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Skispringer Markus Eisenbichler im exklusiven Interview mit Eurosport: "Bei Misserfolgen wurde ich immer nervöser"
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Publiziert 31/10/2024 um 14:34 GMT+1 Uhr
Markus Eisenbichler hat seine schwierige vergangene Saison intensiv aufgearbeitet und will im anstehenden Skisprung-Winter wieder durchstarten. Das Ende der Karriere beschäftigt den sechsmaligen Weltmeister schon länger, doch "Eisei" hat noch große Ziele als Leistungssportler, wie der 33-Jährige im exklusiven Interview mit Eurosport verriet. Zudem spricht er über Veränderungen in seinem Mindset.
Eisenbichler im Exklusiv-Interview: " Genießen, was ich tue"
Quelle: Eurosport
Am 22. November startet mit dem ersten Event auf der Großschanze in Lillehammer die Weltcupsaison der Skispringer (alle Springen der Saison 2024/25 live und auf Abruf bei Discovery+).
Mit seinen 33 Jahren gehört Markus Eisenbichler zu den "alten Hasen" auf den Schanzen. Doch das Skisprungfeuer brennt nach wie vor im sechsmaligen Weltmeister.
Auch wenn das Karriereende näherrückt, hat der "Eisei" noch viel vor. Im Interview mit Eurosport spricht Eisenbichler über seinen harten Weg zurück in die Weltspitze und Veränderungen in seiner Herangehensweise.
Herr Eisenbichler, bis zum Weltcup-Auftakt sind es noch ein paar Wochen. Wie läuft die Vorbereitung und wie groß ist die Vorfreude?
Markus Eisenbichler: Bislang läuft die Vorbereitung deutlich besser als letztes Jahr. Die Vorfreude ist natürlich da. Auf Schnee zu springen liegt mir einfach mehr als auf Matten. Daher freue ich mich darauf, wenn es wieder losgeht, es kälter wird und der Schnee kommt. So ist das Springen einfach schöner.
Die vergangene Saison war für Sie aus sportlicher Sicht eine zum Vergessen. Gegen Ende des Winters ging es aber wieder bergauf, das hat sich auch im Sommer fortgesetzt. Wie haben Sie es geschafft, sich wieder zurückzukämpfen?
Eisenbichler: Mit ganz normaler und harter Arbeit - und Entspannung. Ich habe gemerkt, dass ich mich zu sehr aufgeregt habe. Und das bringt bei mir nichts. Da werde ich nur noch verbissener, das hat negative Auswirkungen. Daher habe ich im Sommer versucht, in Ruhe zu arbeiten, selbst wenn sich störende Faktoren ergeben sollten. Bisher hat das ganz gut funktioniert und ich bin sehr entspannt.
Ich habe gemerkt, dass ich bei Misserfolgen immer nervöser wurde. Das hat das Negative bewirkt.
Wie haben Sie den letzten Winter aufgearbeitet und konnten Sie aus dieser Krise auch etwaige Lehren ziehen?
Eisenbichler: Ich habe viele positive Dinge aus dieser Zeit mitgenommen. Zum Beispiel habe ich gemerkt, dass ich bei Misserfolgen immer nervöser wurde und versucht habe, im Stress irgendetwas aufzuarbeiten. Das hat am Ende das Negative bewirkt. Im Winter habe ich mir schließlich geschworen, dass ich einfach entspannt bleibe und das Skispringen genieße - weswegen ich ursprünglich damit angefangen habe. In der Folge ist es immer besser geworden, gegen Ende der Saison ging es aufwärts. Das kam zwar etwas spät, aber besser spät als nie. Sollte es in der Saison nicht gut laufen, würde ich das nicht schlimm finden, die Situation kenne ich zur Genüge.
Gab es während dieser schweren Zeit Gedanken an ein Karriereende?
Eisenbichler: Dieser Gedanke geistert schon lange in meinem Kopf herum, immerhin bin ich schon etwas älter. 2018 habe ich bereits gesagt, dass ich langsam nicht mehr mag. Das normale Leben ist auch schön. Bei der Bundespolizei habe ich mir sehr viel aufgebaut, worauf ich mich freue. Ewig macht es der Körper nicht mit. Aktuell macht mir das Skispringen aber so viel Spaß, dass ich nicht darauf verzichten kann. Auf das Reisen hingegen schon. Leider haben wir das Beamen aber noch nicht erfunden, daher bleibt es mir nicht erspart. Für das Skispringen brenne ich aber immer noch.
Was steht bis zu Ihrem Rücktritt noch auf Ihrer Bucket List? Was möchten Sie erreichen?
Eisenbichler: Viel. Zunächst möchte ich zurück in den Weltcup und dort gute Ergebnisse erzielen. Der Gesamtweltcup und der Triumph bei der Vierschanzentournee sind nach wie vor große Träume von mir. Mal schauen, ob das funktioniert. Wenn ich auf meine bisherige Karriere blicke, bin ich schon sehr, sehr, sehr zufrieden. Mit dem Skispringen habe ich begonnen, weil ich Skifliegen und einen Weltcupsieg feiern wollte. Das ist mir gelungen. Man kann dann auch mal zufrieden sein. Ich habe weiterhin Ziele - in diesem Fall sind es Wünsche - und ich werde hart darauf hinarbeiten.
Ich will es genießen, dass ich nach dieser schwierigen Saison wieder dabei sein darf.
Gibt es auch Ziele für die Weltmeisterschaft in Trondheim?
Eisenbichler: Ich will dabei sein. Der Konkurrenzkampf in unserem Team ist groß. Wir haben sehr viele gute Springer. Ich sehe sie aber nicht als Konkurrenten, sondern als meine Mitstreiter, von denen die Besten starten. Bei der Weltmeisterschaft will ich dabei sein und bestenfalls im Team eine Medaille holen.
Sie meinten, dass sie es nun lockerer angehen wollen. Steht für Sie ab sofort im Vordergrund, die Wettkämpfe mehr zu genießen, sollte Ihnen der Sprung ins Weltcupteam gelingen?
Eisenbichler: Ich will es genießen, dass ich nach dieser schwierigen Saison wieder dabei sein darf. Die hat mich sehr viele Körner gekostet. Die Situation war nicht so einfach. Aber ich habe sie angenommen und fand es extrem spannend zu beobachten, wie man daran wächst.
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