König Kamil wieder obenauf: Volksheld Stoch sorgt für "Tournee-Explosion"

Als erster Pole in der Geschichte gewann Kamil Stoch das Auftaktspringen der Vierschanzentournee. Maßgeblich dafür: Trainer Stefan Horngacher, der ihn zurück zu alter Stärke führte. "Schon vor zehn Jahren, als ich mit Stefan im polnischen Jugendteam gearbeitet habe, hat er mir sehr geholfen. Und daher kenne ich seine Methoden. Er hat ein tolles Team geschaffen", sagt Stoch über den Österreicher.

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Horngacher half ihm mit einem simplen Kniff: er korrigierte die Anlaufposition - "das war der entscheidende Kniff", sagt der Pole.
Der polnische Skisprung-Held hatte die Pressekonferenz in Oberstdorf eigentlich schon verlassen, als er plötzlich zurück zur Bühne eilte und kurzerhand die zu Werbezwecken aufgestellte Flasche Apfelschorle vor den Augen von Werner Schuster mitnahm. Der deutsche Bundestrainer reagierte mit einem Grinsen - und redete einfach weiter.
"König Kamil" hatte sich die Erfrischung redlich verdient. Als erster Pole gewann der 30-Jährige den Auftakt der Vierschanzentournee, umgerechnet 2,30 Meter liegt Stoch in der Gesamtwertung vor Freitag und hat damit beste Chancen, seinen Coup aus dem Vorjahr zu wiederholen.
Nach seinem ersten Saisonsieg sagte der Titelverteidiger:

Polen entfachen Euphorie im Heimatland

Fantastisch war vor allem Stochs zweiter Sprung, der ihn von Rang vier noch an die Spitze katapultierte.
Die Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" schrieb voller Euphorie:
Da auch Dawid Kubacki als Dritter und Stefan Hula als Fünfter vollends überzeugten, titelte das Blatt:
Schon vor einem Jahr hatten Stoch, Piotr Zyla und Maciej Kot die Tournee auf den Rängen eins, zwei und vier abgeschlossen. Für Stoch, immerhin Weltmeister 2013, Doppel-Olympiasieger 2014 und Gesamtweltcupsieger 2013/2014, war der Triumph im Vorjahr die Rückkehr aus einem zweijährigen Mittelmaß. Eine Rückkehr, an der Nationaltrainer Stefan Horngacher, zuvor Schusters Assistent beim Deutschen Skiverband, großen Anteil hat.

Stoch füllt Malyszs Fußstapfen voll aus

Längst steht Stoch auf einer Stufe mit dem großen Adam Malysz, Tourneesieger von 2000/2001 und viermaliger Weltmeister. Dabei mag Stoch diesen Vergleich überhaupt nicht.
Er sagt:
Das gelingt bisher bestens. In den vergangenen 40 Jahren waren nur Sven Hannawald (2002/2003) und Janne Ahonen (2005/2006) als Titelverteidiger mit einem Sieg in die Tournee gestartet.
Der Schlüssel zum Erfolg, betont Stoch, sei gerade bei der Tournee die Erholung. "Je weniger Interviews wir geben, desto mehr Zeit haben wir", sagte er mit einem Augenzwinkern und verließ die Pressekonferenz - um wenig später durstig zurückzukehren.
Inzwischen hatte dort Schuster Platz genommen - und Stoch bereits ausgiebig gelobt. "Kamil hat einen absolut tollen Sprung gezeigt. Er ist ein ganz großer Skispringer", sagte Schuster. Und vielleicht schon bald der erst neunte Springer, der seinen Tournee-Titel erfolgreich verteidigt.
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