Rolf-Kalb-Blog: Kyren Wilson wie der Phoenix aus der Asche - fesselndes Finale gegen John Higgins bei Masters in London

In seiner typischen kämpferischen Manier hat Kyren Wilson erstmals das Masters in London gewonnen. Im Endspiel schlug der "Warrior" John Higgins mit 10:6. Für Wilson war es das dritte Masters-Finale nach 2018 und 2025. Groß waren die Emotionen des Engländers, nachdem er das wichtigste Einladungs-Turnier der Saison gewonnen hatte. Rolf Kalb blickt in seinem Blog auf die Woche in London zurück.

Jubel im Ally Pally: Wilson macht Masters-Triumph perfekt

Quelle: Eurosport

Nein, das erwartete Feuerwerk war das Masters-Finale zwischen Kyren Wilson und John Higgins nicht. Dazu machten beide zu viele Fehler, fanden nicht die Form der vorherigen Runden. Beide wirkten nervös, beiden merkte man den Druck an.
Aber das Endspiel war ungeheuer intensiv. Beide ließen nicht locker und versuchten wirklich alles. Angsthasen-Snooker war das nun wirklich nicht. Im Gegenteil. Und so entwickelte sich trotzdem ein fesselndes Duell, wobei allerdings mit Wilson der bessere Spieler gewonnen hat.
Riesig musste die Erleichterung bei Wilson sein. Nur sieben Wochen ist es her, dass er auf einem absoluten Tiefpunkt war. Er habe kurz vor einem "Breakdown" gestanden, verriet er nach der UK Championship. Und auch jetzt gestand er wieder, dass er gezweifelt hatte, ob er jemals wieder zu den Siegern gehören werde.

Queue kaputt und gesundheitliche Probleme

Wilsons Weltmeister-Queue hatte einen irreparablen Schaden erlitten.
Hinzu kam die Sorge um seine Frau Sophie, die schwerwiegende gesundheitliche Probleme hatte. Das war alles ein bisschen viel. Daran änderte auch nichts, dass er zu Saisonbeginn noch das Shanghai Masters gewonnen hatte.
Umso beeindruckender ist die Kehrtwende von Wilson in nur wenigen Wochen. Wie Phoenix aus der Asche. Während des Masters konnte man in jeder Runde sehen, wie sein Selbstvertrauen wuchs. Und seine Widerstands- und Willenskraft sind ja sowieso legendär.
Es kommt nicht von ungefähr, dass er die meisten knappen Frames im Endspiel gewonnen hat. Das war mitentscheidend.

6:5-Siege nötigen Respekt ab

Als "nutzlos" bezeichnete Higgins nach dem Finale seine Leistung. Das war dann doch vielleicht ein bisschen zu harsch. Was aber stimmt: In den Runden zuvor hat er deutlich besser gespielt. Das war eindrucksvoll. Vor allem seine 6:5-Siege über Zhao Xintong und Judd Trump nötigen Respekt ab.
Dass er nun mit fast 51 Jahren der älteste Finalist bei einem Triple Crown Event ist, das ist eine Leistung für sich. Klar: Ältester Sieger wäre noch schöner für ihn gewesen. Aber er kann nach der Woche in London die Heimreise sehr zufrieden mit sich antreten. Er hat bewiesen, dass man ihn noch immer auf der Rechnung haben muss.
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Kyren Wilson gewinnt das Masters 2026

Fotocredit: Eurosport

Zu den Gewinnern des Masters gehört auch Wu Yize. Der 22-jährige Chinese hat bewiesen, dass sein Sieg bei der International Championship keine Eintagsfliege war. Von dem wird noch viel kommen, und attraktiv ist sein Spiel obendrein. Das ist gut für Snooker.
Gut für Snooker ist auch, dass Judd Trump langsam seine Form zurückzufinden scheint. Das war vor allem bei seinen 6:2-Siegen über Ding Junhui und Mark Allen zu spüren. Bei seiner 5:6-Halbfinal-Niederlage gegen Higgins wirkte er am Ende allerdings etwas ratlos.
Diese Wochen spielen zwar noch einige Gruppen in der Championship League, aber die Aufmerksamkeit richtet sich schon jetzt auf das German Masters. Ich freue mich schon riesig darauf, ab Montag die Fans im Berliner Tempodrom zu begrüßen und die Spieler an die Tische zu holen. Eurosport ist auch da wieder dabei und überträgt ausführlich im TV sowie in den Streams bei HBO Max.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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