Mister 98 Prozent: The Rocket überfährt Kyren Wilson im Finale

Am Ende spielte er wie im Rausch: Ronnie O’Sullivan triumphierte im Finale der English Open in Barnsley gegen Kyren Wilson mit 9:2. Für O‘Sullivan war dies der 29. Titelgewinn bei einem Weltranglisten-Turnier; damit hat er nun genauso viele wie John Higgins und einen mehr als Steve Davis. Für Wilson war es dagegen die zweite heftige Finalniederlage innerhalb weniger Wochen.

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Traumhafte 98 Prozent Erfolgsquote beim Lochen wies Ronnie O’Sullivan nach den elf Frames des Endspieles auf. Kyren Wilson, der erst vor vier Wochen das Finale beim World Open mit 3:10 gegen Ding Junhui verloren hatte, suchte die Gründe für die erneute Pleite aber auch bei sich selber: "Ich ärgere mich schon über meine Fehler. Immer wieder habe ich bei meinen Safeties die Roten zu voll gespielt." In der Regel war das dann der Einstieg in ein weiteres Ronnie-Break. Der strahlte denn auch nach dem Sieg und war mit seiner Leistung zufrieden: "Man kann immer noch irgendwo besser werden, aber in den Bällen habe ich mich immer sehr gut gefühlt und mir meine Breaks erarbeitet. Das musste ich gegen einen Gegner wie Kyren auch; dem gehört die Zukunft."

One-Man-Show des Champions

Ronnie O’Sullivan war mit einer 115 in das Finale gestartet, aber Kyren Wilson antwortete mit einer 74 zum 1:1. Der dritte Frame sollte dann schon von großer Bedeutung sein: Wilson hatte Pink stark gelocht, ließ dann aber die dünne Schwarze in der Tasche klappern. O’Sullivan hatte keine Mühe, Schwarz zum 2:1 zu lochen, und ließ eine 131 zum 3:1 folgen. Nach dem Interval erwischte erst Wilson mit einer 109 den besseren Start, lochte dann aber in der ersten Session keinen Ball mehr. Mit rasanten Breaks von 77, 87 und 96 Punkten zog O’Sullivan auf 6:2 davon.
Im ersten Frame des Abends lieferten sich beide zuerst ein Safe-Duell auf Augenhöhe, ehe O’Sullivan ein ganz schweres Break von 50 Punkten zum 7:2 schaffte; er selber bezeichnete dies als sein bestes Break in diesem Match. Wie er die letzte Rote vor die Mitteltasche schob und auch Grün von der Bande lochte war brillant. Was dann folgte war eine One-Man-Show des Champions: Mit Breaks von 127 und 132 Punkten beendete er das einseitige Match; 17 Minuten und 59 Sekunden brauchte er nur für diese beiden Total Clearances! O’Sullivan klettert durch den Sieg in der Weltrangliste auf den neunten Platz. Kyren Wilson machte ebenfalls zwei Plätze gut; er steht jetzt auf dem 13. Rang.
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