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Schlüssel zum Erfolg: Fan Zhengyi folgt seinen Brüdern
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Publiziert 28/02/2022 um 17:52 GMT+1 Uhr
Der Sieg von Fan Zhengyi beim European Masters, und das nach einer eindrucksvollen Leistung im Finale gegen Ronnie O’Sullivan, reiht sich ein in die Märchengeschichten der letzten Monate. Natürlich denkt man sofort an den Triumph von Jordan Brown bei den letzten Welsh Open unter ganz ähnlichen Umständen. Ich denke aber auch an Yan Bingtao oder Zhao Xintong.
Fan Zhengyi odebrał puchar za triumf w European Masters
Fotocredit: Eurosport
Zunächst einmal: Der Sieg von Fan Zhengyi war auf jeden Fall verdient. Ronnie O’Sullivan ist immer ehrlich mit seinen Einschätzungen, und er hat ja auch betont, dass der 21-Jährige an diesem Tag der bessere Spieler war. Verdient hat er sich den Triumph mit seinem mutigen Spiel. Er hat sich nicht von der Besonderheit der Situation überwältigen lassen, sondern genau das gemacht, was er am besten kann. Sein 92er-Break im entscheidenden Frame ist ein Paradebeispiel dafür.
Dass Fan damit in die Fußstapfen von Yan Bingtao und Zhao Xintong getreten ist, das ist kein Zufall. Alle trainieren an Vics Snooker Academy in Sheffield. Victoria Shi scheint dort ideale Voraussetzungen geschaffen zu haben, damit ihre Schützlinge ihr Potential entfalten können. Dazu gehört auch, dass sich die Spieler dort nicht als Rivalen sehen. „Wir sind wie Brüder“, sagte Fan. Sie trainieren gemeinsam, sie essen gemeinsam und teilweise wohnen sie sogar zusammen. Da ist ein Biotop entstanden, das befruchtet. Dass mit Si Jiahui der überlegene Sieger der WSC Championship auch aus diesem Stall kommt ist kein Zufall.
Talente zu finden, wie es in China systematisch gemacht wird, ist die eine Sache. Diese Talente dann aber nicht zu verheizen, sondern behutsam zu entwickeln, ist der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg. Bei Victoria scheint man diesen Schlüssel gefunden zu haben. Ronnie O’Sullivan ist daran übrigens nicht unbeteiligt. Der ist dort nämlich auch öfter zu Gast und trainiert dort nicht nur mit den anderen, sondern versorgt sie auch immer mit hilfreichen Tipps. Fan Zhengyi hat gestern ja auch noch einmal darauf hingewiesen. Da ist es kein Wunder, dass Ronnie das Idol dieser jungen Spieler ist.
Gestattet sei mir auch ein Wort in eigener Sache in diesem Blog: Es fühlte und fühlt sich seltsam an, Snookermatches zu kommentieren, während mitten in Europa ein Angriffskrieg geführt wird, der soviel Tod und Leiden für unschuldige Menschen bringt. Es gibt Wichtigeres als ein Snookermatch. Das vergesse ich keine Sekunde. Aber wie sagte einmal ein britischer Kollege: Sport ist unter den unwichtigen Dingen das Wichtigste. Gerade bei all den Sorgen und Ängsten braucht man vielleicht auch einmal die Abwechslung, um nicht an dieser Welt zu verzweifeln. Das haben ja auch viele Userinnen und User bei Twitter so ausgedrückt.
Aber trotzdem führen uns diese Tage eindrucksvoll vor Augen, dass auch Snooker nur eine Nebensache ist. Wichtiger ist der Frieden für alle Menschen auf dieser Welt, besonders für die Menschen in der Ukraine!
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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