Skiflug-WM: Eisenbichler untermauert Favoritenrolle in Planica

Markus Eisenbichler greift in Planica nach dem Weltmeistertitel im Skifliegen. Die erste Duftmarke setzte der 29-Jährige dabei in der Qualifikation am Donnerstag, die er für sich entscheiden konnte. "Mir taugt das extrem hier", sagte Eisenbichler nach der gelungenen Generalprobe zufrieden. Doch die Weltmeisterschaft in Slowenien ist für die DSV-Hoffunung weit mehr als nur der Kampf um Edelmetall.

Markus Eisenbichler - Qualifikation Skiflug-WM in Planica

Fotocredit: Getty Images

Markus Eisenbichler saß lächelnd in seinem Einzelzimmer im schicken Hotel Kompas zu Kranjska Gora und machte seiner großen Leidenschaft eine Liebeserklärung aus tiefstem Herzen.
"Beim Skifliegen fühlst du dich wie der Aladin auf seinem Teppich", sagte er vor dem Auftakt der Skiflug-WM im slowenischen Planica: "Man denkt nicht viel, genießt nur den Flug und will nicht, dass dieses Gefühl endet. Die ganzen Sorgen und Ängste, die einen im echten Leben bedrücken, sind da vergessen."
Während in Eisenbichlers bayrischer Heimat die Corona-Maßnahmen verschärft werden, sind die Titelkämpfe im legendären "Tal der Schanzen" also ein Anker in die Normalität für Deutschlands besten Skiflieger.
"Ich freue mich extrem auf die Tage hier, die Flüge und die extrem geile Schanze", sagte der 29-Jährige, der nicht erst seit seinem ersten Weltcupsieg in Planica im März 2019 ein Star im flugverrückten Slowenien ist - die Wände in seinem und anderen Kompas-Zimmern zieren riesige Wandbilder von "Eisei" in waghalsiger Flug-Aktion.
picture

Dickes Ausrufezeichen: Eisenbichler düpiert die Konkurrenz in Planica

Quelle: Eurosport

Eisenbichler setzt erste Duftmarke in der Quali

"Das Foto ist von 2013 oder 2014 und spiegelt wider, was das Fliegen ausmacht - auch wenn damals noch nicht so viel davon bei mir vorhanden war", sagte Eisenbichler lachend. Der Spätzünder, der mit 248,0 m den deutschen Rekord hält, ist mittlerweile auf den größten Schanzen der Welt einer der Allerbesten - und hat große Chancen auf den ersten deutschen WM-Titel im Fliegen seit Severin Freund 2014.
"Ich muss die Sprünge machen, die ich in den letzten Wochen abgeliefert habe, mein Fluggefühl einsetzen. Dann haben es die anderen schwer - auch die Norweger", sagt der amtierende Großschanzen-Weltmeister. Am Donnerstag untermauerte er mit dem Sieg in der Qualifikation seine Favoritenrolle. "Mir taugt das extrem hier", sagte Eisenbichler danach zufrieden.
Die Norweger, vor allem Senkrechtstarter Halvor Egner Granerud, sind Eisenbichlers stärkste Gegner im Einzel (Qualifikation am Donnerstag, vier Wertungssprünge am Freitag und Samstag). Mit zwei Siegen im Weltcup war Deutschlands Nummer eins in die Saison gestartet, danach gewann dreimal Granerud - zuletzt in Nischni Tagil aber auch, weil Eisenbichler wegen einer Windböe schuldlos abstürzte.

Eisenbichler hakt Wind-Pleite von Nischni Tagil ab

"Danach habe ich mich ein paar Minuten aufgeregt, dann war das Thema abgehakt", sagt Eisenbichler, der mittlerweile in Extremsituationen - wie Flugvorbild Aladin - tiefenentspannt auf dem Teppich bleibt: "Früher habe ich mich zu sehr aufgeregt und dabei zuviel Energie verbraucht. Jetzt sage ich: Mei, das ist halt jetzt so."
Diese Ruhe benötigt Eisenbichler auch in Planica, wo in Corona-Zeiten nichts ist wie gewohnt. Die Flug-WM hätte schon im März stattfinden sollen, war dann aber eine der ersten Großveranstaltungen in Europa, die abgesagt wurden - und wegen bestehender Fernsehverträge nun noch im Kalenderjahr 2020 nachgeholt wird. Ohne Zuschauer, versteht sich. Dort, wo die Letalnica-Schanze sonst in einem Hexenkessel mit dem unnachahmlichen Aroma aus Krainer Bratwurst und reichlich Bier mündet, herrscht gähnende Leere.
Dass Corona auch im Springerlager gewütet hat, einige Springer zwangsweise fehlen, andere wie Weltrekordler Stefan Kraft von einer Infektion geschwächt sind, quittiert Eisenbichler schulterzuckend: "In unserem Team hat es noch keinen getroffen, weil wir ein gutes Konzept haben. Bei den anderen ist es dann auch mitunter selbst verschuldet, weil die eben kein so gutes Hygienekonzept haben, nicht immer aufpassen - dafür kann ich dann auch nichts."
(SID)
picture

Traum-Comeback in Planica: Hayböck meldet sich eindrucksvoll zurück

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung