Weltcup in Klingenthal: Norwegisches Team bei Anzug-Spionage in Teamhotel von Schweizer Kilian Peier erwischt

Die erfolgsverwöhnten norwegischen Skispringer können in dieser Saison nicht mit den Topnationen mithalten. Ein Servicemann der Skandinavier konnte beim vergangenen Weltcup in Klingenthal durch Zufall etwas bei der Konkurrenz spionieren. Ein Anzug des Schweizers Kilian Peier lag im gemeinsamen Hotel der beiden Nationen im Flur und Techniker Anders Ladehaug ergriff sich die ihm bietende Chance.

Skispringer Kilian Peier aus der Schweiz

Fotocredit: Getty Images

Im Podcast "Hoppcast" des norwegischen Skispringers Johann André Forfang, bei dem Ladehaug zu Gast war, erzählte der Servicemann von dem Vorfall. Nachdem der Norweger mit seinem Handy einige Fotos vom Anzug machen konnte, wurde er von Peier auf frischer Tat ertappt.
Dazu meinte Ladehaug nun im "Dagbladet": "Man schaut immer darauf, was die anderen Nationen machen. Da ist es blöd, wenn man seinen Anzug im Gang liegen lässt. Aber ich war überrumpelt."
Er habe sich daher bei Peier entschuldigt. Der Schweizer habe sich jedoch schnell beruhigt und gesagt: "Ist schon gut. Es war dumm von mir, meinen Anzug im Flur liegen zu lassen."
Wichtige Erkenntnisse konnte Ladehaug aus dem Anzug aber nicht gewinnen, wie er verriet: "Wir, die mit Anzügen arbeiten, wollen uns so viele wie möglich ansehen. Aber es sah wie ein gewöhnlicher Anzug aus."

Norwegen mit schlechtestem Saisonstart seit 2001

Der norwegische Skisprungchef Clas Brede Bråthen nahm den Vorfall gegenüber dem "Dagbladet" locker: "Ich glaube nicht, dass Anders etwas ethisch Verwerfliches getan hat. Wäre es einer unserer Athleten gewesen, dem das Gleiche passiert wäre, hätte ich gesagt: 'Es war sehr dumm von dir, deinen Anzug auf dem Flur liegen zu lassen.'"
Auch der Schweizer Cheftrainer Rune Velta, selbst jahrelang im norwegischen Team aktiv, blieb gelassen: "Ich will dazu wirklich nichts sagen. Wenn es für sie interessant ist und sie Energie damit verschwenden wollen, ist mir das egal."
Die Norweger erleben aktuell den schlechtesten Saisonstart seit 2001. Mit Marius Lindvik und Halvor Egner Granerud liegen die beiden besten Norweger im Gesamtweltcup auf den Rängen 15 und 16. Gregor Deschwanden, auf Platz zwei in Klingenthal, ist als bester Schweizer dagegen Zehnter.
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Quelle: Eurosport

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