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Vierschanzentournee: Kalte Dusche statt Eierlikör für Pius Paschke und Co. - Frust bei der "Null-Chancen-Tournee"
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Update 05/01/2025 um 18:14 GMT+1 Uhr
Österreich feiert, die Deutschen schieben Frust: Nach der neuerlichen Enttäuschung in Innsbruck ist die Tournee für Pius Paschke und Co. praktisch gelaufen. Während Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Tschofenig derzeit in einer eigenen Liga fliegen, können die DSV-Adler um Mitfavorit Pius Paschke die hohen Erwartungen einmal mehr nicht erfüllen. Auch der Bundestrainer kapitulierte bereits.
Kraft fliegt in Innsbruck zum Sieg - ÖSV-Party perfekt
Quelle: Eurosport
Stefan Kraft schmiss im rot-weiß-roten Partymobil Richtung Bischofshofen eine Runde Eierlikör und stimmte sich mit den Austria-Teamkollegen auf das historische Herzschlagfinale der Vierschanzentournee ein.
Bei der deutschen Reisegruppe herrschten nach der Schlappe von Innsbruck indes Stille und Ratlosigkeit: Gesamtsieg wie auch Podest sind meilenweit entfernt, der Abstand zu den dominierenden Österreichern ist riesig - für Pius Paschke und Co. geht es bei ihrer "Null-Chancen-Tournee" nur noch um Schadensbegrenzung.
"Die Tournee ist durch, das muss man akzeptieren und respektieren", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher achselzuckend nach der kalten Dusche in der heißen Atmosphäre vor 22.500 Zuschauern am Bergisel. Dort war der als Mitfavorit zur Tournee gereiste Paschke als Achter bei der Gala-Flugshow der Österreicher erneut chancenlos gewesen.
"Es hat wieder ein bisserl was gefehlt", sagte der 34-Jährige, der auch am Sonntag in der Qualifikation für das Abschlussspringen in Bischofshofen mit Platz 13 nicht an die Allerbesten herankam.
DSV-Adler in Innsbruck so schlecht wie lange nicht
Als Gesamtsechster liegt Paschke vor dem Finale am Montag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) 22 Meter hinter Kraft, der bei den österreichischen Meisterschaften von Innsbruck vor Jan Hörl und Daniel Tschofenig siegte - im Gesamtklassement liegen sie keinen Meter auseinander.
"Der Abstand ist abartig, das wird richtig richtig spannend", sagte Tschofenig grinsend. In Bischofshofen waren die Verhältnisse klarer: Kraft gewann die Quali und lag deutlich vor Tschofenig (4.) und Hörl (6.).
"Die genießen es im Moment. Sie haben einen extremen Flow - so wie ich vor ein paar Wochen", sagte der fünfmalige Saisonsieger Paschke: "Dadurch wirkt es, als wären sie viel besser - so viel ist es aber nicht." Derzeit eine kühne Einschätzung.
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Paschke mit gemischten Gefühlen: "Leider nicht so, wie es sein könnte"
Quelle: Eurosport
Paschke ist dennoch der klar beste Deutsche - neben ihm erreichten am Bergisel nur Andreas Wellinger (13.) und Philipp Raimund (15.) den zweiten Durchgang. Mau für eine Nation, die sich alljährlich den Tourneesieg als Ziel setzt.
Hannawald kritisiert: "Bekommen sie nicht umgewuppt"
"Ich bin nicht enttäuscht. Sonst hätte ich seit 23 Jahren enttäuscht sein müssen", sagte Horngacher. Der Österreicher ist Langzeit-Schwarzwälder, fühlt die schmerzende Durststrecke seit dem Triumph von Sven Hannawald 2001/02 mit. Doch Hannawald selbst verliert allmählich die Geduld.
Vom Material und Training seien die deutschen Springer auf höchstem Niveau, sagte der "ARD"-Experte, von der Mentalität her nicht.
"Zu Saisonbeginn herrscht eine gewisse Leichtigkeit. Vor der Tournee wird es fester, fühlt sich schwerer an. Diesen Trend bekommen sie nicht geregelt und umgewuppt", diagnostiziert Hannawald: "Die Österreicher lassen die Tournee auf sich zukommen, machen überall Fotos, geben Interviews."
"Krafti", "Hörli" und "Tschofi" genießen Leichtigkeit
Fast schwerelos fliegen sie nun allen davon, stehen vor dem erst vierten Dreifachsieg einer Nation in der langen Tournee-Geschichte - im wohl spannendsten Finale des Klassikers.
"Wir werden einen Schmäh haben, der Beste soll am Ende vorne sein", sagt Kraft. Nichts zu spüren ist im ÖSV-Team von belastendem Druck, die Hauptdarsteller rauschen mit kindlicher Freude durch die Tournee.
Der "Krafti" ("Da wird ein Kindheitstraum wahr"), dirigierte am Bergisel mit "Hörli" und "Tschofi" die Massen, flipperte mit seinen 31 Jahren wie ein Teenager herum und pfiff sich noch an der Schanze eine Lasagne rein.
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Ski Jumping - 4 Hills - Innsbruck - interview - Kraft in english after his jump
Quelle: Eurosport
Trainer Andi Widhölzl rutschte feixend auf dem Rücken den Aufsprunghügel hinab - es war die schiere Leichtigkeit des Seins.
DSV-Adler staunen über Österreicher
Zehn Jahre nachdem Kraft als bislang letzter Österreicher die Tournee gewonnen hat, haben die ÖSV-Adler das Anti-Durststrecken-Mittel gefunden, werden in Bischofshofen endlich wieder jubeln.
Die DSV-Adler suchen weiter. Und rätseln und staunen.
"Wenn ich wüsste, was die Österreicher machen", sagte Raimund, "dann würde ich's genauso machen."
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(SID)
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Analyse: "Brutaler" Kraft lässt Schmitt staunen
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