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Russland reagiert auf skandinavische Boykott-Drohungen - Jelena Wjälbe unterstreicht Bedeutung russischer Sportler
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Publiziert 19/10/2022 um 15:41 GMT+2 Uhr
Die FIS entscheidet am Samstag über eine Rückkehr russischer Sportlerinnen und Sportler in den Weltcup. Die Diskussionen hinsichtlich einer möglichen Lockerung der Sanktionen gegen Russland halten seit Wochen an. Auf den angedrohten WM-Boykott einiger skandinavischer Athleten reagierte Yelena Välbe, die Präsidentin des russischen Langlauf-Verbandes spöttisch: "Na und? Lass sie doch."
Russland droht eine Ausweitung der Sanktionen
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Ein WM-Boykott der Stars aus Skandinavien? Välbe kann über diese Drohung nur müde lächeln. "Na und, lass sie doch", sagt die Präsidentin des russischen Langlauf-Verbandes und blickt gespannt auf den kommenden Samstag, an dem der Internationale Ski-Verband FIS eine wegweisende Entscheidung treffen muss.
"Ohne uns verliert der Wettbewerb sein Spektakel - ohne sie ändert sich nichts", sagte die 14-malige Weltmeisterin dem russischen Medium "Sport24".
Ganz unrecht hat Välbe nicht: Sollte das FIS-Council am Wochenende bei seinem mit Spannung erwarteten Treffen Sportlerinnen und Sportler aus Russland und Belarus für den kommenden Winter ausschließen, droht gerade im Langlauf ein erheblicher Verlust an Klasse.
Natalya Nepryayeva etwa gewann vergangene Saison den Gesamtweltcup und die Tour de Ski, bei den Männern wurde Alexander Bolschunov jeweils Zweiter.
"Seltsam": Kritische Stimmen aus Skandinavien
Zuletzt gab es durchaus Anzeichen, dass die FIS in ihren Sportarten - neben Langlauf auch Ski alpin, Skispringen, Nordische Kombination, Ski Freestyle und Snowboard - die Tür für Russen und Belarussen öffnet.
In den offiziellen Dokumenten für die kommende Saison etwa werden beide Nationen mit Startplätzen geführt. Diese Listen seien jedoch nur "vorläufig", betonte die FIS umgehend und verwies auf das anstehende Treffen.
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Alexander Bolshunov und Co. droht eine Ausweitung der Sanktionen
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Die Reaktion war dennoch heftig. Vor allem in Norwegen und Schweden - zumindest im Langlauf die großen Rivalen Russlands - machten Sportler gegen eine Zulassung mobil.
Es würde sich angesichts des Krieges "seltsam" anfühlen, gegen Russinnen anzutreten, sagte etwa Ragnhild Haga, norwegische Doppel-Olympiasiegerin von 2018. Wie zuvor schon Maja Dahlqvist und Linn Svahn drohte Haga für den Fall einer Zulassung mit einem Boykott der WM in Planica (21. Februar bis 5. März).
FIS will sich nach IOC richten
Auch in Deutschland wird eine mögliche Rückkehr kritisch gesehen. "In den bisherigen Abstimmungsrunden hat sich der DSV immer klar positioniert und trägt die Entscheidung der IBU, russischen und weißrussischen Teams die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen zu verwehren, vollumfänglich mit", sagte DSV-Präsident Franz Steinle auf "SID"-Anfrage. "Diese Position werden wir auch bei der Council-Sitzung der FIS vertreten."
Im Biathlon hat die IBU bereits beschlossen, die Sperre auszudehnen.
Die FIS würde sich mit einer Starterlaubnis indes gegen das Internationale Olympische Komitee stellen. "Die Empfehlungen des IOC an die Internationalen Verbände sind unverändert", teilte ein Sprecher dem SID auf Anfrage mit. Heißt: Ein Alleingang, wie ihn zuletzt etwa der umstrittene Box-Weltverband IBA unternahm, würde auf wenig Gegenliebe stoßen.
Denkbar wäre noch eine Teilnahme der Sportlerinnen und Sportler unter neutraler Flagge wie etwa im Tennis oder im Radsport. FIS-Generalsekretär Michel Vion hatte zuletzt mit Äußerungen, entsprechende Ideen würden beim IOC diskutiert, für Aufsehen gesorgt. Vion betonte aber auch, die FIS werde Entscheidungen "nur auf Empfehlung des IOC" treffen - was gegen eine Zulassung spräche.
Allen Beteiligten Recht machen wird es die FIS ohnehin nicht können, dafür ist das Spannungsfeld zwischen Sport und Politik zu groß. Schon jetzt sind die Gräben tief.
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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