Vierschanzentournee: Marius Lindvik möchte sich im Weltcup-Zirkus etablieren

Marius Lindvik gilt seit seinen Siegen bei der Vierschanzentournee als kommender Skisprung-Star. Dabei hatte der stille Shootingstar auch eine ganz andere Job-Karriere im Visier. Der Norweger möchte kein One-Hit-Wonder wie einst Thomas Diethart werden. Trainer Alexander Stöckl sieht in Lindvik großes Potential, Norwegens Skisprung-Chef vergleicht ihn gar mit Superstar Gregor Schlierenzauer.

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Ein paar Jahre ist es her, da stand Marius Lindvik vor der Entscheidung seines Lebens: Soll er der bekannteste DJ der Welt werden wie sein Vorbild Avicii? Oder doch der beste Skispringer der Welt? Norwegens Doppelt-Hochbegabter setzte alles auf die Schanzenkarte. Mit seinen Siegen in Garmisch und Innsbruck bei der Vierschanzentournee ist der Senkrechtstarter seinem Ziel sehr nahe gekommen. Von nun an muss Lindvik der Welt beweisen, kein One Hit Wonder zu sein.
"Ich habe einfach probiert, fokussiert zu bleiben und mein normales Zeug zu machen. Das funktioniert in der Regel", sagte Lindvik während der Tournee über sein Erfolgsgeheimnis. Sich auf eine Sache zu konzentrieren, den Rest weitgehend auszublenden - das machte den 21-Jährigen auf dem Weg an die Weltspitze stark, das half ihm auch auf seinem Karriereweg, wie er selbst erklärte:
Als Teenager legte er im bekannten Club Martins in Lilleström auf, gab teils den Anheizer für Top-DJs. Nun zieht er mit dem Weltcup-Zirkus durch die Länder, an diesem Wochenende will er den Tournee-Schwung mit nach Val di Fiemme nehmen.

Lindvik auf den Spuren von Schlierenzauer

Vielleicht hätte es Lindvik auch im DJ-Business weit gebracht, hätte in die Fußstapfen des von ihm verehrten, vor zwei Jahren viel zu jung gestorbenen Schweden Avicii treten können. Doch heute versorgt er nur noch seine norwegischen Teamkollegen mit den neuesten Beats, komponiert in freien Stunden frische Songs. Ansonsten gibt es beim stillen Superflieger wenig abseits des Skispringens.
"Er ist ein extrem fokussierter Athlet. Ich habe selten einen erlebt, der so in der Sache drin ist", sagte sein österreichischer Coach Alexander Stöckl über Lindvik, den Norwegens Skisprung-Chef Clas Brede Brathen einst bei einer seiner Sichtungstouren durchs Land entdeckte. Braathen erinnerte sich:

Stöckl bringt Lindvik bis an die Weltspitze

Lindvik schoss freilich nicht wie Österreichs Weltcup-Rekordsieger schon als Teenager durch die Decke, sondern entwickelte sich stetig. "Es waren keine Riesenschritte, aber er ist immer stabiler geworden", sagte Stöckl über den Junioren-Weltmeister von 2018, der gerade seine erste komplette Weltcup-Saison bestreitet und Mitte Dezember als Dritter in Klingenthal erstmals auf dem Podest landete. Nun erklärte Stöckl:
Der immens relaxte Lindvik, dem seine ausgiebige (Tag- und) Nachtruhe den Spitznamen "Der Schläfer" eingebracht hat, steht längst nicht am Ende seiner Entwicklung. Wie zuletzt der Österreicher Thomas Diethart 2013/14 feierte Lindvik seine ersten beiden Weltcupsiege bei der Tournee. Dass aber "DJ Marius" ein One Hit Wonder bleibt, ist fast ausgeschlossen.
(SID)
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