Disqualifikation um Timi Zajc schlägt hohe Wellen: Slowenen greifen internationalen Skisprungverband FIS direkt an
Update 01/02/2025 um 12:56 GMT+1 Uhr
Die slowenischen Skispringer um Timi Zajc haben nach mehreren Disqualifikationen wegen nicht regelkonformer Anzüge eine hitzige Debatte im Skisprungzirkus entfacht. Innerhalb einer Woche wurde das Team dreimal aus dem Wettbewerb genommen, was Cheftrainer Robert Hrgota und seine Athleten zunehmend verärgerte. Nach dem Mixed-Team-Wettkampf in Willingen machten sie ihren Unmut öffentlich.
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Quelle: Eurosport
"Beim Skispringen ist ein Zirkus entstanden. Wir sind offensichtlich zu gut in den Wettkampf gestartet, sie (die FIS, Anm. d. Red.) mussten uns stoppen, sie mussten die Deutschen auf das Podium bringen. Heute haben sie gewonnen", griff Zajc die Verantwortlichen der FIS im Interview mit dem slowenischen Rundfunk "RTV" direkt an.
Der Auslöser für Zajcs Ärger war seine Disqualifikation im ersten Durchgang des Mixed-Team-Wettbewerbs in Willingen. Die Jury bemängelte die Größe seines Anzugs und annullierte seinen Sprung.
Besonders kurios: Im zweiten Durchgang trat der Slowene mit exakt demselben Anzug an - diesmal ohne Beanstandung.
Nach seinem zweiten Sprung reagierte Zajc demonstrativ auf die umstrittene Disqualifikation: Er streckte im Auslauf die Arme in die Höhe, um den Zuschauern zu zeigen, dass sich die Größe seines Anzugs nicht verändert hatte.
Trainer wird von FIS-Direktor zurückgehalten
Während Zajc seinen Unmut offen zeigte, hielt sich sein Trainer Robert Hrgota mit öffentlichen Aussagen zurück – allerdings nicht ganz freiwillig. FIS-Renndirektor Sandro Pertile hinderte ihn persönlich nach einem Vier-Augen-Gespräch daran, sich gegenüber der Presse zu äußern.
Der Coach vertröstete die Journalisten lediglich mit einer knappen Bemerkung: "Morgen, wenn die Emotionen abgeklungen sind."
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Quelle: Eurosport
Wenig später meldete sich jedoch der slowenische Skisprungverband zu Wort. In einer offiziellen Stellungnahme kritisierte man die jüngsten Entscheidungen der FIS und stellte die Fairness der Ausrüstungskontrollen infrage.
"In den vergangenen zwei Wochen gab es mehrere Disqualifikationen slowenischer Skispringer, die aus unserer Sicht ungerechtfertigt sind. Bereits gestern hat der slowenische Skiverband den Direktor des FIS-Weltcups offiziell darauf hingewiesen, dass die jüngsten Entscheidungen Zweifel an der konsequenten Anwendung klarer und einheitlicher Regeln aufkommen lassen. Die heutige Disqualifikation von Timi Zajc verstärkt den Eindruck, dass die Ausrüstungskontrollen nicht nur den Regeln, sondern auch bestimmten Vorgaben folgen", heißt es in der Erklärung.
Der Verband geht sogar noch einen Schritt weiter und droht der FIS mit rechtlichen Schritten. Man sammle bereits "aktiv alle notwendigen Daten, da wir den Fall übergeordneten Behörden vorlegen wollen." Sollte es tatsächlich zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommen, wäre dies ein beispielloser Vorgang im Skisprungzirkus.
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