Domen Prevc' Ski-Drama bei Skiflug-WM in Oberstdorf: Experte Martin Schmitt von Ruhe des Weltmeisters beeindruckt
VonJan Zesewitz
Update 26/01/2026 um 16:42 GMT+1 Uhr
Es waren kuriose Szenen, die sich beim Team-Wettbewerb der Skiflug-WM in Oberstdorf abgespielt haben. Im Mittelpunkt stand der Überflieger Domen Prevc. Es waren seine Skier, die die Schanze hinabrauschten. Eurosport-Experte Martin Schmitt ordnete die absurden Ereignisse ein und auch die Entscheidung der Jury, Prevc nicht starten zu lassen. Zudem war Schmitt vom Weltmeister beeindruckt.
Unglaublich! Prevc' Ski rasen unkontrolliert die Schanze hinunter
Quelle: Eurosport
"Er hat mit seinem Flug dann gezeigt, dass ihn das Ganze eher wenig mitgenommen hat", sagte der Experte im Eurosport-Interview. "Ich fand es sehr beeindruckend, wie ruhig er geblieben ist, ich hätte zu meiner Zeit wohl anders reagiert. Er hat sich auf keine größere Diskussion eingelassen und die Entscheidung hingenommen. Und dann hat er eine sehr eindrucksvolle Antwort gegeben."
Nach seinem Sprungverbot im ersten Durchgang war Slowenien zwar ohne Medaillen-Chance, Prevc sprang im Finale dennoch auf beeindruckende 228,5 Meter und zeigte damit, dass er durch die Aufregung nichts von seiner aktuellen Topform eingebüßt hat.
War diese Situation denn überhaupt so außergewöhnlich, wie es für die meisten Zuschauer den Anschein hatte? "Man erlebt es vielleicht einmal im Jahr oder alle zwei Jahre über alle Skisprung-Klassen hinweg, dass so etwas passiert", erklärte Schmitt.
Die Situation an der Heini-Klopfler-Schanze begünstige aber solche Unfälle: "Die Anlage stammt aus den 70er-Jahren und wurde nicht mit der Großzügigkeit heutiger Schanzen gebaut", sagte der Eurosport-Experte. "Beim Team-Wettbewerb kam viel zusammen, es hat geschneit und es ist eng oben."
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Highlights: Ein denkwürdiger Tag in Oberstdorf
Quelle: Eurosport
Zwei Versionen - wer ist Schuld am Ski-Drama?
Dies beantworte aber noch nicht die Schuldfrage. Die Slowenen legten am Montag noch einmal formellen Protest gegen das Startverbot von Prevc ein, die FIS geht klar von einem Fehler des neuen Skiflug-Weltmeisters aus.
"Es gibt zwei Versionen, die Fragen nach sich ziehen", analysierte Schmitt. "Hat er die Ski einfach nur abgelegt? Wäre jemand dagewesen, der die Skier hätte halten können? Dann soll laut der slowenischen Variante jemand die Skier mit einem Regenschirm touchiert haben, das soll auch ein Vorspringer gesehen haben. Wenn das zutrifft, dann hat er keine Schuld und es wäre extrem bitter. Wenn es sein Fehler war, dann ist es natürlich eine Unachtsamkeit, die nicht passieren sollte."
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"Die gehen viel besser": Prevc mit Traumflug nach Ski-Drama
Quelle: Eurosport
Der FIS-Delegierte Andreas Bauer sagte, dass Prevc die Skier nicht an einem sicheren Ort deponiert habe, zudem hätte man angesichts der Bedingungen mit Schneefall nicht längere Zeit auf den Slowenen warten können. Die Entscheidung war somit alternativlos.
Eine Entscheidung, die Schmitt nachvollziehen kann: "Auf der Basis des Selbstverschuldens hat die FIS ihre Entscheidung getroffen. Dazu kam der Druck, dass man bei dem Schneefall mit der Spur nicht zehn Minuten warten konnte. Es war eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Die Bedingungen hätten sich auch komplett ändern können, das wäre auch nicht fair gewesen. So blieb man bei den verfügbaren Tatsachen und beim Reglement."
Für Prevc und das slowenische Team wird sich an dieser Entscheidung wohl nichts mehr ändern. Der Vierschanzentournee-Sieger kann sich mit der Goldmedaille im Einzel trösten - und mit der Gewissheit, dass trotz der Gefahr, die von den herrenlosen Skiern ausging, niemand verletzt wurde.
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"Heikler Fall": Wer hat Schuld am Ski-Fauxpas von Prevc?
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