Rolf-Kalb-Blog zum Saudi Arabia Masters: Neil Robertson und Ronnie O'Sullivan - zwei Ausnahmekönner spielen groß auf

Neil Robertson holte sich den Titel beim Saudi Arabia Masters in Dschidda durch ein spektakuläres und hochklassiges 10:9 im Finale über Ronnie O'Sullivan. Der Australier war im Anschluss zurecht stolz auf seinen Triumph. Auch Eurosport-Experte Rolf Kalb bescheinigt den beiden Finalisten in seinem aktuellen Blog, absolute Ausnahmekönner zu sein. Am Ende entschieden Kleinigkeiten.

Century Nummer 1300: O'Sullivan erreicht nächsten Meilenstein

Quelle: Eurosport

Zwei Ausnahmekönner zeigen, was auf einem Snooker-Tisch alles möglich ist, und wir Normalsterblichen können das nur staunend bewundern. So lässt sich das Finale des Saudi Arabia Masters kurz zusammenfassen.
Das vielleicht etwas bessere Matchplay von Neil Robertson gab am Ende den Ausschlag. Zudem profitierte der Australier davon, dass Ronnie O'Sullivan in den letzten beiden Frames jeweils der Split misslang.
Ich will ehrlich sein: Als Neil Robertson zu Beginn der Abend-Session seine Führung auf 7:2 ausgebaut hatte, habe ich gedacht, die Vorentscheidung sei gefallen. Auch die Körpersprache von Ronnie O'Sullivan legte das nahe. Zudem zeigte der Superstar deutlich seinen Frust. In der Vorsaison wäre das Match da für Ronnie O’Sullivan gelaufen gewesen.
Aber O'Sullivan strafte mich Lügen. Sein Comeback war phänomenal. Fünf phantastische Frames gewann er in Folge, obwohl Neil Robertson nicht viel verkehrt machte. Dabei spielte O'Sullivan nicht nur sein 1300. Century, sondern zauberte auch weitere atemberaubende Breaks auf das Tuch.

Pulk verweigert Mitarbeit

So lief dann alles auf das hochdramatische Finish hinaus und das Match bekam, was es verdiente: den Decider. Im entscheidenden Frame kam O'Sullivan als erster in die Bälle, doch erneut verweigerte der Pulk der roten Bälle mit Zusammenarbeit und öffnete sich nicht.
Die 87 von Robertson nach einer nicht zwingenden Safety von O'Sullivan war dann schier brillant. Vor allem die letzte Rote auf die grüne Tasche war atemberaubend. Umso größer war die Erleichterung des Australiers, der es zunächst gar nicht zu fassen schien.
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Robertson über O'Sullivans Fünf-Frame-Comeback: "Mein Gott"

Quelle: Eurosport

Der Sieg in Dschidda markiert für Neil Robertson den vorläufigen Höhepunkt seiner Rückkehr in die Weltspitze. In der Weltrangliste war er ja auf Platz 28 abgerutscht, wird jetzt aber wieder an Nummer drei geführt. Zu verdanken hat er das der strukturierteren Arbeit im Training und bei der Turniervorbereitung. Entscheidend dafür war die Hilfe durch die Sportpsychologin Helen Davis und durch Joe Perry, der seinen Kumpel ja auch in Saudi-Arabien begleitete.

Alle Signale auf Grün bei Ronnie

Auch bei Ronnie O'Sullivan scheinen wieder alle Signale auf Grün zu stehen. Schon beim Shanghai Masters hatten sich die Fortschritte angedeutet. In Dschidda blitzte jetzt auch wieder öfter seine geniale Brillanz auf, nicht nur bei seinen beiden Maximum-Breaks im Halbfinale. Es ist noch nicht am Ende seines Weges angekommen. Aber ich bin mir sicher, dass er seinen unzähligen Fans in dieser Saison noch viel Freude bereiten wird.
Mit breiter Brust können auch die beiden unterlegenen Halbfinalisten auf die Woche beim Saudi-Masters zurückblicken. Beide spielten ein starkes Turnier und schlugen vermeintlich hochkarätigere Konkurrenten. Chris Wakelin zementierte damit seine Position in der Top 16 der Rangliste, und Elliot Slessor kam diesem Ziel einen deutlichen Schritt näher.
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"Keine Worte mehr": O'Sullivan kontert Snooker mit Snooker

Quelle: Eurosport

Unter Druck gerät dagegen Judd Trump. Mit der Auftakt-Niederlage in Saudi-Arabien setzte sich sein Fehlstart fort. Aber die Saison ist noch lang, und Trump hat die Klasse, um die Wende herbeizuführen.
Wie erwartet wurde die Atmosphäre in Dschidda zum Ende der Woche doch noch besser. Mit dem Masters, der WM, Hongkong oder Berlin ist das aber nicht zu vergleichen. Das ist schade. Denn die tollen Leistungen der Spieler, die großen Sport lieferten, hätten mehr Stimmung verdient.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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"Das ist doch nicht zu fassen": Robertson eiskalt unter Druck

Quelle: Eurosport


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