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Snooker-Fest im Berliner Tempodrom: Der Ausblick auf das German Masters

Snooker-Fest im Berliner Tempodrom: Der Ausblick auf das German Masters

27/01/2019 um 15:19Aktualisiert 28/01/2019 um 09:55

Nur noch ein paar Tage, dann wird das Tempodrom in Berlin wieder zum Snooker-Tempel. Zum neunten Mal startet dort das German Masters, ein wahres Snooker-Fest. Im Vorjahr hatte dort ja Mark Williams triumphiert, als er im Finale Graeme Dott mit 9:1 förmlich auseinandernahm. Williams hatte auch bei der Premiere 2011 den Titel gewonnen und ist damit der einzige, dem das zwei Mal gelang.

Ob Mark Williams aber die Titelverteidigung gelingen kann ist eher fraglich. Dazu muss er endlich die Dauer-Party beenden, die er nach seinem WM-Triumph gestartet hat. Sicherlich will er im April bei der WM im Crucible Theatre wieder top-fit antreten. Die Vorbereitung darauf beginnt jetzt. Aber wie weit er schon ist, das werden wir erst in Berlin sehen. Spätestens im Viertelfinale warten harte Brocken auf ihn. Zum Beispiel könnte er dort auf Shaun Murphy treffen.

Murphy brennt ja immer ganz besonders in Berlin; er will einfach die einzigartige Atmosphäre genießen. 2015 hatte er es schon einmal ins Finale geschafft. Seine Saison verlief ja bisher kurios. Erst wollte ihm über lange Zeit nichts gelingen. Im Dezember schien er dann aber die Wende geschafft zu haben. Sein Auftritt beim Masters allerdings war wieder ein Rückschritt. Und schon die erste Runde gegen Peter Ebdon wird für ihn sicherlich nicht zum Spaziergang. Und im Achtelfinale könnte Kyren Wilson auf ihn warten.

Trump kommt mit breiter Brust

Viel vorgenommen hat sich sicher auch Mark Selby. Der Berlin-Sieger von 2015 will schließlich die Spitzenposition in der Weltrangliste verteidigen. Dazu braucht möglichst viele Erfolge im Rest der Saison, weil bei ihm noch viel Preisgeld aus der Wertung fallen wird. Sein Erstrunden-Gegner Ricky Walden wechselt in den letzten Monaten ja immer zwischen heiß und kalt. Ungefährlich ist er als Auftaktgegner auf keinen Fall, zumal Selby auch in dieser Saison bisher ja die Konstanz fehlt. Und auch hier gilt, dass spätestens im Viertelfinale ein ganz dicker Brocken warten wird. Das könnte zum Beispiel Neil Robertson sein. Für den war Berlin bisher zwar nie ein gutes Pflaster, aber warum sollte sich das nicht ändern; ich traue ihm jedenfalls einiges zu.

Nur zehn Tage nach seinem triumphalen Sieg beim Masters kommt Judd Trump sicherlich mit sehr breiter Brust nach Berlin. Der hat, das hat er im Ally Pally gezeigt, eine echte Siegermentalität entwickelt. Die geänderte Arbeitsethik und das veränderte Umfeld tragen Früchte. Das macht ihn so gefährlich. Im Tempodrom stand er 2014 bereits einmal im Finale (5:9 gegen Ding Junhui) und im Jahr darauf schaffte er bei seiner Viertelfinal-Niederlage gegen Mark Selby ein Maximumbreak. Wenn ich mir seine Auslosung so anschaue, dann traue ich ihm auf jeden Fall das Halbfinale zu.

Gutes Turnier für Außenseiter

Ein Rückkehrer ist John Higgins. Der Schotte ist zum ersten Mal seit 2015 wieder im Tempodrom dabei. Dort hat er ja bisher aus diversen Gründen noch keine Bäume ausgerissen. Immerhin hat er ja aber das erste Ranglisten-Turnier auf deutschem Boden gewonnen, das German Open 1995 in Frankfurt. 1997 hat er diesen Erfolg in Bingen am Rhein noch einmal wiederholt. Nach seinem mentalen Tiefpunkt im Dezember wirkte er beim Masters schon wieder etwas erholter, auch wenn er das da nicht in entsprechende Ergebnisse umsetzen konnte. Ich bin gespannt, ob sich bei ihm der Aufwärtstrend fortsetzt.

Das German Masters war aber immer auch ein gutes Turnier für Außenseiter. Ali Carter (2013), Martin Gould (2016) und Anthony Hamilton (2017) gehörten sicherlich jeweils nicht zum Kreis der heißen Favoriten. Wir dürfen also gespannt sein. Was auch kommen mag: Ich freue mich wie in jedem Jahr auf Berlin!

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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