Maciej Maciusiak moniert Nachteil wegen Regelbrüchen anderer Nationen und warnt: "Dann wird dieser Sport aussterben"
VonNiklas Bien
Publiziert 27/04/2026 um 14:40 GMT+2 Uhr
Die abgelaufene Saison der polnischen Skispringer ist gar nicht so leicht zu bewerten. Den vielen Tiefs ließ das polnische Team um Shootingstar Kacper Tomasiak vor allem mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen mehrere Highlights folgen. Polens Trainer Maciej Maciusiak hat den Winter im Gespräch mit "Interia" analysiert und einen Grund für die Schwankungen ausgemacht.
Highlights: Raimund springt in die Geschichtsbücher
Quelle: Eurosport
Pünktlich zum Saisonhöhepunkt schienen die polnischen Skispringer und allen voran der 19-jährige Kacper Tomasiak ihre Form gefunden zu haben.
Tomasiak war auf Platz 23 der beste Pole im Gesamtweltcup, bei den Olympischen Spielen im Februar stieß der Shootingstar dann aber in die Skisprung-Elite vor: Silber von der Normalschanze und Bronze von der Großschanze. Dazu die Silbermedaille mit Pawel Wasek im Super-Team.
"Ob man es glaubt oder nicht, diese Saison war ein echter Kampf für uns. Ich wusste aber, dass wir, egal wie schlecht die Weltcup-Saison verlaufen würde, bestens vorbereitet zu den Olympischen Spielen fahren würden", resümierte Trainer Maciej Maciusiak gegenüber dem polnischen Portal "Interia".
"Wir haben viel Geduld bewiesen und wurden dafür mit drei Medaillen belohnt. Und was die Rückschläge vor und nach den Olympischen Spielen angeht, haben wir viel gelernt. Niederlagen motivieren uns, härter zu arbeiten, denn wir wollen das nicht noch einmal erleben", so der 44-Jährige weiter.
Skisprung: Alle leiden unter Regelbrüchen
Dass das polnische Team immer mal wieder Höhepunkte setzte, häufig aber auch unter dem Radar flog, hängt aus Sicht von Maciusiak auch mit Vergehen der Konkurrenz zusammen – und damit mit einem strukturellen Problem der Sportart.
Demnach würden Nationen die geltenden Regeln im Kampf um die letzten Prozentpunkte immer wieder brechen und die FIS damit zu Regeländerungen zwingen, die wiederum eine Umstellung für alle bedeuten.

Kacper Tomasiak überzeugte bei den Olympischen Spielen
Fotocredit: Getty Images
"Wir müssen uns an die geltenden Regeln halten, aber wenn jemand anderes es übertreibt und sich dadurch einen Vorteil verschafft, werden wir dafür bestraft", monierte der ehemalige Skispringer.
"Man muss nicht einmal ein großer Experte sein, um das zu erkennen. Ich würde es so zusammenfassen: Wir brauchen bessere Kontrollen, anstatt immer neue Regeln zu erfinden", forderte Maciusiak.
Den polnischen Skispringern gelang in der abgelaufenen Saison kein Einzel-Podium im Weltcup – für den Cheftrainer hat das auch mit dem strengeren Regelbewusstsein innerhalb seines Verbands zu tun.
"Wenn alle anfangen, gleich zu denken, wird dieser Sport aussterben", warnte der 44-Jährige und erklärte: "Wir haben uns den Spielregeln angepasst. Wir bewegen uns am Rande, aber immer noch innerhalb der Regeln. Und ich würde es vorziehen, wenn andere unserem Beispiel folgen, anstatt dass wir uns allen anpassen müssen."
Das könnte Dich auch interessieren: "Da hört es bei mir auf": ÖSV-Sportdirektor kontert Eder deutlich
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/03/29/image-fa60f932-29be-4c8a-9007-cdbd820ce75a-85-2560-1440.png)
Flugshow-Highlights: Prevc beim Saisonfinale knapp geschlagen
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung