Eurosport
Skispringen in Klingenthal: Philipp Raimund glänzt auch vor heimischen Fans - Andreas Welllinger zieht sich vorübergehend zurück
Von
Update 14/12/2025 um 10:38 GMT+1 Uhr
Philipp Raimund bleibt gut zwei Wochen vor der Vierschanzentournee der große Lichtblick in der schwächelnden deutschen Mannschaft. Der 25-Jährige schloss am Samstag Freundschaft mit der Schanze in Klingenthal. "Dass ich hier aufs Podest springen kann, vor so vielen Leuten, ist genial", meinte Raimund bei Eurosport. Andreas Wellinger befindet sich dagegen weiter in einem veritablen Formtief.
Highlights: Raimund setzt Podest-Serie in Klingenthal fort
Quelle: Eurosport
Philipp Raimund knabberte nervös auf seiner Unterlippe, starrte durch die sächsische Nebelsuppe Richtung Anzeigetafel - und lächelte dann leicht gequält: Dass ein dritter Platz bei Deutschlands derzeit bestem Skispringer zumindest eine klitzekleine Enttäuschung auslöste, unterstreicht Raimunds momentane Stärke.
Beim Heimweltcup in Klingenthal flog der Oberstdorfer zum dritten Mal in Folge aufs Podest. Damit war er einziger Lichtblick desaströser DSV-Adler. "Der erste Sieg könnte früher oder später kommen", richtete Raimund in der "ARD" eine Kampfansage an die Konkurrenz. "Meine Sprünge sind weiter auf einem hohen Niveau, insgesamt bin ich mega zufrieden", ergänzte er.
20.000 lautstarke Fans in der Vogtland-Arena waren es ebenfalls - auch wenn der überragende Slowene Domen Prevc mit seinem nächsten Sieg ein wenig den Partycrasher spielte.
Raimund, der am Vorabend erstmals eine Weltcup-Qualifikation gewonnen hatte, flog nach starken 134,0 m im ersten Durchgang dann im Finale auf 131,0 m - immer noch hohes Niveau, aber zu wenig, um seinen zweiten Platz zu halten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/13/image-81fbc17c-848a-48cc-af0d-f3f6ad842f10-85-2560-1440.jpeg)
Raimund fliegt aufs Podium - Prevc allen davon: "Schwer zu toppen"
Quelle: Eurosport
Domen Prevc erneut nicht zu schlagen
"Ich habe versucht, es so wie immer zu machen. Ich glaube, es war heute nicht so leicht zu springen. Es gab manchmal Löcher in der Luft, es war nicht so stabil", analysierte Deutschlands Topspringer bei Eurosport. 271,9 Punkte reichten aber zum insgesamt vierten Podestrang im Olympiawinter. "Ich bin sehr zufrieden mit Philipp", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.
Prevc machte unterdessen den Familien-Traumtag perfekt - seine Schwester Nika hatte am Mittag das Frauen-Springen auf Sachsens größter Schanze gewonnen. Weltmeister Prevc setzte sich mit 142,5 und 143,0 m (298,5 Punkte) überlegen mit rund 14 Metern Vorsprung durch.
Für den Edelflieger, bereits 2016 als 17-jähriger Weltcupsieger in Klingenthal, war es der elfte Karriere-Erfolg und dritte Sieg in Serie. "Ich hatte heute wirklich das Gefühl, dass es ein großartiger Tag war", meinte Prevc nach dem Wettkampf gegenüber dem Weltverband "FIS".
Hinter dem 26-Jährigen liegt eine anstrengende Woche, wie er verriet. "Von Montag bis Mittwoch war ich erschöpft, da wir in Slowenien die Sportler des Jahres gekürt haben, und als ich dann am Donnerstag hierherkam, war ich völlig fertig." Er habe es aber "irgendwie geschafft, mich in Form zu bringen, da mir diese Schanze sehr gut gefällt."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/13/image-7759530d-d1b0-49f7-8a83-ef7a6aea50a2-85-2560-1440.png)
Fans in Klingenthal pushen Raimund: "Hat so viel Spaß gemacht!"
Quelle: Eurosport
Andreas Wellinger legt Weltcup-Pause ein
Raimund musste noch Stefan Kraft (273,0) vorbeiziehen lassen. Österreichs Topspringer meldete sich stark aus der Babypause zurück - er war in der vergangenen Woche erstmals Vater geworden. Die weiteren Deutschen erlebten vor heimischem Publikum ein Debakel. Der zuletzt so konstante Felix Hoffmann erreichte nur mit Mühe das Finale, kam auf Rang 29 und war damit noch zweitbester DSV-Adler.
Die Krise von Andreas Wellinger setzt sich derweil fort. Der zweimalige Olympiasieger, der gemeinsam mit Michael Uhrmann und dem Schweizer Gregor Deschwanden (alle 143,5 m) den Schanzenrekord in Klingenthal hält, schied als 40. chancenlos und zum dritten Mal in Folge im ersten Durchgang aus.
Die Tournee-Generalprobe am kommenden Wochenende in Engelberg wird er auslassen. "Meine springerische Leistung ist einfach schlecht im Moment, ich kriege es nicht umgesetzt, dass ich Konstanz reinbringe", sagte Wellinger: "Nächste Woche werde ich definitiv nicht mitfahren."
Überraschend kam das frühe Aus für Routinier Pius Paschke, der als 41. noch hinter Wellinger landete. Luca Roth verpasste als 45. ebenfalls den zweiten Durchgang. Der 25-Jährige war für den formschwachen Karl Geiger ins Team gerückt, der eine Trainingswoche daheim in Oberstdorf einlegt.
Das könnte Dich auch interessieren: Alle Deutschen geschlagen: Altmeister Kasai überzeugt beim Saisondebüt
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/13/image-ecf549a7-d23b-4069-93bd-907a7326ccf6-85-2560-1440.jpeg)
"Hart anzuschauen": Wellinger verpasst zweiten Durchgang
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung