Die Matchroom-Gruppe ist weltweit engagiert und hat in 40 Jahren viele Sportarten zu führenden TV-Sportarten entwickelt. Neben Snooker gehören dazu zum Beispiel auch Pool, Darts, Bowling, Golf und vieles mehr. Renommiert ist Matchroom zudem als Box-Promoter. Die Wurzeln aber lagen im Snooker.
Barry Hearn gehörte ursprünglich der Lucania Club, ein Snooker-Center in Romford. In den kam dann irgendwann ein schüchterner junger Mann mit roten Haaren: Steve Davis.
Hearn erkannte das Potenzial von Davis und wurde dessen Manager. Die Partnerschaft der beiden wurde legendär und überaus erfolgreich. Es waren die Achtzigerjahre und Snooker wurde gerade zu einem bedeutenden TV-Sport. Das Duo Hearn/Davis war daran maßgeblich beteiligt.
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1982 wurde dann die Firma Matchroom gegründet. Auch der Name verweist auf die Snooker-Wurzeln. Zum Lucania Club gehörte nämlich ein Raum in dem (wie damals üblich) Matches um Geld gespielt wurden: der Matchroom. Davis hat in diesem Matchroom viel Geld verdient, Hearn auch. Der erste Firmensitz war ein Büro im Lucania Club.

Steve Davis (rechts) feiert mit Barry Hearn einen seiner sechs WM-Titel

Fotocredit: Imago

Hearn kehrt 2010 zum Snooker zurück

Während Hearn immer Manager von Davis blieb, verlagerten sich langsam seine Interessen. Im Snooker hatte er mit Verantwortlichen zu kämpfen, die wenig von Geschäften verstanden. So entwickelte Hearn dann andere Nischen-Sportarten zu erfolgreichen TV-Attraktionen.
Zum Snooker zurückkam er erst 2010. Snooker als Profisport lag darnieder. Es brauchte viel Überredungskraft von Steve Davis, damit sein Freund Hearn das Himmelfahrts-Kommando übernahm. Seitdem ist die Matchroom-Gruppe der Haupteigner der World Snooker Tour.
"Ich könnte nicht mehr stolz sein auf die Matchroom-Gruppe und ihr außergewöhnliches Team", wird Hearn in der Mitteilung der WST zitiert.
Zum Zeitpunkt der Staffel-Übergabe sagte er: "Es gab große Herausforderungen, aber keine war so groß wie die COVID-Pandemie. Ich war entschlossen zu bleiben, bis dieses Desaster vorbei ist. Nun gibt es Licht am Ende des Tunnels und ich bin überzeugt, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, die Verantwortung an meinen Sohn Eddie und das brillante Team zu übergeben.“

Hearn kümmert sich um globale Expansion von Snooker

In seiner neuen beratenden Rolle als Präsident wird Hearn sich vorwiegend um strategische Fragen und Fragen der globalen Expansion kümmern.
Snooker hat Hearn sehr viel zu verdanken. Ich habe meine Zweifel, ob es überhaupt noch eine echte Profitour gäbe, wenn Hearn nicht die Verantwortung übernommen hätte. Die Preisgeldsummen sind explodiert, seit er der Boss ist. Die Zahl der Turniere ist explodiert. Auch die Globalisierung von Snooker wäre ohne ihn nicht denkbar gewesen.
Deshalb: Danke Barry! Und alles Gute für die Zukunft. Aber ein Ruhestand wird diese Zukunft für ihn sicherlich nicht sein. Snooker, davon bin ich überzeugt, wird aber auch bei den nun Verantwortlichen in guten Händen sein. Das ist ein erfahrenes, erstklassiges und engagiertes Team.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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