"Kann jeden schlagen"

Martin Schmitt hat noch lange nicht genug: Nach seinem Podestplatz in Innsbruck geht er voller Selbstvertrauen ins Tournee-Finale in Bischofshofen (ab 16:30 Uhr im Live-Videostream bei eurosport.yahoo.de) und traut sich nun auch den ersten Sieg seit fast

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Der Aufwärtstrend bei Martin Schmitt geht ungebremst weiter: "Der Bann ist gebrochen", befand der Schwarzwälder am Bergisel und genoss den Erfolg in vollen Zügen.
"In den Jahren, in denen ich zehn, elf Weltcup-Siege feiern konnte, hatte eine Podestplatzierung nicht ganz so eine Bedeutung wie diese", umschrieb Schmitt seine Gefühle bei der Rückkehr in die absolute Weltspitze.
Zuletzt hatte er im März 2007 einen dritten Platz erreicht, doch waren damals am Saisonende viele Topspringer schon nicht mehr in Form - ein Podest bei der Vierschanzentournee hingegen bestieg er letztmals im Jahr 2000 bei seinem Sieg in Oberstdorf. Gerade auch deshalb stellte er fest: "Das macht Lust auf mehr."
"Wäre mehr drin gewesen"
"Es ist schon eine Last, die abfällt, man sieht: Okay, ich habe mich nicht getäuscht", so der 30-Jährige weiter. Es war "eine tolle Erfahrung, mal wieder als Führender oben zu stehen", deshalb habe er vor dem zweiten Durchgang nur gedacht: "Genieße es, du hast so lange auf diesen Moment warten müssen!"
Ganz zufrieden war Schmitt mit seiner Leistung aber nicht: "Natürlich wäre auch noch mehr drin gewesen, aber wenn man so lange nicht auf dem Podest gestanden hat, dann freut man sich einfach zu 100%. Ich habe jetzt die Gewissheit, dass ich jeden schlagen kann."
Behält Loitzl die Nerven?
Lob gab es auch von Tournee-Spitzenreiter Wolfgang Loitzl: "Schmitt hatte ich nicht auf der Rechnung, aber es ist gut für das Skispringen, dass wieder ein Deutscher mit vorn ist."
Der Österreicher konnte sich mit seinem zweiten Sieg in Serie erfolgreich im Gesamtklassement absetzen: Rivale Simon Ammann verlor durch sein schwächstes Saisonergebnis deutlich an Boden. Dennoch versprach Loitzl den Fans: "Ich werde nicht verteidigen, sondern weiter angreifen."
ÖSV-Chefcoach Alexander Poitner wertete die dritte Station der Tournee als Schlüsselspringen: "Das war sicher eine Vorentscheidung für den Tourneesieg", betonte der Österreicher. Dann ging es mit dem Helikopter nach Bischofshofen - jede Kleinigkeit soll genutzt werden, um den ersehnten Gesamterfolg auch unter Dach und Fach zu bringen.
Ammann gibt nicht auf
Denn Doppelolympiasieger Ammann will sich noch nicht geschlagen geben: "Ich kann die Tournee noch immer gewinnen", kündigte er trotzig nach seinem achten Platz an.
Hoffnung macht ihm dabei, dass in Bischofshofen die größten Weiten im Rahmen der Tournee gesprungen werden - "Flieger" sind dort im Vorteil. Das könnte den Schweizer begünstigen, denn Loitzl zählte bislang nicht zu den besten Weitenjägern. Bei Skifliegen etwa landete er in seiner über zehnjährigen Karriere noch nie unter den Top Ten.
Doch 15,8 Punkte Rückstand für Ammann dürften dennoch nur schwer aufzuholen sein. Fast neun Meter sind das umgerechnet in Weite und da Loitzl in den letzten Springen auch stets die bessern Haltungsnoten erhielt, müsste Ammann in den letzten beiden Sprüngen jeweils wohl über fünf Meter weiter fliegen.
Wahrscheinilcher als ein Coup des Weltcup-Spitzenreiters wäre eher ein österreichischer Doppelsieg am Ende. Der nur knapp zurück auf Rang drei liegende Gregor Schlierenzauer kündigte bereits an: "Ammann ist auf jeden Fall in Reichweite!"
Verfolgen Sie die Qualifikation und das Springen in Bischofshofen jeweils ab 16:30 Uhr im Live-Videostream bei eurosport.yahoo.de!
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