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Snooker-WM 2017: Mark Selby nach Final-Sieg gegen John Higgins Weltmeister

Selby verteidigt WM-Titel nach packendem Finale

02/05/2017 um 06:54Aktualisiert 02/05/2017 um 07:34

Mark Selby ist der Platz in Ruhmeshalle des Snooker sicher: In einem packenden und hochklassigen Finale der Weltmeisterschaft in Sheffield besiegte er John Higgins mit 18:15. Nach 2014 und 2016 holte er den Titel damit zum dritten Mal. Er ist der fünfte Spieler, der im Crucible Theatre drei Mal oder öfter Weltmeister wurde und der vierte Spieler, der diesen Titel erfolgreich verteidigen konnte.

Dabei hatte es bei der 10:4-Führung von Higgins am ersten Tag gar nicht nach einer erfolgreichen Titelverteidigung ausgesehen. "Wenn Du hier schon untergehst, dann musst Du wenigstens kämpfen", so Selby. Dass der Kampf erfolgreich war und er die letzten drei Frames am Sonntagabend zum 7:10 noch holte, war ein entscheidender Schritt.

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Am zweiten Tag fühlte sich Mark Selby nach eigener Aussage wieder frischer, und das bekam John Higgins zu spüren. Der Titelverteidiger ließ seinem Kontrahenten kaum die Luft zum Atmen. Erst gewann er die Frames über die taktische Schiene, dann gab er auch offensiv Gas und spielte Breaks von 67, 58 und 72 Punkten. Aus dem 7:10-Rückstand zu Beginn der Session machte er so eine 13:11-Führung, bevor die Session vorzeitig abgebrochen wurde, damit die Spieler noch eine ausreichende Pause bis zum Abend hatten.

Am Abend teilten sich die beiden die ersten beiden Frames. Dann aber zog Selby das Tempo wieder an und schien nach Breaks von 71 und 70 Punkten einem schnellen Sieg entgegenzustreben. Aber John Higgins war noch nicht geschlagen: Dank Breaks von 88 und 131 Punkten zum 14:16 sorgte er wieder für mehr Spannung.

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Aufreger im 31. Frame

Im 31. Frame gab es dann einen Aufreger: Beim Stand von 47:0 wollte Selby den Spielball hinter Schwarz rollen, um Higgins zu snookern. Schiedsrichter Jan Verhaas entschied aber, dass Schwarz nicht getroffen wurde und gab ein Foul. Aus dem selbst gelegten Snooker kam Selby nicht sicher raus. Higgins machte daraus eine 43 und nach einem weiteren gewonnenen Safe-Duell verkürzte er auf 15:16. Selby nach dem Match zur umstrittenen Entscheidung des Schiedsrichters: "Jan Verhaas ist unser bester Schiedsrichter, und ich respektiere seine Entscheidung."

Selby antwortete dann aber im Stile eines großen Champions: Mit Breaks von 131 und 75 Punkten machte er den Sieg perfekt und krönte so eine Weltmeisterschaft, in der er von der ersten Runde an seine Ansprüche auf den Titel deutlich gemacht hatte. Ehefrau Vikky und Tochter Sofia durften ihm glücklich in die Arme fallen.

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"Ich kann es nicht glauben. Gestern hat John mich noch dominiert, heute bin ich frisch zurückgekommen und war deutlich besser", sagte der 33-Jährige während der Pokalübergabe: "Einer von nur vier Spielern zu sein, die hier ihren Titel verteidigen konnten, ist etwas, wovon ich nur hätte träumen können."

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