Rolf-Kalb-Blog zur Q School: Profis spielen anders Snooker als Amateure - Warum der Druck entscheidet

129 Spielerinnen und Spieler haben derzeit ein Maintour-Ticket für die Saison 2023/24, nachdem sich bei der Q School in Leicester und Bangkok zwölf weitere Spieler qualifiziert haben. Dabei setzten sich vor allem Spieler mit Maintour-Erfahrung durch, insbesondere bei den Events in England. Das wirft auch ein Schlaglicht darauf, dass das System Schwächen hat, meint Eurosport-Kommentator Rolf Kalb.

Alexander Uersenbacher

Fotocredit: Getty Images

Erfahrung im Profi-Bereich zu haben hilft. Diese Erkenntnis bleibt auch nach der Q School 2023 aktuell. Gleich sechs der Qualifikanten (allesamt männliche Spieler) hatten erst am Ende der letzten Saison ihren Platz auf der Tour verloren und schafften es, sich umgehend ein neues Ticket für mindestens zwei Jahre zu sichern.
Zu den direkten Rückkehrern gehört auch der Schweizer Alexander Ursenbacher, der das schon im ersten Event geschafft hatte und danach sehr erleichtert war. Die Q School setzt die Spieler brutal unter Druck und der Baseler war heilfroh, sich nicht sechs weitere mörderische Tage antun zu müssen. Im ersten Event schaffte auch Andrew Pagett die direkte Rückkehr.
Im zweiten Event in Leicester gingen gar alle vier Plätze an direkte Rückkehrer: Dean Young, Louis Heathcote, Alfie Burden und Stuart Carrington können sich auf mindestens zwei weitere Jahre als Profi freuen. Zudem schaffte Andrew Higginson im ersten Event nach einem Jahr Pause die Rückkehr auf die Maintour. Der ehemalige Finalist der Welsh Open hatte sich 2003 erstmals für die Profi-Tour qualifiziert und spielte von 2006 bis 2022 auf der Tour.
Der einzige echte Neuling unter den Qualifikanten von Leicester ist Liam Pullen. Der 17-Jährige gilt schon lange als eines der größten Talente und hat dies als Finalist bei der U18-EM und dem WSF Junior Open unter Beweis gestellt.
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Quelle: Eurosport

Profi-Snooker wird anders gespielt als Amateur-Snooker

Dass Spieler mit möglichst viel Profi-Erfahrung bei der Q School bevorteilt sind, hat mehrere Gründe. Die Ex-Profis kommen aufgrund ihrer Erfahrung einfach mit dem Material besser zurecht. Auch ist der Druck bei der Q School brutal. Profis aber können in der Regel mit dem Druck besser umgehen. Von gleichen Voraussetzungen kann man also nicht unbedingt sprechen.
Vorschläge, wie das Dilemma gelöst werden kann, gibt es viele. Einige setzen auf eine ausgebaute Q Tour. Aber Achtung: Das kann leicht die UK-Zentrierung im Snooker zementieren. Auch würde der Aufwand für ambitionierte Amateure größer, gerade wenn sie nicht im Vereinigten Königreich leben. Und egal, wie das Format ist: Ein Problem bleibt immer bestehen. Profi-Snooker wird anders gespielt als Amateur-Snooker. Daran scheitern viele junge Spieler.
Diesen Unterschied betonte auch Thor Chuan Leong. Unter den vier Qualifikanten der Q School für Asien und Ozeanien ist er der einzige alte Bekannte. Nach drei Jahren schaffte der Malaysier die Rückkehr auf die Maintour. Manasawin Phetmalaikul, Ishpreet Singh Chandha und He Guoqiang sind dagegen echte Neulinge. Bei den beiden Events in Bangkok scheinen also die Vorteile der Ex-Profis nicht ganz so groß gewesen zu sein.
Immerhin sind mit Ng On Yee oder Lei Peifan da zwei gescheitert, die gerade erst ihren Platz bei den Profis verloren hatten.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport

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