Reisen im Snooker: Eurosport-Experten Kleckers und Frede erklären den Spagat zwischen Leistung, Erholung und Geldbeutel

Die Northern Ireland Open stehen vor der Tür - für die Snookerprofis nur eine Zwischenstation auf einer Reise rund um den Globus. In nur acht Wochen geht es sechsmal über Kontinente: Von England nach China, zurück nach Europa, wieder nach China, über England nach Saudi-Arabien und schließlich erneut nach England. Ein Turnierplan, der nicht nur sportlich, sondern auch logistisch herausfordernd ist.

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Quelle: Eurosport

"Erstmal ist es grundsätzlich richtig gut für den Sport, dass er so begeistert in großen Teilen der Welt verfolgt wird und die Spieler deswegen immer mehr reisen DÜRFEN", sagt Eurosport-Experte Felix Frede über die enge Taktung. Die globale Nachfrage nach Snooker ist ein Segen - und gleichzeitig eine Herausforderung.
Wie plant man also eine solche Saison? Die Antwort ist so individuell wie die Spieler selbst. Stars wie Ronnie O’Sullivan zeigen: Niemand ist verpflichtet, jedes Turnier zu spielen.
"Topspieler können sich Pausen leisten und gezielt Turniere auslassen, um fit zu bleiben", erklärt Eurosport-Experte Lukas Kleckers. "Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit professioneller Planung."
Diese Pausen werden häufig bei weniger lukrativen Events in Europa gesetzt. In China hingegen locken nicht nur hohe Preisgelder bei den Turnieren, sondern im Umfeld auch Sponsorentermine und Exhibitions. "Auch wenn das Reisen anstrengend ist, machen den meisten Spielern genau diese Veranstaltungen ja Spaß - wenn du als Snookerspieler wie ein echter Superstar gefeiert wirst", so Frede.

"Ohne Sponsoren wird jede Saison zur finanziellen Gratwanderung"

Für Spieler außerhalb der Top 32 sieht die Realität anders aus. "Sie müssen praktisch alles spielen, um finanziell über die Runden zu kommen", sagt Kleckers, der diese Situation aus seiner eigenen Zeit auf der Tour bestens kennt. "Die Saisonplanung wird da zum Spagat zwischen Leistung, Erholung und Geldbeutel."
World Snooker versucht gegenzusteuern und zahlt eine garantierte Summe von 20.000 Pfund pro Saison, um Grundkosten wie Reisen zu decken - allerdings nur, wenn man für alle Turniere meldet.
"Das lässt Raum zum Atmen", meint Frede, während Kleckers relativiert: "Aber der Druck bleibt hoch. Wer selten auf dem Fernsehtisch spielt, hat größere Schwierigkeiten, Sponsoren zu finden - und ohne Sponsoren wird jede Saison zur finanziellen Gratwanderung."

Global, aber auch gnadenlos

Die Snooker-Tour ist ein Spiegel der Professionalisierung des Sports. Sie bietet Chancen, fordert aber auch Opfer. Zwischen Jetlag und Jackpot müssen Spieler nicht nur ihr Spiel, sondern auch ihre Reiseplanung meistern. Und während die Welt dem Snooker zujubelt, kämpfen viele Profis im Hintergrund um jeden Flug, jede Pause - und vor allem jedes Pfund.
Den nächsten Auftritt haben die Stars der Snookerszene ab Sonntag (19. Oktober) bei den Northern Ireland Open, die Lukas Kleckers und Felix Frede an der Seite von Matthias Breusch, Thomas Hein und Harry Weber am Eurosport-Mikrofon begleiten werden.
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Quelle: Eurosport


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