren.
Seit dem Erfolg von Claudia Nystad im März 2009 stand keine deutsche Langläuferin mehr ganz oben auf dem Podest. Es war nicht nur Hennigs erster Triumph, sondern auch ein weiterer Erfolg auf ihrem Weg in die Weltspitze.
Zu Beginn der neuen Langlaufsaison (Start am 24. November im finnischen Ruka) ist die 27-Jährige hungrig auf mehr.
Im anlaufenden Weltcup-Winter möchte Hennig versuchen, "das Podest deutlich öfter anzugreifen, um damit eine gewisse Stabilität reinzubringen, um dann auch irgendwann mal um eine Einzelmedaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen mitzukämpfen", sagte der Bundestrainer Peter Schlickenrieder im Eurosport-Interview.
Um diesen Schritt gehen zu können, hat die Sächsin in der Vorbereitung einen neuen Trainingsreiz gesetzt, wie sie im Gespräch mit Eurosport verriet.
Katharina Hennig, wie war Ihr Sommer?
Katharina Hennig: Bisher lief er sehr gut. Ich glaube alle aus unserem Team haben den Sommer genutzt, um noch mal an ein paar Stellschrauben zu drehen. Im Winter ist kein Großereignis. Auch ich habe mit deutlich mehr Umfang trainiert. Ich habe eine Grundlage gelegt für alles, was danach an Großereignissen kommt. Wir hatten gute Teamtrainings und gute Trainingslehrgänge. Ich bin sehr zuversichtlich.
An welchen Stellschrauben haben Sie gedreht?
Hennig: Wir haben an der Skatingtechnik gefeilt, um stabiler zu werden und auch hier in Summe bessere Ergebnisse zu bringen. Dort lag der Schwerpunkt und natürlich vor allem auch auf den langen Distanzrennen. Mein Fokus war komplett auf den langen Kanten, Zwanziger, Fünfziger, um mich darauf gut vorzubereiten.
Wie hat Ihr Körper die höheren Trainingsumfänge verkraftet?
Hennig: Das war auf jeden Fall eine Challenge, auch eine Umstellung, weil reduzierte Phasen komplett weggefallen sind. Sonst kriegt man es zeitlich einfach nicht mehr hin. Mein Trainer und ich hatten ein gutes Setting. Bisher bin ich wirklich sehr gut durchgekommen.
Schielt der neue Trainingsreiz schon auf die WM 2025 in Trondheim ab?
Hennig: Ja, genau. Im Grunde haben wir das Zwischenjahr genutzt, um eine perfekte Trainingsgrundlage für den Körper zu legen. So dass er alles, was danach an Reizen kommt, besser verpackt. Es war eine sehr langfristig angelegte Planung.
Peter Schlickenrieder hat gesagt, die deutschen Langläufer wollen auf den Mount Everest, gerade seien sie im Basislager. Wo sehen Sie bei Ihnen das größte Verbesserungspotenzial?
Hennig: In der Konstanz zwischen Freistil- und Klassisch-Ergebnissen. Da kann noch was passieren, dass ich im Skating tendenziell besser werde. Wenn man einen Blick auf den Gesamtweltcup wirft, ist es wichtig, dass ich zumindest im Sprint so gut es geht Schadensbegrenzung betreibe. Klassisch läuft ganz gut, Freistil ist noch eine Baustelle. Ich arbeite aber auch nicht wirklich explizit an den Sprintergebnissen, weil für mich die Distanz das Wichtigste ist. Da weiß ich, dass ich gute Ergebnisse einfahren kann. Deswegen liegt im Training der Fokus darauf. Nichtsdestotrotz versuche ich im Winter bestmöglich über die Sprints zu kommen und nicht zu viele Punkte zu verlieren.
Sie standen letzten Winter bei der Tour de Ski in Val di Fiemme zum ersten Mal ganz oben. Wie hat sich der erste Weltcupsieg angefühlt?
Hennig: Der hat mich sehr stolz gemacht. Es ist aber nicht nur meine Leistung, sondern die Leistung vom ganzen Team, die da dahintersteckt. Ich denke, da ist ein super Team herangewachsen. Für mich war es ein besonderer Tag, weil meine Family mit vor Ort war und mich unterstützt hat. Ich konnte mich am Ende zusammen mit ihnen freuen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/25/3811651.jpg)
Olympiaerfolg zusammen mit Victoria Carl
Fotocredit: Getty Images
Das macht vermutlich Hunger auf mehr ...
Hennig: Definitiv. Der Hunger auf mehr ist schon mit den ersten Podestplätzen vor drei, vier Jahren gekommen. Dann kam Olympia dazu. Dass wir das schaffen, hätte ich im Leben nicht für möglich gehalten. Es hat aber gezeigt, dass mit der richtigen Form, mit gutem Training und mit Wille solche Sachen erreicht werden können. Und dass harte Arbeit belohnt wird. Das motiviert einen. Deshalb habe ich die Motivation auch in den letzten Winter mitgenommen. Ganz alleine ganz oben zu stehen, ist ein sehr besonderer Moment.
Sie haben es vorhin schon angesprochen: Es ist ein Winter ohne Großereignis. Gerade in den vergangenen Jahren war vor allem bei Ihnen immer das Thema: Wie wird man für die WM und Olympia topfit. Ist es vielleicht für den Kopf dieses Jahr mal ganz schön, dass kein Großereignis ansteht und dass es mal nicht Thema ist?
Hennig: Ja, es ist mal was ganz anderes. Die Saison wird wahnsinnig lang. Mit den im letzten Jahr eingeführten Streckenlängen kommt der Fünfziger noch dazu. Es werden viele Wettkämpfe und vor allem lange Wettkämpfe. Die Saison geht von Ende November bis Ende März. Das heißt, man hat wahnsinnig viel Zeit sich zu entwickeln und nochmal was zu verändern. Es ist eine lange Reise, die vor uns liegt und da kann viel passieren.
Das könnte Dich auch interessieren: Doping: Kalla enthüllt irre Wahrsager-Story über Johaug
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/07/3520137-71749908-2560-1440.jpg)
Unwiderstehlicher Zielsprint: Hennig feiert historischen Sieg
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung