Ski-Verbandschefin Jelena Välbe zeigte sich über Björgens Enthüllung "geschockt". Sie halte die Norwegerin, ihres Zeichens achtmalige Olympiasiegerin und 18-fache Weltmeisterin, nach wie vor für eine tolle Athletin, "aber ich habe ernsthafte Fragen an die Leute, die entscheiden, was Doping ist und welche Strafen es dafür gibt".
Russische Athleten wurden in der Vergangenheit regelmäßig aufgrund von Doping-Vergehen bestraft. Von den Olympischen Spielen 2021 in Tokio und im kommenden Winter in Peking wurde Russland sogar ausgeschlossen. Sportler des Landes dürfen lediglich unter dem Namen des Russischen Olympischen Komitees teilnehmen, das Spielen der Hymne sowie das Tragen der Flagge ist untersagt.
Entsprechend verwundert fiel die Reaktion einzelner Akteure nach Björgens Geschichte aus. Sie hatte offenbart, dass 2017 nach der Weltmeisterschaft im finnischen Lahti von ihrem Teamarzt Petter Olberg angerufen worden sei. Dieser habe ihr mitgeteilt, dass das Dopinglabor in Lahti Auffälligkeiten in der Urinprobe festgestellt habe.
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"Sobald ich das gehört hatte, hatte ich sofort einen Knoten im Bauch und ich war wie gelähmt", schrieb Björgen. Besagte Urinprobe habe Spuren des anabolen Steroids 19-Norandrosteron enthalten. Björgen entging einer Sperre allerdings, weil sie offensichtlich eine schlüssige Erklärung für die positive Probe lieferte.

Björgen ging "zwei Wochen durch die Hölle"

Sie habe das Medikament Primolut-N eingenommen, das von vielen Leistungssportlerinnen genutzt werde, um den Menstruationszyklus zu verschieben. Beim Wirkstoff in ebenjener Arznei handele es sich um Noresthisteron, der im Körper zum verbotenen 19-Norandrosteron abgebaut werde.
Björgen zufolge habe sie genau erklären müssen, wie lange und wie oft sie die Tabletten einnahm. Sie sei "zwei Wochen durch die Hölle gegangen", wurde letztlich aber nicht mit einer Strafe belegt.
Der russische Langläufer Gleb Retiwych kritisierte, dass diesbezüglich nie etwas an die Öffentlichkeit gedrungen war, Alexander Eduardowitsch Panschinski sagte: "Wenn sie eine Russin gewesen wäre, wäre es nicht unter den Tisch gekehrt worden."
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