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Scottish Open: Marco Fu mit der besten Leistung der gesamten Saison
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Publiziert 19/12/2016 um 15:05 GMT+1 Uhr
Marco Fu hat nicht nur einfach das Scottish Open gewonnen. Die Woche in Glasgow war stattdessen ein wahrer Triumph für den Mann aus Hongkong. Elf Centuries und 21 weitere Breaks von mehr als 50 Punkten hat er in seinen sieben Matches in dieser Woche gespielt. Eine solche Konstanz erlebt man selten. Wäre das bei ihm immer der Fall, er hätte schon viel mehr Titel gewonnen.
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Neil Robertson brachte es am Tag nach dem Finale auf den Punkt: "Das war die beste Gesamtleistung in dieser Saison mit der einer einen Titel geholt hat." Recht hat er. Marco Fu meinte in seiner typisch bescheidenen Art nach dem Finale ja noch, er habe halt John Higgins auf sein Niveau heruntergezogen. Damit stellt er sein Licht unter den Scheffel.
Klar: Higgins hat nach dem rauschhaften Start ins Endspiel dieses rauschhafte Niveau nicht halten können. Das war aber auch zu erwarten. Ob Higgins in der zweiten Session dann die Puste ausging, ob der Druck vor heimischem Publikum einfach zu groß war oder ob das Match schlicht blöd für ihn lief muss Spekulation bleiben.
Fakt ist jedoch, dass Marco in dieser Phase nicht nur Matchplay der höchsten Klasse zeigte, sondern auch mit seinem taktischen Spiel John Higgins immer wieder unter Druck setzte und sich dadurch immer wieder Chancen erarbeitete. Und seine Chancenverwertung war sowieso über jeden Zweifel erhaben. Mister Unbeständig war plötzlich ein Muster an Konstanz. Das war der Schlüssel. Acht Frames in Folge gewinnt man gegen einen Klassespieler wie John nicht durch Zufall.
Natürlich war der Schlüssel, dass Fu zum Ende der ersten Session noch das 4:4 geschafft hatte. Das muss sich für Higgins nach seiner 4:1-Führung wie eine Niederlage angefühlt haben. Und dass Fu dann auch den umkämpften ersten Frame am Abend gewann verhalf ihm endgültig auf die Siegerstraße. Higgins selber wies auf den siebten Frame als entscheidende Wende hin: Da habe er einmal den falschen Stoß gespielt und so statt das 5:2 zu schaffen das 3:4 kassiert.
Trotzdem wird auch John Higgins ein wirklich frohes Weihnachtsfest feiern können. Was er in den letzten Wochen geschafft hat ist eine Riesen-Leistung. Der Wizard of Wishaw hat die China Championship gewonnen und das Champion of Champions, hat in Belfast eine 147 gespielt und nun beim Scottish Open wieder das Finale erreicht. Auf dem Weg dorthin hat er unter anderem Ronnie O’Sullivan und Judd Trump mit aufsehenerregenden Leistungen ausgeschaltet.
Das waren nicht nur lukrative Wochen, das war ganz großes Kino. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er noch lange auf seinen 29. Titel bei einem Weltranglisten-Turnier warten muss.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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