Snooker - Rolf-Kalb-Blog zum Masters: Die fehlende Spielpraxis von O’Sullivan und schwerer Weg für Titelverteidiger Murphy

Auch das Snooker-Jahr 2026 beginnt wieder mit einem echten Paukenschlag: Vom 11. bis zum 18. Januar läuft im Londoner Alexandra Palace das Masters, das zweite Triple-Crown-Event der Saison. Titelverteidiger ist Shaun Murphy. Eurosport überträgt an allen Tagen ausführlich im TV sowie in den Streams bei discovery+. Eurosport-Experte Rolf Kalb wagt einen Ausblick auf das Top-Turnier.

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Quelle: Eurosport

Das Masters ist ja immer ein Highlight im Kalender. Die Atmosphäre im Ally Pally ist unvergleichlich. Besonders im Fokus stehen dürfte bei dieser Ausgabe auch die Rückkehr von Ronnie O’Sullivan. Der Rekordchampion mit acht Masters-Triumphen hatte ja zunächst angekündigt, in diesem Jahr nicht zu starten, hat sich zur Freude der Fans dann aber doch anders entschieden.
Allerdings wartet schon in der ersten Runde eine echte Standortbeschreibung auf O’Sullivan: Am Mittwoch wird ab 20:00 Uhr Neil Robertson sein Gegner sein. Für mich ist das das Kracher-Match der ersten Runde.
Der Australier ist in dieser Saison ja in guter Form unterwegs. Und in einem spektakulären Finale beim Saudi Arabia Masters hat er sich mit 10:9 gegen O’Sullivan durchgesetzt.
"The Rocket" betont ja immer wieder, dass er in dieser Saison die Freude am Snooker wiedergefunden hat. Und in einigen Situationen bewies er auch, dass die alte Magie durchaus noch immer vorhanden ist. Seine beiden Maximum-Breaks in Saudi-Arabien sind da nur ein Beispiel. Aber ihm fehlte oftmals die Spielpraxis. Die UK Championship war dafür auch ein Beleg.

Fehlt Murphy die Konstanz?

Als Titelverteidiger geht Shaun Murphy ins Rennen. Im Vorjahr hatte er mit seinem 10:7 im Finale über Kyren Wilson das Masters zum zweiten Mal nach 2015 gewonnen. Und in dieser Saison sorgte der "Magician" ja auch für einige Akzente. Das Zeug für eine erfolgreiche Titelverteidigung hat er allemal. Nur fehlt ihm manchmal etwas die Konstanz.
Murphys erster Gegner ist Wu Yize. Das wird nicht leicht, sollte aber machbar sein. Aber dann wird es richtig schwer. Denn die obere Hälfte des Turnierbaumes ist auf den ersten Blick sehr stark besetzt. Mit Mark Selby, Neil Robertson, Ronnie O’Sullivan und Kyren Wilson warten da Hochkaräter. Mark Selby startet gegen Xiao Guodong, Kyren Wilson gegen Si Jiahui.

Match mit besonderer Würze

Der Weltranglistenerste Judd Trump startet mit einem Duell gegen Ding Junhui in das Masters. Das ist ebenfalls ein Match von besonderer Würze. Auch Ding hat ja schon bewiesen, dass er das Masters gewinnen kann. Auch wenn das schon 15 Jahre her ist.
Mark Williams gegen Mark Allen ist in der ersten Runde ein Match, bei dem für mich alles drin ist. Williams ist ja immer für eine Überraschung gut. Seine beiden Masters-Triumphe liegen allerdings schon weit zurück: 1998 und 2003. Und Mark Allen mit seinem Biss und seiner Willenskraft ist ein gefährlicher Gegner.
Das gilt ähnlich auch für Barry Hawkins in der ersten Runde gegen John Higgins. Und Zhao Xintong hat ja Probleme, mit der Würde des Weltmeisters umzugehen. Da kommt ein unangenehmer und hartnäckiger Gegner wie Gary Wilson nicht unbedingt gelegen.
Aber das Masters ist nun einmal kein Wunschkonzert. Von Runde eins an mutet jedes Match wie ein Endspiel an. Mehr Spannung geht nicht. Entscheidend wird sein, wer nach der wohlverdienten Weihnachtspause schon jetzt wieder voll im Saft steht. Die Top-Spieler haben sich bisher bei der Championship League ja überwiegend vornehm zurückgehalten.
Das Masters wird seit 1975 jährlich ausgetragen und ist damit eines der ältesten Turniere im Kalender. 25 Spieler haben das Traditions-Event bisher gewonnen, zwölf davon mehr als einmal. Eurosport überträgt täglich im linearen TV. Über die Streams kann man alles auch bei discovery+ schauen. Und dort gibt es ja auch die On Demand Sektion, in der man alle Matches findet.
Wie immer beginnt das neue Snooker-Jahr mit einem absoluten Höhepunkt. Als Fan kann man sich nur auf diese acht Tage freuen. Ich wünsche allen nicht nur ein gutes neues Jahr, sondern auch viel Spaß beim Masters.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb

Update 10. Januar 2026

Ronnie O'Sullivan hat seinen Start beim Masters kurzfristig aus medizinischen Gründen abgesagt. Seinen Platz übernimmt Chris Wakelin, der nach der UK Championship in der Weltrangliste auf Platz 17 stand und damit der erste Nachrücker ist.
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