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Blog von Rolf Kalb: Sieg von Neil Robertson beim World Grand Prix in Hongkong darf nicht überbewertet werden
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Publiziert 09/03/2025 um 15:59 GMT+1 Uhr
Ein Höhepunkt war es nicht gerade: Im Finale des World Grand Prix in Hongkong fegte Neil Robertson Stuart Bingham mit 10:0 vom Tisch. Bingham hatte nach einer grandiosen Woche einen rabenschwarzen Tag erwischt, während Robertson seine Chancen konsequent nutzte. Überbewerten sollte man den Triumph aber nicht, meint Eurosport-Experte Rolf Kalb in seinem aktuellen Blog.
Fluke im Finale: Robertson mit spektakulärem Glückstreffer
Quelle: Eurosport
10:0 klingt nach einer richtig bösen Klatsche, und das war es ja auch. Überbewerten sollte man den Triumph von Neil Robertson aber nicht. Natürlich hat der Australier gut gespielt, aber er profitierte vor allem davon, dass Stuart Bingham plötzlich vollkommen neben sich stand.
Dabei hatte der Weltmeister von 2015 auf dem Weg ins Finale Mark Williams, Wu Yize, Mark Selby und Judd Trump geschlagen. Das war nun wirklich die harte Tour. Aber all die Klasse, die er da gezeigt hat, war plötzlich wieder weg.
Auf einmal bremsten ihn wieder die unkontrollierten Muskelzuckungen (Yips) aus. Das war in einigen Situationen im Finale deutlich zu sehen. Dazu hat vermutlich auch beigetragen, dass es in seinem Umfeld zuletzt einige Todesfälle gegeben hat. Da kann ich nur hoffen, dass er das schnell verarbeiten und überwinden kann.
Das nimmt aber nichts von der Leistung von Neil Robertson. Wenn es darauf ankam, dann war auf ihn Verlass. Bingham war nur im ersten Frame ohne Punkt geblieben. In allen anderen Durchgängen hatte er sehr wohl Chancen, manchmal sogar sehr gute.
Robertson bei entscheidenden Clearances stark
Vorentscheidend waren sicher der fünfte und der sechste Frame, die Neil Robertson auf Schwarz und auf Pink gewann. Auch der achte Frame bot ein ähnliches Bild: Bingham führte da schon mit 63:1, aber Robertson fing ihn doch noch mit einer 66er-Clearance ab.
Das war überhaupt die wichtigste Stärke von Neil Robertson. Er spielte bei seinen entscheidenden Clearances ungeheuer gut. Diese Nervenstärke hatte er in Hongkong ja auch schon zuvor bewiesen, als er einige Matches noch gedreht hat, obwohl er schon klar zurücklag.
Neil Robertson selber führt seine Formsteigerung auf seine neue Titan-Ferrule zurück. Die, so verriet er während der Woche, habe zwei Vorteile: Zum einen sei die Auslenkung des Spielballes nicht mehr so groß wie mit seiner alten Ferrule, und zum zweiten habe er damit mehr Cuepower. Das merkte man seinem dynamischen Spiel auch an.
Erneutes Duell mit Bingham bei der Players Championship
Neil Robertson geht jetzt mit viel Rückenwind in die Schlussphase der Saison. Sein 25. Triumph bei einem Ranglisten-Turnier bedeutet, dass er sowohl bei der Players Championship als auch bei der Tour Championship dabei sein wird. Außerdem wird er bei der WM zu den gesetzten Spielern gehören, nachdem er die Rückkehr in die Top 16 der Rangliste geschafft hat.
Die Ironie der Kalenderplanung führt übrigens dazu, dass sich Neil Robertson und Stuart Bingham bereits beim nächsten Turnier, der Players Championship, bereits in der ersten Runde erneut begegnen. Das zeigt, wie fragwürdig es doch ist, alle drei Turniere der Players Serie direkt nacheinander zu spielen. Da bleibt es nicht aus, dass es immer wieder zu denselben Duellen kommt.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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"Ist es zu fassen?" Robertson locht lange Rote überragend
Quelle: Eurosport
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