Damit wird die World Women’s Snooker (WWS) Tour als offizieller Qualifikationsweg zur Maintour anerkannt. Die Nummer eins und zwei der WWS-Rangliste erhalten die Tourplätze.
Die WWS wurde vor fast 40 Jahren gegründet und ist seit 2015 eine anerkannte Organisation innerhalb der World Professional Billards and Snooker Association (WPBSA).
Ich habe mit Absicht ein paar Tage mit diesem Blog gewartet, um in aller Ruhe die Reaktionen zu sehen. Meine Meinung zu dieser Entscheidung: Sie war richtig im Sinne des Sportes für alle, insbesondere aber auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg von Snooker zu einem fortschrittlichen und zeitgemäßen Sport.
Snooker
Am Weltfrauentag: WST vergibt Tourkarten an Spielerinnen
08/03/2021 AM 15:46
Nicht nur Frauen-Snooker hat damit gewonnen, sondern Snooker insgesamt. Sicherlich kann man der Meinung sein, dieser Schritt sei schon viele Jahre überfällig. Andererseits kann ich aber auch verstehen, dass man mit damit gewartet hat, bis sich die WWS-Tour als ernsthafte internationale Serie etabliert hat.

Schnell Kritik an Platzvergabe für Frauen

Die Kritik an den Tourplätzen für die beiden weltbesten Spielerinnen war erwartbar und kam prompt. Das sei eine Bevorzugung, die Q School sei der Weg auf die Profitour. Dabei wird aber eines übersehen: Die Q School war noch nie der einzige Weg auf die Profitour, sondern nur einer von mehreren möglichen Wegen. Tour-Tickets gehen schließlich auch schon seit langem an Europameister, Asienmeister, Ozeanienmeister und, und, und.
Allen diesen Qualifikationswegen ist eines gemeinsam: Sie sind an sportliche Kriterien gebunden. Das ist bei den Tourplätzen für die beiden Top-Spielerinnen im WWS-Ranking nicht anders.
Das Argument, beide hätten nicht die spielerische Klasse, um auf der Maintour zu spielen, ist arrogant. Erst einmal bleibt abzuwarten, wie sich Reanne Evans und Ng On Yee auf der Tour schlagen. Außerdem: Haben denn alle Europameister die Snooker-Welt aus den Angeln gehoben? Oder alle Ozeanien-Meister? Auch da kann ich also nichts erkennen, was gegen die Tourplätze für die beiden spricht.

Kaum eine Alternative für Entwicklung des Sports

Natürlich kann man der Meinung sein, das ganze Qualifikationswirrwarr und Durcheinander der verschiedenen Wege gehöre abgeschafft. Aber was soll die Alternative sein? Tourplätze nur über die Q School? Wo wird die denn gespielt? Q School nur in Großbritannien würde bedeuten, das Snooker britisch dominiert bleibe, eine britische Marotte. Das Ziel, sich als Weltsport zu etablieren, müsste man damit aufgeben.
Natürlich kann man auch Q School Events auf der ganzen Welt spielen. Aber dann würde doch sofort das Gejammere losgehen, dass das Niveau bei der Q School in England viel höher sei als bei dem entsprechenden Turnier zum Beispiel in Südafrika. Ungerecht! Nicht fair!
Auch das Argument, die bisherigen Möglichkeiten stünden auch Frauen offen, zieht nicht. Gleiche Möglichkeiten (zumindest in der Theorie) zu haben, bedeutet noch längst nicht, dass auch Chancengleichheit herrscht. Und ein Weltsport hat auch die Aufgabe, den Sport weltweit zu entwickeln und zu fördern. Das gilt nicht nur regional, sondern auch für Frauen und Männer.
In diesem Sinne: Herzlich willkommen auf der Maintour, Reanne Evans und Ng On Yee! Ich freue mich auf die beiden und wünsche ihnen genauso wie den anderen Tour-Profis (gender-neutral) viel Erfolg.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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