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Skispringer Karl Geiger im Interview: "Habe Weltcups gewonnen und bin sang- und klanglos ausgeschieden"
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Update 29/10/2024 um 18:18 GMT+1 Uhr
Vor Start der neuen Saison hat der fünffache Skisprung-Weltmeister Karl Geiger im exklusiven Interview mit Eurosport über schwankende Leistungen in der vergangenen Saison, seine Baustellen und den Sommer gesprochen. Bis zum Weltcup-Auftakt am 23. November in Lillehammer will der 31-Jährige an seiner Konstanz arbeiten. Das Niveau seiner Sprünge sei schon wieder höher.
Geiger greift im WM-Winter neu an: "Ich brenne dafür"
Quelle: Eurosport
Für Karl Geiger glich die vergangene Weltcup-Saison einer Achterbahnfahrt. In Klingenthal im Dezember gewann er beide Springen, danach qualifizierte er sich bei mehreren Wettbewerben nicht einmal für die zweite Runde.
Insbesondere die zweite Saisonhälfte machte den Skiflug-Weltmeister von 2020 ratlos. Auch im Sommer blieben die Fragen bestehen. Doch der 31-Jährige arbeitet an seiner Technik und ist zuversichtlich, wie er im exklusiven Interview mit Eurosport im Rahmen der DSV-Einkleidung verriet.
Herr Geiger, bis zum ersten Weltcup-Springen sind es noch ein paar Wochen. Wie groß ist die Vorfreude und wie läuft die Vorbereitung auf die neue Saison?
Karl Geiger: Die vergangenen Wochen waren ein bisschen turbulenter, aber momentan fühle ich mich gut, ich habe ein paar Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wenn die Kontinuität bleibt, ist die Vorfreude sehr hoch.
Warum waren die vergangenen Wochen turbulenter?
Geiger: Die ersten Wochen des Sommers waren sehr gut und sehr produktiv. Dann bin ich beim Sommer-Grand-Prix in Courchevel an den Start gegangen. Dort lief es gar nicht gut – und dann bin ich ein wenig ins Schludern gekommen. Es war gut, dass ich mitgemacht habe, aber ich war noch nicht so gefestigt und konstant, wie ich es gern hätte. Ein paar Kinderkrankheiten sind wieder aufgetaucht, die mich im vergangenen Winter begleitet haben. Deshalb musste ich mich intensiv damit beschäftigen, wie ich das Problem löse. Das kostet Zeit, die Lösung präsentiert sich nicht einfach auf einem Teller – ich musste viel arbeiten und ausprobieren. Mal schauen, ob ich die richtigen Schlüsse gezogen habe. Ich fühle mich jetzt wieder wohler. Die Sprünge kommen immer wieder auf einem höheren Niveau.
Die vergangene Saison war ein Wechselbad der Gefühle. Was stimmt sie optimistisch, dass Sie nächste Saison wieder auf konstant hohem Niveau mitspringen können?
Geiger: Ich habe mir technisch meine Baustelle herausgesucht. Ich möchte die Anfahrtsgeschwindigkeit verbessern, weil sie vergangenes Jahr geschwankt hat. Ich bin jemand, der ganz vorn dabei sein kann. Wenn man schnell im Anlauf ist, dann tut man sich schon leichter beim Absprung und beim Flug. An diesen Bausteinen habe ich gearbeitet, es hat sich nicht gleich gelichtet, aber ging einen Schritt vorwärts.
Der ehemalige Bundestrainer Werner Schuster nennt Sie den "Mental-Karl", weil Sie es schaffen, auf den Moment fokussiert zu sein und abzuliefern. Wie schaffen Sie das?
Geiger: Das habe ich mir über die Jahre erarbeitet und ausgetüftelt: Wie arbeite ich? Wie denke ich? Ich habe ein gutes und schlagkräftiges Mindset gefunden. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass ich das unglaublich gut kann. Ich weiß, dass das eine große Stärke von mir ist. Die Crux ist nur: Wenn man nicht weiß, was die richtigen Schlüsse sind, kann man seine mentale Stärke nicht ausspielen, weil es technisch zu schwach ist. Wenn die technische Rohform steht und ich genau weiß, was zu tun ist, kann ich mich darauf einschießen und mich so sehr fokussieren, dass ich mich nochmal steigern kann.
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Karl Geiger beim Skiflug-Weltcup im März in Planica.
Fotocredit: Getty Images
Mit der WM findet ein weiteres Highlight statt. Worauf liegt Ihr Fokus in dieser Saison?
Geiger: Der liegt erst einmal darauf, gut zu starten. Dann kommt die Vierschanzentournee, dann die Weltmeisterschaft. Das sind definitiv die zwei Highlights. Darauf fokussiere ich mich noch nicht, sondern ich versuche, das, was ich mir in der Vorbereitung erarbeitet habe, aufs Tableau zu bringen. Mein Ziel ist, die ganze Saison konstant durchzuhalten. Vergangenes Jahr habe ich Weltcups gewonnen und bin sang- und klanglos ausgeschieden. Diese Bandbreite möchte ich eindämmen.
Sie haben in Ihrer Karriere fast alles gewonnen. Was treibt Sie noch an?
Geiger: Der Sport an sich ist ein unglaublich toller, spannender Sport. Er kann zwar auch frustrierend sein, macht im Kern aber unglaublich Spaß. Ich brenne einfach dafür. Natürlich bin ich ergebnisorientiert, aber eigentlich ist das Faszinierende, wie man sich selbst fordern und fördern kann, dass man das Maximale aus sich selbst herausholt.
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