Snooker-WM 2016 - Ronnie O'Sullivan exklusiv: "Hat einfach nicht sollen sein"

Ronnie O'Sullivan versuchte sich bei der Snooker-WM 2016 die dramatische Niederlage, die ihn in der Runde der letzten 16 aus dem Turnier befördert hatte, nicht anmerken zu lassen. Nach dem alles entscheidenden 25. Frame musste sich der fünfmalige Weltmeister und Turnierfavorit Barry Hawkins geschlagen geben. Mit Eurosport sprach er exklusiv über seine Gefühlslage und Pläne nach dem Krimi.

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Fotocredit: Eurosport

Beide Spieler lieferten sich ein Match auf Augenhöhe. Hawkins wusste in den engen Frames sein Safe-Spiel effektiver einzusetzen. In den entscheidenden Momenten blieb er abgeklärter als sein Gegner, der jedoch genauso gut als Sieger das Crucible Theatre hätte verlassen können.
Für Hawkins war es der erste Sieg über O'Sullivan seit 2002 und sein erst zweiter Erfolg in insgesamt zwölf Aufeinandertreffen. Die Belohnung ist ein Viertelfinale gegen Marco Fu aus Hong Kong am Dienstag und Mittwoch.
"Beim Lochspiel und den hohen Breaks konnte ich mithalten", sagte O'Sullivan gegenüber Eurosport.
"Das ist eben etwas, was stimmen muss, wenn man das Turnier gewinnen will. Meine Safeties waren jedoch nicht gut genug. Ich habe das Match wahrscheinlich schon in der ersten Session verloren, als ich mit 3:5 zurücklag. Es ist immer schwierig nach einem frühen Rückstand zurückzukommen. In der zweiten Session dachte ich schon, dass ich der bessere Spieler war, trotzdem reichte es nur für ein 4:4 - das fühlte sich ein bisschen unfair an. Zum Ende des Spiels habe ich meine Form gefunden und war eigentlich der bessere Spieler. Es war schon enttäuschend, dass der letzte Frame dann so lief, wie er eben gelaufen ist. Wahrscheinlich war es eines dieser Matches, das ich einfach nicht gewinnen sollte. Trotzdem bin ich froh, dass ich Barry richtig fordern konnte und er sich den Sieg verdienen musste."

Hawkins stabiler als O'Sullivan

Hawkins lochte eine Rote in eine Baulk-Tasche und beendete die Partie mit einer 56. Genug, um einen seltenen Sieg gegen einen Gegner einzufahren, der ihn mit 18:12 im WM-Finale 2013 und mit 10:1 im Masters-Finale im Januar schlug.
"Es war einfach nicht machbar", gestand O'Sullivan.
O'Sullivan – Weltmeister der Jahre 2001, 2004, 2008, 2012 und 2013 – ist überzeugt davon, dass sein Spiel auch mit 40 Jahren noch gut genug für die Weltspitze ist. Das zeigen die Siege beim Masters und bei den Welsh Open seit Jahresbeginn.
Stephen Hendry holte die meisten Titel bei der WM in der modernen Ära. Sieben Titel holte er in den 90er Jahren, gefolgt von Steve Davis und Ray Reardon (jeweils 6 Titel).

Frustbewältigung in den USA

"Schauen Sie, im Moment bin ich einfach nur enttäuscht, dass ich ausgeschieden bin. Aber in 25 Versuchen habe ich fünf Mal hier gewonnen. Das ist eine Quote von 20 Prozent. Dieses Jahr hat es einfach nicht sollen sein, aber ich freue mich schon wieder hierher zurückzukehren. Ich glaube meine beste Zeit hier hatte ich in 2012, 2013 und 2014. In den drei Jahren war ich so stark wie nie. Ich habe dieses und auch letztes Jahr ein paar Turniere gewonnen. Ich glaube für einen 40-Jährigen mache ich mich gar nicht so schlecht."
Die Frustration, die das erste Ausscheiden in der zweiten Runde der WM seit 2009 mit sich bringt, will O'Sullivan mit einem Trip in den USA über den Sommer verdauen. Der Snooker-Superstar plant dort eine Dokumentation über den Pool-Sport zu filmen.
"Ich freue mich auf ein paar mehr Reisen. Ein Trip nach Rumänien, ein bisschen Urlaubszeit und eine 3-wöchige Reise nach Amerika", so O'Sullivan.
"Ich filme ein Reise-Tagebuch und bin in New York, Chicago, Memphis und New Orleans. Es geht um Pool und die lokalen Pool-Spieler werden uns die Gegend und die Szene zeigen. Wir werden eine Menge Spaß dabei haben, durch Amerika zu ziehen."
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