Fünf Titel hat Judd Trump in dieser Saison schon gewonnen; eine Leistung, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Der Weltranglisten-Erste geht natürlich als Top-Favorit in die Weltmeisterschaft. Das war aber auch in der letzten Saison so, doch da ging ihm dann die Luft aus. Allerdings hatte dies auch mit der langen Corona-Pause vor der WM zu tun, die ihn den Rhythmus gekostet hatte. Das ist in dieser Saison nicht in diesem Ausmaß zu befürchten.
Bei Neil Robertson fragt man sich schon lange, wann der zweite WM-Titel kommt. Zwar kassierte er in dieser Saison auch einige Erstrunden-Niederlagen, aber vor allem bei seinen Triumphen bei der UK Championship und bei der Tour Championship beeindruckte er. Mit dieser Form kann man auch Weltmeister werden. Allerdings muss man diese Form über 17 Tage halten und darf die Leistungsspitze nicht zu früh erreichen; daran ist er schon einige Male gescheitert.
In der unteren Hälfte des Turnierbaumes gibt es aber noch ein paar andere Spieler, die sich durchaus berechtigte Hoffnungen auf den großen Wurf machen dürfen und die bereits bewiesen haben, dass sie mit diesem 17-Tage-Marathon umgehen können.
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Da ist zum Beispiel Shaun Murphy, der nicht nur 2005 schon einmal Weltmeister war, sondern auch 2009 und 2015 jeweils im Finale stand. Seit seiner Endspiel-Niederlage 2015 gegen Stuart Bingham hat er allerdings nur noch zwei Matches im Crucible gewonnen. Und im Achtelfinale könnte er auf Yan Bingtao treffen. Das ist für mich der Außenseiter mit den besten Chancen.

Hawkins vor Revanche mit Wilson

Vorjahresfinalist Kyren Wilson will mit Sicherheit in diesem Jahr auch den letzten Schritt noch schaffen. Aus der Niederlage im letzten WM-Endspiel gegen Ronnie O’Sullivan wird der Warrior gelernt haben. Und seit 2016 hat Wilson bei der WM immer zumindest das Viertelfinale erreicht. Seine Saison bisher war solide, ohne dass er allerdings grandios geglänzt hatte. Vor allem gegen die großen Namen tut sich Wilson manchmal schwer.
Hinzu kommt: Schon im Achtelfinale könnte Wilson auf Barry Hawkins treffen. Für Hawkins wäre das eine gute Gelegenheit, sich für die Niederlage in der gleichen Runde vor zwei Jahren zu revanchieren. Und Hawkins beherrscht die langen Distanzen der WM schließlich perfekt. Mit mehreren Halbfinal-Teilnahmen zeigte er zuletzt auch aufsteigende Form.
Für Jack Lisowski sehe ich allenfalls Außenseiter-Chancen. In den letzten beiden Jahren scheiterte er im Crucible jeweils in der ersten Runde. Das macht nicht gerade Mut. Ähnlich ist die Situation bei David Gilbert. Dessen Saison hatte mehr Schatten als Licht. Aber wer weiß: Beide können ohne Druck aufspielen, und das kann sie durchaus gefährlich machen.
Das war mein Blick auf die 16 gesetzten Spieler. Aber Achtung: Da kommen ja noch 16 Qualifikanten dazu, und auch die können alle Snooker spielen. Zudem stehen die nach überstandener Qualifikation voll im Saft. Wie jedes Jahr gilt also: Es wird spannend im Crucible Theatre. Gut so!
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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